Losgelöst

Bei mir zuhause tobt gerade eine "Prinzessinnen-Party", die meine Tochter inszeniert hat. 6 Mädchen flippen völlig begeistert herum. Gerade spielen sie "Mord in der Disco"!!! Es ist mir völlig schleierhaft, wie solch ein Motto entsteht. Alle Mädchen sind unter 10 Jahren alt... Aber sie scheinen dabei grenzenlosen Spaß zu haben und es ist offenkundig unblutig. Gelegentlich kommen sie aus dem Zimmer meiner Tochter heraus um abgehetzt einen Schluck Apfelschorle hinunter zu stürzen. Dann geht es gleich wieder zurück ins Getümmel. Es ist herrlich, diesen unbekümmerten Kindern zuzuschauen!

Mein Sohn ist nicht ganz so begeistert von der Faschingsparty seiner kleinen Schwester. Wir haben ihm als Ausgleich angeboten, mit mir einen "Jungen-Tag" einzulegen. Eigentlich wollten wir jetzt in einem "Spaßbad" sein, aber er konnte sich nicht aufraffen. Auch Alternativen konnten ihn nicht dazu bewegen, das Haus zu verlassen. Er verlegt sich darauf, die Mädchen zu nerven...

Um nicht ständig daran zu denken, daß ich dieser Tage meine Zu- oder Absage für den Job bekomme, räume ich in der Wohnung herum. Heute habe ich mir mal mein Büro vorgenommen.

In meinem letzten Blog hatte ich ja das Thema "Selbständigkeit" im "Finanzdienstleistungsbereich" angeschnitten. Einige von Euch waren ja so freundlich und haben mir ihre Meinung dazu gepostet oder gemailt. Dabei wurde vor allem auf zwei Punkte eingegangen:

1) Kann ich das?

2) Bin ich wirklich "unabhängig" und "gut"?

Die Frage 1) kann ich selbstbewußt mit "Ja" beantworten. In den letzten Jahren war mein Job unter anderem, Beratern das "Beraten" beizubringen. Ihren Horizont zum Zweck des höheren Kundennutzen zu erweitern.

Bei der Frage 2) wird es weniger eindeutig. Zunächst glaube ich schon, daß ich gut bin. Das mache ich daran fest, daß ich grundsätzlich eine sehr umfassende Bestandsaufnahme der Kunden mache, bevor überhaupt Produkte besprochen werden. In der Regel entdecke ich klassische Falsch- oder Mangelversicherung. Aktuell habe ich eine 22-Jährige, die eine Lebensversicherung hat. Dabei ist niemand von ihr wirtschaftlich abhängig. Aber die Absicherung ihres Lebens kostet einen Teil der Prämie, der eigentlich besser zum Kaptalaufbau genutzt werden sollte. Ihr Lebensgefährte hat auch eine Lebensversicherung. Allerdings ist der Versicherungsnehmer und der Begünstigte seine Mutter. Falls er stirbt, bekäme seine Partnerin nichts, sondern die Mutter. Er ist auch nicht berechtigt, seine Partnerin als Begünstigte einzusetzen. Und die Auszahlung erhält er auch nicht, wenn die Versicherung nicht vorher von der Mutter übertragen wird. Also hat er derzeit keine Altersvorsorge.

"Gut" bin ich sicherlich. Aber bin ich unabhängig? Zunächst muss geklärt werden, was darunter zu verstehen ist. Zunächst bin ich derzeit unabhängig, da ich das Geld nicht brauche. Dadurch habe ich keinerlei Verkaufsdruck. Wenn ich das aber hauptberuflich ausüber, dann bin ich auf Abschlüsse angewiesen und leben zu können. Genau so, wie der Bäcker seine Semmeln (Sorry: Brötchen, Schrippen, etc.) verkaufen muss, das Reisebüro seine Reisen und das Autohaus seine Autos.

Aus meinem Alltag heraus betrachtet, ist auch der Bedarf an einer vernünftigen Beratung gegeben. In 9 von 10  Haushalten gibt es eklatanten Handlungsbedarf, der in der Regel in einer deutlich besseren Absicherung (Versicherungen) und Anlag (Finanzen) zu deutlich geringeren Kosten, bei mehr Flexibilität mündet. Da ich keiner Versicherungs-, Kapitalanlagegesellschaft oder Bank angehöre, sondern mich einem Pool von Maklern angeschlossen habe, bin ich von der Produktseite her wirklich "unabhängig".

Fakt ist aber auch, daß die vermittelten Produkte unterschiedlich hoch vergütet werden. Und hier werden alle Vermittler ihre Präferenzen haben. Zum Glück für die Kunden, müssen seit einiger Zeit die Gesellschaften die Kosten für den Vertragsabschluss offenlegen und der Kunde bestätigen, daß ihm diese Kosten bekannt sind, bevor ab einen Abschluß tätigt. Das hilft sicherlich, künftig die gröbsten Auswüchse im Rahmen zu halten. Schlußendlich gibt Art und Umfang der Beratungsdokumentation Aufschluss über die Qualität der Beratung.

Die letzte Frage lautet: Woher weiss ein potentieller Kunde, daß ich wirklich "gut" und "unabhängig" bin? Tja, daß ist in der Tat eine gute Frage! Letztendlich ist es doch so: Nur der Vergleich hilft bei der Beurteilung. Außerdem muss auch das "Bauchgefühl" stimmen. Letztendlich lässt der Kunde gegenüber seinem Berater die Hosen runter...

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wünsche ich mir den Job und kann dabei, weiter nebenher, meine unabhängige Beratung leisten. Das wäre wohl wirklich das Beste!

So, Ihr Eisesser und -verweigerer! Wenn der entscheidende Anruf kam, gebe ich umgehend bescheid. Ich hoffe, ich darf dann Eis und Alternativen spendieren. Ich mache das wirklich! Sobald ich in der Nähe deines Wohnortes bin, werde ich Dir eine Mail schicken und wir werden uns verabreden

Euer So isses

24.2.09 13:34

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