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Verlängerung

Dienstag vor einer Woche war ich in Berlin zu einem "Finalinterview" wegen einer neuen Arbeitsstelle. Das Gespräch lief ziemlich gut und ich war einer von 3 verbliebenden Kandidaten. Ich sollte spätestens Ende letzter Woche bescheid bekommen. Bei dem "spätestens" war ich seit Dienstag innerlich auf "Hab acht" und das war nicht gut. Ständig habe ich das Handy bei mir gehabt um ja den Anruf nicht zu verpassen.

Bis Donnerstag hatte ich nichts gehört. Am Freitag bin ich nach Köln gefahren, da ich ja an diesem Wochenende einen Kurs an der "Comedy Academy" gemacht habe. Während der Zugfahrt klingelte mein Handy und ich hatte eine Nummer aus Stuttgart auf dem Display, die mir gänzlich unbekannt war. Der Anruf, den ich erwartete, hätte aus Berlin kommen sollen...

Es meldete sich ein mir unbekannter Mann, der sich als Mitarbeiter der Firma vorstellte, bei der ich mich beworben hatte. Er erzählte mir, daß er meine Bewerbungsunterlagen gesehen hätte und, für den Fall daß ich den ursprünglichen Job nicht bekäme, er mich gerne kennenlernen würde. Aha! Das ist zwar ein etwas unkonvetionelles Vorgehen, aber ok. Kurz darauf kam dann der erwartete Anruf und mir wurde mitgeteilt, daß ich den Job nicht bekomme. Sie hätten jemanden, der besser passt. Aber, man möchte mich unbedingt im Unternehmen haben und mir daher den anderen Job anbieten.

Allerdings muss ich erst wieder ein Gespräch mit dem entsprechenden Bereichsleiter führen, der mich ja noch nicht kennt. Die finanziellen Konditionen sind die selben, das Aufgabengebiet etwas anders. Allerdings würde der "neue" Job tatsächlich eher dem entsprechen, was ich vorher gemacht habe. Von daher ist es ok. Also am nächsten Freitag das nächste Gespräch.

Der Workshop an der "Comedy Academy" in Köln war sehr gut. Die Gruppe der Teilnehmer war bunt gemischt und es waren sehr interessante Leute! Der Leiter des Seminars war Neuseeländer und die Veranstaltung wurde fast ausschließlich auf englisch abgehalten. Das war aber eigentlich ken Problem. Wir haben fast ständig Szenen gespielt. Daher war es wunderbar lebendig! Kurze Theorie und dann rauf auf die Bühne! Es ging zunächst vor allem darum, die Angst vor dem Versagen zu verlieren und Spontanität zuzulassen.

Ein Beispiel: Wir standen zu dritt auf der Bühne und jeder hatte eine ziemlich überzeuchnete Rolle zu spielen. Einmal war ich ein Banker (Viel mir nicht schwer...), der auf einer Karibikinsel lebt und gerade 17 Mio. € Bonus kassiert hat. Die weiteren Rollen waren ein Pizzabote, der nebenher Uran schmuggelt und ein sadistischer Zahnarzt. Wir sprachen und spielten die Rollen immer in kurzen Sequenzen (max. 2 Minuten) nacheinander und dann kam der nächste dran. Ziel der Übung war, was wir unsere "Story" den beiden anderen Figuren annähern und am Ende gemeinsam der Schluß spielen, bei dem wir sterben...

Klingt absurd. Ist es auch. Aber genau darum ging es: Du hattest keine Chance deine Rolle zu planen, sondern musstest die Stichworte der anderen Rollen einbauen und miteinander verknüpfen. Das war sehr spannend!

Es beginnt wieder eine spannende Woche!

Euer So isses

3 Kommentare 2.3.09 09:55, kommentieren

Neuer Anlauf

Neben dem Kurs an der "Comedy Academy" in Köln durfte ich auch an einer Studentenfeier teinlehmen, die zufällig in der WG stattfand, in der ich das Wochenende verbrachte. Es war schon eine wirklich interessante Erfahrung mit 40 Leuten zu feiern, die alle meine Kinder sein könnten!

