Perspektive

Für mich heisst es "Warten". Nächste Woche bekomme ich die Zu- oder Absage für den Job. Der Job, bei dem die Bewerbung ein wahrer Marathon war und für den ich letzten Dienstag zumlich krank nach Berlin gefahren war. Ich bin einer von drei Kandidaten.

Was ist, wenn es nicht klappt? Ein Blick in den Bewerbungsordner genügt, um eine Antwort geben zu können: Es schaut mau aus. Bei einem Job warte ich noch auf die Zu- oder Absage, bei dem ich mein abschließendes Berwerbungsgespräch schon absolviert habe. Hier liegt die Entscheidung aber nicht an meiner Qualifikation, sondern an der weiteren Entwicklung an den Finanzmärkten und den ausstehenden Entscheidungen der Aktionäre. Ansonsten ist nicht mehr viel.

Freitag habe ich mal wieder alle offenen Bewerbungen nachtelefoniert. Da hat sich nichts ergeben. Aber ich habe die Ausschreibung für einen Job gesehen, für den man mir vor 4 Wochen abgesagt hat, weil er anderweitig besetzt wurde... Hä??? Bei einem anderen Job wurde die Entscheidung, ob ein überhaupt ein Erstgespräch stattfindet, auf Ende März verschoben.

Die Verhandlungen mit meinem Ex-Arbeitgeber sind weitgehend abgeschlossen. Ich erwarte die Unterlagen die nächsten Tage. Damit wäre ich dann rückwirkend nicht mehr arbeitslos. Die Kündigung zum 30.11.2008 würde aufgehoben und dafür das Arbeitsverhältnis zum 31.3.2009 beendet. Aber, was geschieht dann?

Ab dem 1.4.2009 würde ich für 12 Monate Arbeitslosengeld erhalten. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich mich nicht selbständig mache. Natürlich in der "Finanzdienstleistungsbranche". So schlecht ausgerechnet die Lage ist, hier ist mein Zuhause. Wenn ich in absehbarer Zeit keinen adäquaten Job bekomme, wäre das eine Option. Seit etwa 10 Jahren betreibe ich nebenher die Vermittlung von Kapitalanlagen und Versicherungen. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern der Zunft habe ich das jedoch studiert und entsprechende Qualifikationen. Da es sich um eine "Genehmigungspflichtige Nebentätigkeit" handelt, musste ich mir das immer von meinen Arbeitgebern genehmigen lassen. Das war nie ein Problem, da ich selten mehr als 1 - 2 Stunden pro Woche dafür investiere.

Durch die Arbeitslosigkeit habe ich diesen Bereich in den letzten Wochen etwas aktiviert. Auch wenn die Zeiten schlecht sind, wissen Kunden eine qualifizierte und unabhängige Beratung zu schätzen (Oder dann erst recht?). Trotz der Flut an Hiobsbotschaften müssen täglich tausende Menschen Entscheidungen zu ihrer finanziellen Situation treffen. Vor 10 Jahren hat es genügt, ab und zu die Zeitschrift FINANZTEST zu lesen, um die gefährlichsten Klippen umschiffen zu können. Heute versuchen die Firmen Produkte zu kreieren, die "unvergleichlich" sind und damit möglichst unvergleichbar werden.

Ich habe ja hier Leser aller Altersklassen. Werden nicht schon die Minderjährigen durch die Sparkassen und Volks-/Raiffeisenbanken mit Produkten möglichst gebunden? Und sollen dann die Eltern nicht auch gleich noch irgendeinen Unfug abschließen? Haben sich die Volljährigen nicht auch schon irgendwann einmal zu einem Abschluß gedrängt gefühlt? Und, Hand aufs Herz habt Ihr wirklich alle Versicherungen und Geldgeschäfte verstanden, die ihr abgeschlossen habt? Und sind die Erwartungen immer erfüllt worden? Fakt ist, bei aller zumeist berechtigter Kritik am Geschäftsgebaren der Branche: Ohne sie geht es auch nicht...

Bitte helft mir, den Blick für die Realität zu bekommen und schreibt mir eure Meinung!

Euer So isses

(Der hoffentlich bald das Eis spendieren kann...)

 

21.2.09 17:35

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kivi (21.2.09 22:40)
Ich drücke die Daumen! Auch wenn ich kein Eis esse


zillie / Website (22.2.09 18:12)
Also...
zunächst wünsche ich Dir ja, dass Du der Wunschkandidat wirst... und ich finde, es hört sich wirklich nicht schlecht an..
Natürlich kann ich nur auf das reagieren, was Du erzählst und kenne nicht die Meinung der Mitkandidaten...
Zu Deinem Gedanken...
Ja, eine wirklich unabhängige Finanzberatung ist sicherlich etwas sehr sinnvolles... und ... wenn ich von ihrer Qualität überzeugt wäre, würde ich wahrscheinlich auch einen angemessenen Preis dafür zahlen.. wahrscheinlich...
ABER wie soll ich mich davon überzeugen, dass sie wirklich unabhängig ist? So viele unabhängige Dienste werden angeboten... und dann kassieren die Leute doch ihre Provisionen von den entsprechenden Versicherern... Hey... das Hemd ist nun mal näher als die Hose... Ich denke, es gibt keine unabhängige Finanzberatung... also warum dann dafür auch noch zahlen? Dann kann ich auch versuchen, durch verschiedene Beratungstermine einen Überblick zu bekommen... lästig... sehr lästig...
Oder man hat das Glück, einen Fachmann in der Bekanntschaft zu haben...
Ich sehe das Vorhaben also nicht ganz ohne Vorbehalte...

Nun.. dennoch gibt es da bestimmt Möglichkeiten... sowohl im Finanzberatungsbereich als auch in angrenzenden Bereichen... Aber da können wir ja später weiterdiskutieren, wenn es von Nöten sein sollte...

LG zillie


sweety / Website (22.2.09 19:18)
ich bin ja hier so ein heimlicherleser :-) und ich wollt mich nun auch mal wieder zu wortmelden und dir gaaaanz fest alle daumen drücken das du dort den job bekommst!!!!

sweety


Angie / Website (23.2.09 00:14)
Ich drücke dir ganz doll die Daumen!!!!!!
Danke für deinen lieben Beistand. Ich kann das auch grad gut vertragen.
Ich hoffe sehr, dass du uns bald ein Eis ausgeben musst!
Selbstständigkeit ist natürlich auch ein Schritt, wenn man es sogar studiert hat, vielleich tnicht mal das Schlechteste.
Wir haben mit einer Sparkasse sehr schlechte Erfahrungen. Wir sind dort nicht mehr Kunde, weil unser Kreditgebahren nicht genehm war. *gg*
Etwas was wir vor langer Zeit mit einem dortigen Mitarbeiter ausgearbeitet hatten, weil unser altes Haus ständig renoviert wird. Dann kamen wir in eine andere Filiale und die wollten davon nichts mehr wissen. Also sind wir zur anderen Bank, was kein Problem war.
Aber danach wollten die ersten uns auch noch Lehmanartiges andrehen, als alten Kunden.
Ich war richtig wütend. Habe ich der Dame auch gesagt.

Ich hoffe für dich auf gute Nachrichten!
LG
Angie

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