Rauf und runter

Einer der Hauptunterschiede zwischen einem Beschäftigungsverhältnis und der Arbeitslosigkeit liegt darin, daß man als Arbeitsloser morgens nicht weiss, was einem der Tag bringt. Dieser Zustand zehrt auf Dauer ziemlich an den Nerven. Man spürt das nicht unmittelbar, denn es "passiert" ja in dem Sinne nichts. Aber man ist eben darauf angewiesen, daß etwas geschieht...

Da ich keinen "klassischen"  Beruf ausübe, sind die zu besetzenden Positionen ziemlich dünn gesät. Und die offenen Stellen werden meistens nicht über eine Stellenanzeige in der "Süddeutschen Zeitung" oder der "FAZ" besetzt. Und genau das macht es eben nicht einfach. Man muss gut "vernetzt" sein, um mitzubekommen, wo gerade etwas frei ist.

Aber das "Vernetztsein" ist so ein Punkt. Soll ich allen entgegenbrüllen: "Ich bin arbeitslos, holt mich hier raus!"? Man fürchtet die Hähme, das ausgegrenzt werden und es erfordert schon einigen Mut zu seiner Arbeitslosigkeit zu stehen und andere um Hilfe zu bitten. Ich habe das Glück (Ich nenne es mal so), daß ich einige, wirklich liebe Kollegen, Ex-Kollegen und Mitbewerber habe, die sich für mich gehörig ins Zeug legen. Eine Kollegin hat mich mittlerweile bei 3 Gesellschaften ins Gespräch gebracht.

Aber kurz ein Zwischenbericht: Wie schon vor einigen Tagen beschrieben, stehe ich vor der Situation, daß ich einen Job in Aussicht habe und als einer von 3 Bewerbern die Chance habe ihn auch zu bekommen. Wenn das nicht klappt, dann sieht es eng mit einer Beschäftigung ab dem 1.4.2009 aus. In den letzten 2 - 3 Wochen hat sich fast nichts ergeben.

Gestern rief ich bei einem ehemaligen Kollegen einer Versicherung an, weil ich aus meiner Nebentätigkeit noch Provisionen beanspruche und das klären wollte. Er freute sich riesig von mir zu hören und wir plauderten eine Weile. Als ich ihm sagte, daß ich aktuell einen Job suche, war er sehr überrascht und meinte, ich solle ihm doch mal meine Unterlagen schicken, da sie gerade einen Bereich neu aufbauen. Auf meine Frage, wie ernst und interessant das denn sei, antwortete er: "Sehr ernst und sehr interessant!". Details dürfe er noch nicht nennen, da gerade erst der Vorstandsbeschluß gefallen sei und die Sache noch nicht öffentlich ist. Da bin ich jetzt wirklich mal gespannt...

Dann rief mich heute meine liebe Kollegin an (s.o.) und meinte, ich solle meine Unterlagen ganz schnell an einen Freund von ihr schicken, die würden aktuell suchen. Allerdings könne sie mir nur kurz seine emailadresse geben. Aber er wüsste bescheid. Also habe ich eine (im wahrsten Sinne des Wortes) Blindbewerbung losgeschickt.

Dann fiel mir heute im Internet (Monster.de) eine Stellenausschreibung zu, die wirklich interessant ist. Auch hier geht es um einen Neuaufbau im Finanzdienstleistungbereich. Die Stelle wird von einer Personalberatung besetzt. Ich habe gleich angerufen und mal vorgefühlt. Erst wollte der Herr nichts rausrücken, aber meine Verhandlungstrainings waren nicht umsonst. Also hat er mir ein paar Details gegeben, die sehr spannend klingen. Auch die Höhe des Gehalts und das Drumherum (Dienstwagen in gehobener Mittelklasse, etc.) passen auch. Diese Stelle soll sehr schnell besetzt werden und das kommt mir ja durchaus gelegen.

So ist meine Stimmung in den letzten 24 Stunden von verhalten skeptisch in vorsichtig optimistisch umgeschlagen. Hoffentlich schlägt es nicht wieder zurück...

Treue Leser der ersten Stunde wissen vielleicht noch, daß ich im Dezember beschlossen habe, mich dem Kabarett zuzuwenden. Auch hier ist ja eine erfolgreiche Selbständigkeit nicht ausgeschlossen Als ich mit dieser Idee ein wenig hausieren ging, fand sich ein Sponsor, der mir zu Weihnachten einen Kurs in Köln an der "Comedy-Akademie" geschenkt hat. Da ich vom alten Arbeitgeber noch eine "Bahncard 50" habe und in Köln bei meiner Cousine wohnen kann, halten sich die Kosten in überschaubaren Grenzen. Außerdem kann ich das als "Weiterbildungskosten" bei der Steuer absetzen! Und dieser Kurs beginnt am Samstag!

Euer So isses

 

25.2.09 17:16

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Acute Angles / Website (26.2.09 00:11)
Na, ich kann Dir sagen, dass Du in einer hervorragenden Lage bist verglichen zu mir vor 5 Jahren. Bei mir hat sich keiner für mich umgehört oder gar eingesetzt. Und es geht trotzdem weiter. In sofern: Versuch die Zeit ohne die Einschränkung durch den Job zu genießen wie einen Studentenurlaub: Ohne Geld aber mit Zeit.

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