Aber ich muss zugeben, deren Kondition habe ich nicht. Um 2:30 Uhr musste ich die Segel streichen. Trotzdem hat es einen riesigen Spaß gemacht!!!

Meine heutige Rückfahrt von Köln war etwas chaotisch. Als ich etwa 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Hauptbahnhof war, suchte ich meinen Zug vergeblich auf der Anzeigentafel. Des Rätsels Lösung: Mein Zug fuhr ab Köln Deutz! Also schnell den nächsten Zug nach Deutz rausgesucht und hingesprintet. Mein ca. 40 Kg schwerer Trolley flog förmlich durch die Unterführung. Ich erwischte einen Regionalexpress, der 12 Minuten vor Abfahrt meines Zuges losfuhr. Das wäre noch zu schaffen! In Deutz ein Spurt zum Bäcker (ich hatte noch 4 Minuten) und dann zum Gleis.

Am Gleis stand an der Anzeigentafel, daß mein Zug mindestens 20 Minuten Verspätung hat...

Aus den 20 Minuten wurde eine halbe Stunde Verspätung, die jedoch bis auf 5 Minuten wieder hereingeholt wurde.

Während der Fahrt rief ich dann bei der Firma an, bei der ich meinen Bewerbungsmarathon absolviere. Ich vereinbarte einen Termin für kommenden Freitag in München. Hoffentlich ist es das letzte Gespräch vor der Zusendung meines Arbeitsvertrages Morgen werde ich wieder die offenen Bewerbungen nachtelefonieren. Außerdem steht in der nächsten Zeit wieder ein Besuch beim Arbeitsamt an, bei dem ich meine Bewerbungsbemühungen nachweisen muss.

Irgendwie fange ich an abzustumpfen. Die ständige Ungewissheit und die Frustsituationen zehren schon an den Nerven. So habe ich z.B. über ein Unternehmen herausgefunden, daß sie gar keine Stellen zu besetzen haben, sondern mit den Ausschreibungen nur die Geschäftspartner beruhigen wollen. Kein Wunder, daß ich dann nicht einmal eine Einladung zu einem ersten Gespräch bekomme... Toll!!!

Euer So isses

5 Kommentare 2.3.09 19:17, kommentieren

Krise?

Zugegeben: In Bayern ist die Welt etwas heiler als im Rest der Republik. Aber was ich heute erlebt habe, daß hat mich schon stutzig gemacht.

Wir wohnen in einer Gemeinde in Oberbayern mit etwa 5.000 Einwohnern. Mit den umliegenden Dörfern kommt die Gemeinde auf knapp 10.000 Einwohner. Den Einwohnern steht, im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden, ein extrem großes Angebot an Einzelhändlern zur Verfügung. So gibt es 3 Metzgereien (Samstags arbeiten dort je 7 Verkäuferinnen!), zwei Schuhhäuser, Schlecker, NKD, zwei Bäcker, ALDI, Liedl, Penny, Netto, 5 Frisöre, mehrere Gemüsehändler, 2 Apotheken, etc. Wir können uns wirklich nicht beklagen. Und das alles "fußläufig"! Trotzdem ist es ein schöner Ort mit hübschem Ortskern und gewachsener Struktur.

Vor einem halben Jahr begannen nun die Bauarbeiten für einen weiteren Lebensmitteleinzelhändler. Und heute war Einweihung. Die Verkaufsfläche ist ca. 5x so groß wie bei einem Standart-ALDI. Bereits um 10:00 Uhr war der Parkplatz völlig überfüllt. Ob es an der Primel lag, die jeder Kunde geschenkt bekam? Offenbar nicht. Die Einkaufswägen waren voll mit Lebensmitteln, die in unmittelbarer Nachbarschaft (im Umkreis von 400 m) etwa 25% günstiger sind! Da ich die Großeinkäufe mache, habe ich die Preise für unsere Standartlebensmittel im Kopf. Unglaublich!!!

Ich habe mir mal die Summen angeschaut, die an den Kassen kassiert wurden. Der von mir beobachtete Schnitt lag bei ca. 25.- € pro Einkauf. Mit anderen Worten: In einer Wirtschaftskrise ist es mir rund 6.-€ extra pro Einkauf wert, mir die Nahrungsmittel in einem, zugegeben sehr angenehmen Ambiente zu kaufen, anstatt es mir in einem engen Gang aus einem lieblos befüllten Regal zu nehmen.

Mich hat das ziemlich umgehauen. Vor dem Hintergrund, daß der größte Arbeitgeber der Region Kurzarbeit angeordnet hat, war das ziemlich erstaunlich. Ich habe auch eine Mutter getroffen, die eine fünfköpfige Kinderschar zu versorgen hat. Auch ihr Einkaufswagen war voll... Sind wir Deutsche so?

Euer So isses

3 Kommentare 5.3.09 16:52, kommentieren

High noon?

Heute stand mein, Moment ich muss nachzählen..., 4. Gespräch wegen einem Job bei der Firma an. Diesmal in München. Da die Autobahn nach München rein morgens völlig unberechenbar ist, bin ich frühzeitig losgefahren. Da der Verkehr reibungslos floss, war ich etwa eine halbe Stunde zu früh am Hotel. Das heutige Gespräch kam unter etwas ungewöhnlichen Umständen zustande. Den Job, auf den ich mich ursprünglich beworben hatte, gab man mir nicht. Aber dafür bot man mir einen anderen Job an, da man mich im Unternehmen haben möchte

Da ich noch etwas Zeit hatte, rief ich meinen Bruder an. Er hatte letzte Woche ein erstes Date mit seinem Schwarm und ich wollte wissen, wie es gelaufen ist. Er erzählte mir, daß sie sich heute wiedersehen und sie ihn am Nachmittag in seiner Studentenbude besuchen kommt. Er fragte mich, ob er heute versuchen sollte sie zu küssen. Dazu muss man wissen, daß mein Bruder etwa 15 jahre jünger als ich und ziemlich schüchtern ist. Aber er ist ein großartiger Typ, sieht gut aus, macht sich aber viel zu viele Gedanken bei den Frauen Also gab ich ihm ein paar Tipps und wünschte ihm viel Erfolg. Meistens ist es so, daß ich ihn besuchen komme und wir dann gemeinsam losziehen. Ich quatsche die Frauen an und lenke dann die Aufmerksamkeit auf ihn. Das klappt ziemlich gut, nur er "versemmelt" es doch ziemlich oft. Aber: Übung macht den Meister

Mein Gesprächspartner im Hotel, der dann, im Falle des Falles, mein Chef wäre, war ein sehr direkter Typ. Soetwas mag ich. Ich finde es gut, wenn man weiss woran man ist und nicht solange rumgeeiert wird. Die Direktheit tut zwar im ersten Moment vielleicht etwas mehr weh, aber sie vermeidet Mißverständnisse und man kommt schneller auf den Punkt und kann weiterarbeiten. Das Gespräch dauerte etwa 90 Minuten und wir checkten uns gegenseitig ab. Der Verlauf des Gesprächs war eher ungewöhnlich, aber auch sehr fruchtbar. Ich habe jetzt eine ziemlich konkrete Vorstellung davon was mich erwarten würde.

 Als Feedback bekam ich die Aussage, daß er das Gespräch als gut empfunden hat und ich nächste Woche abschließend bescheid bekomme. Jetzt gilt es! Gegenüber dem Job, auf denn ich mich ursprünglich beworben hatte, würde ich jetzt regional viel näher an meinem Wohnort arbeiten und weniger auswärts übernachten müssen. Das kommt natürlich der Familie entgegen

Nachmittags war ich dann in einem Computerladen, der Apple-Rechner vertreibt. Ich habe beschlossen, daß ich mich, falls es mit dem Job klappt, mit einem MacBook und dem externen 24" Monitor belohnen werde. Das ist einfach ein geiles Teil!!! Das Geld dafür habe ich mit meinem Nebenjob schon verdient...

Euch allen ein schönes Wochenende!

Euer So isses

1 Kommentar 6.3.09 19:44, kommentieren

Sentimental

Die 5 Minuten, an denen heute die Sonne geschienen hat, habe ich für einen Spaziergang im Garten genutzt. Seit vor einer Woche der Schnee weggeschmolzen ist, stecken überall die Frühlingsblüher ihre Köpfe aus dem Rasen. Im Herbst habe ich mit meinen Kindern rund 500 Blumenzwiebeln gepflanzt. Neben den üblichen Narzissen und Tulpen auch Krokusse, Trubenhyazinthen, Hyazinthen, Schneeglöckchen (Okay, das sind keine Zwiebeln, sondern Knollen...), etc.

Das Eingraben war eine ziemliche Plackerei, weil wir einen ziemlich schlechten, stark verdichteten Boden haben. Durch den hohen Lehmanteil kommt man kaum mit dem Spaten in die Erde. Aber wir geben nicht auf Auf jeden Fall genieße ich jetzt die Vorfreude auf die Blütenpracht in den nächsten Wochen!!! Zwar habe ich mir die meisten Stellen merken können, aber ich stoße immer wieder auf keimende Zwiebeln, wo ich sie nicht erwartet habe. Die Schneeglöckchen erfreuen uns ja schon seit ein paar Wochen. Leider sind es etwas wenige. Mehr als 5 oder 6 an einer Stelle haben es nicht geschafft. Aber sie werden in den nächsten Jahren Nester bilden.

Meine Kinder ließen sich von meiner Vorfreude anstecken und wir durchkämmten den Garten gemeinsam nach den Frühlingsboten. Jedesmal wenn wieder was gefunden wurde, ließen die Kinder einen lauten Schrei los! Ich genieße die Begeisterung meiner Kinder für die Natur.

Euch einen guten Start in die Woche!!!

Euer So isses

3 Kommentare 8.3.09 21:38, kommentieren

Hin- und Hergerissen

Die letzten Tage haben eine gewisse Unruhe bei mir verursacht. Am Montag hatte ich ein Gespräch mit einem früheren Kollegen. Der bat mich vor 2 Wochen, doch mal meine Bewerbungsunterlagen reinzuschicken, da sie Bedarf haben und ja von mir wissen, was ich kann. Aber zum Job konnte/durfte er mir noch keine Auskunft geben. Am Montag habe ich dann mehr erfahren. Sehr spannend! Allerdings wäre der Job verbunden mit einem Umzug nach Nordrhein-Westfalen. Außerdem wird er nicht zum 1.4. neu besetzt, sondern wohl erst im Sommer. Aber zum 1.4. wäre ich nach heutigem Stand dann arbeitslos.

Von meinem Gespräch am Freitag habe ich noch keine Rückmeldung bekommen. Ehrlich gesagt, bin ich bei dem Angebot auch nicht zu 100% mit dem Herzen dabei. Ich baue einfach lieber etwas neu auf, als mich ins gemachte Nest zu setzen. Nur kann ich in meiner jetzigen Situation nicht sehr wählerisch sein.

Gestern war ich auf einer "Roadshow" von verschiedenen Versicherungsgesellschaften, die ihre neuen Produktlösungen vorgestellt haben. Ich bin ja nebenher in der Branche tätig und überlege natürlich auch, das zum Hauptberuf zu machen. Die gestrige Veranstaltung hat mich ziemlich motiviert, die Nebentätigkeit nicht aus dem Auge zu verlieren. Auf der Rückfahrt von der Veranstaltung habe ich einen kleinen "Businessplan" entworfen und werde nun das Geld, daß ich dieses Jahr verdient habe, in meine "Firma" investieren. Und zwar egal, ob das mit dem Job was wird oder nicht.

Ich habe den Eindruck, daß ich mich langsam selbst in die Situation manövriere, die Selbständigkeit als ernsthafte Option anzusehen. Da ich (noch) keinen finanziellen Druck habe, kann der Aufbau zwar konsequent, aber auch behutsam geschehen. Ich muss keine "schnellen Erfolge" erzielen um die Miete zahlen zu können. Als unabhängiger (Im Sinne von: An keine Gesellschaft gebunden. Auch nicht an einen Vertrieb à là DVAG, MLP, AWD, u.ä.) Vermittler stehen die Chancen gut.

Mit Spannung habe ich auch gestern die Ausführungen unserer Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner verfolgt. Sie fordert u.a. eine Beratungsdokumentation bei der Bankberatung, um damit die Kunden zu stärken. Das kann ich nur ausdrücklich begrüßen! In der Versicherungsvermittlung ist es ja bereits Gesetz und ich dokumentiere meine Kundengespräch seit über 10 Jahren...

Geschockt bin ich von dem heutigen Amoklauf an einer Realschule. Ich habe selbst 3 schulpflichtige Kinder und solche Ereignisse nehmen mich immer sehr mit. Mir tun die Betroffenen unendlich leid...

Euer So isses

1 Kommentar 11.3.09 12:23, kommentieren

Land unter

Heute, gegen 11:30 Uhr kam der ersehnte Anruf. Die Personalberaterin, über deren Firma mein "Bewerbungsmarathon" lief, teile mir mit, daß ich den Job NICHT bekomme. Allerdings würde sie mir nur die schlechte Botschaft übermitteln, aber könne mir keinen Grund nennen, da ihr selbst keiner bekannt sei. Ihr wurde lediglich mitgetelt, daß meine Bewerbung "nicht weiterverfolgt werden würde".

Das saß. Es wäre übertrieben zu behaupten, wir wäre "anders" geworden. Aber die Entäuschung war schon sehr groß. Jetzt habe ich, dank eines guten Anwalts und meiner Rechtsschutzversicherung, meinen Rauswurf um 4 Monate herauszögern können, ohne daß ich auch nur einen Schritt weitergekommen wäre. Das ist schon wirklich frustrierend. Wenn nicht ein kleines Wunder geschieht, dann ist die Arbeitslosigkeit zum 1.4. fix. Jetzt könnte ich mir natürlich ziemlich leid tun und würde bestimmt auch jemanden finden, dem ich dafür die Schuld in die Schuhe schieben könnte. Aber das bringt mich auch nicht voran.

Ich werde jetzt zweigleisig fahren. Natürlich werde ich weiterhin intensiv nach geeigneten Stellen suchen. Aber ich werde mich auch beim Arbeitsamt erkundigen, wie die Unterstützung bei der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist. Soweit mir bekannt ist, kann man, statt dem Arbeitslosengeld, den Betrag als Unterstützung erhalten. Die würde genauso lange gewährt werden wie das Arbeitslosengeld 1, also 12 Monate.

Da meine Frau seit 3 Wochen wieder halbtags arbeitet, wären die finanziellen Rahmenbedingungen einigermaßen erträglich. Und ein paar Rücklagen haben wir auch, sodaß ich auch ein wenig Kapital für Investitionen habe. Morgen werde ich mir einen Beratungstermin beim Arbeitsamt geben lassen. Außerdem habe ich nächste Wochen einen Termin mit einer Expertin für Existenzgründungen in München.

Diejenigen, denen ich für's "Daumendrücken" ein Eis zugesagt habe, gehen dann zwar leer aus, aber falls die Selbständigkeit erfolgreich verläuft, spendiere ich die doppelte Portion!!!

Der Amoklauf gestern war natürlich in der Familie gestern und heute Gesprächsthema. Als Eltern möchte man ja gerne das "Böse" dieser Welt von seinen Kindern fernhalten. Aber ich finde es sehr wichtig, gerade bei solchen Anlässen mit den Kindern zu sprechen und sie zu ihren Gedanken und Ängsten zu befragen und den Kindern die eigenen Gedanken mitzuteilen. Es fällt auch schwer sich einzugestehen, daß man sich und seine Lieben vor solchen Ereignissen nicht schützen kann...

Euer (etwas frustrierter) So isses

4 Kommentare 12.3.09 18:26, kommentieren

Neustart

Bevor die eigentliche Entscheidung bezüglich der Rahmenbedingungen gefallen ist, habe ich die Entscheidung vorweggenommen: Zum 1.4.09 werde ich die hauptberufliche Selbständigkeit starten! Die letzten zwei Tage waren davon geprägt, einen "Firmen-Laptop" zu kaufen, Beratungs- und Kundenverwaltungsprogramme zu sichten und auf Tauglichkeit hin zu prüfen, Termin beim Arbeitsamt wg. "Existentgründungszuschuß" zu vereinbaren, Informationen über das hiesige "Existenzgründerzentrum" zu beschaffen, usw.

Ich verfüge über ein Büro, da ich seit Jahren vom "Homeoffice" aus gearbeitet habe. Meine Frau hat jahrelange Berufserfahrung im Steuerbüro, dazu eine Ausbildung in der Finanzdienstleistungsbranche und Erfahrung in der Büroorganisation. Die meisten Exsistenzgründer haben wohl schlechtere Voraussetzungen... Außerdem haben wir keine Schulden. Das ist in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen! 

Die Unsicherheit ist momentan der Zuschuß vom Arbeitsamt. Eigentlich wird er, soweit mir bekannt ist, nur gewährt, wenn man 12 Monate lang vorher keine selbständige Tätigkeit ausgeübt hatte. Naja, leider wäre es keine Hilfe das Arbeitslosengeld zu nehmen, da es gegen meine Einkünfte verrechnet werden würde. Da hoffe ich auf eine tragfähige Lösung. Die Selbständigkeit übe ich ja schon seit rund 12 Jahren nebenher aus, ohne es jemals zu forcieren. Trotzdem ist es mit der Zeit gewachsen.

In den nächsten Tagen muss ich nun alles, was ich auf Papier habe, in mein Kundenverwaltungsprogramm übertragen. Außerdem werde ich die Kunden, die vor 10 Jahren mal etwas bei mir abgeschlossen haben, ich sie seit dem aber nicht mehr gesehen oder gesprochen habe, anrufen und Termine vereinbaren. Visitenkarten lasse ich jetzt auch machen. Ich kenne eine Grafikerin, die meine Kundin ist und mir einen Gefallen schuldet. Sie wird mir welche entwerfen und 500 Stück drucken lassen.

Kommende Woche steht dann ein Termin mit einer Expertin für Existenzgründungen an und ein Termin in Frankfurt mit einer Personalberaterin, die mich angesprochen hat. Zwar hat sie keinen Job für mich, findet mich aber ausgesprochen interessant und möchte mich unterbringen. Da ich ihr das schon vor Wochen zugesagt habe, nehme ich den Termin wahr, auch wenn es jetzt keine große Priorität mehr für mich hat. Wer weiss, wofür es gut ist?

Und einen erfolgreichen Kundentermin hatte ich gestern auch: Immerhin, wenn's durchgeht, 500.-€ eingenommen Außerdem bringt mich diese Kundin wahrscheinlich in ihre Firma, sodaß ich dort weitere Kunden gewinnen könnte. Ihr Chef wollte sowieso von mir seine Altersversorgung organisiert haben...

Obwohl die letzten Tage von Streß und großer Unruhe geprägt waren, konnte ich heute die warmen Sonnenstrahlen genießen und bin mit meinen Kindern wieder im Garten umhergepirscht, auf der Suche nach den Frühlingsblühern. Einige Krokusse haben es bereits geschafft und bilden bläuliche Inseln auf dem Rasen. Sie Schneeglöckchen halten sich wacker und die Narzissen kommen auch immer zahlreicher aus der Erde. Sogar Hyazinthen haben wir entdeckt!

Euch noch ein schönes Wochenende!

Euer So isses

6 Kommentare 14.3.09 15:06, kommentieren

Experte

Ich spüre so etwas wie ein Fieber. Nachdem ich letzte Woche die Entscheidung getroffen habe, mich künftig selbständig zu machen, "brodelt" es in mir. Auch nach ein paar Mal "drüber schlafen" ist mir noch kein guter Grund eingefallen, was dagegen spricht. Und ich kann endlich wieder aktiv werden! Nach der letzten Absage am Mittwoch letzter Woche für einen interessanten Job, musste jetzt einfach etwas passieren. Ich will einfach nicht mehr Bewerbungen schicken und dann dazu verdammt sein zu warten.

Da ich mich seit einigen Tagen intensiv mit der Existenzgründung beschäftige, habe ich mich zu einem kleinen Experten entwickelt. Und es sind Probleme aufgetaucht, mit denen ich nicht gerechnet habe. So kann ich meine Selbständigkeit nicht von zuhause aus machen, da das im Mietvertrag ausgeschlossen ist. Also brauche ich ein Büro.

Außerdem erhalte ich den "Existenzgründungszuschuß" vom Arbeitsamt nur, wenn ich eine Existenz "gründe". Nun habe ich ja seit Jahren nebenher meine Firma. Also werde ich die Firma aufgeben um sie einige Tage später wieder zu gründen. Nach dem Gesetz ist das möglich. Zudem darf ich nicht aus der Beschäftigung heraus (die am 31.3.09 endet) direkt in die Selbständigkeit, sondern muss arbeitslos sein. Also am 1.4. arbeitslos und am 2.4. den Existenzgründungszuschuß beantragen. Dann muss z.B. die IHK die Tragfähigkeit testieren und schon kann es losgehen!

Heute habe ich bereits einen Termin bei der IHK ausgemacht und einen weiteren beim Existenzgründerzentrum hier vor Ort. Jetzt muss ich einen "Businessplan" aufstellen, mir Gedanken über die Rechtsform der Firma machen. Für den Businessplan gibt es eine Software und eine Anleitung. Im Internet habe ich eine ganze Menge Musterpläne gefunden, die sich die Anbieter teuer bezahlen lassen. Davon nehme ich erst einmal Abstand. Zunächst lasse ich mich beraten.

Im Existenzgründerzentrum könnte ich auch günstig einen Raum anmieten und hätte Teeküche, Telefonanlage, Konferenzraum, Kopierer, etc. gleich dabei.

Es ist interessant, wie die Menschen in meinem Umfeld auf die geplante Unternehmensgründung reagieren. Zumeist ernte ich Zustimmung. Da ich im Finanzdienstleistungbereich arbeiten möchte, habe viele natürlich Vorbehalte. Gerade weil wir eine Finanzkrise haben. Aber ich sehe es so: Gerade jetzt, wo es schlecht läuft, überprüfen die Menschen ihr Budget für die Absicherung und Altersvorsorge. Dafür reicht es nicht aus, mal "Finanztest" zu lesen. Gerade heute kam im Radio, daß viele Menschen zuviele und unnötige Versicherungen haben und die Altersvorsorge trotzdem völlig falsch aufgebaut ist. Und genau hier setze ich an. Wenn die Menschen nicht jetzt bereit sind, ihre Sachen neu zu ordnen, wann dann?

Bevor hier der Verdacht entsteht, mein Geschäftsmodell wäre a là "Anhauen, Umhauen, Abhauen", möchte ich auf die Besonderheit hinweisen, daß ich keineswegs darauf angewiesen bin nur neue Abschlüsse zu tätigen. Ich kann zum Beispiel bestehende Verträge übernehmen. Die meisten haben doch bei 3 oder mehr Gesellschaften Verträge bestehen. Und damit auch 3 Ansprechpartner. Durch mich können die Verträge nun bestehen bleiben, aber es gibt nur noch mich als Ansprechpartner. Durch diese Bündelung kann eine Beratung besser gewährleistet werden, als wenn 3 Leute sich erst einmal einen Überblick verschaffen müssen, was sonst noch vorhanden ist. Als Versicherungsfachwirt habe ich auch die nötige Kompetenz, was sonst nicht immer so gegeben ist...

Da ich an keine Gesellschaft gebunden bin, kann ich zu den bestehenden Verträgen Alternativen aus einem großen Spektrum an bieten. Wir werden sehen, wie die Kunden es annehmen werden.

Für Nachahmer: Das Portal "Existenzgruender.de" ist ausgesprochen hilfreich!

Seit dem Amoklauf letzte Woche kann mein Sohn nicht mehr schlafen. Er kommt jede Nacht zu uns in's Ehebett. Er selbst hat dafür keine Erklärung, aber es könnte doch ein Zusammenhang bestehen.

Den sehr warmen Samstag habe ich sehr genossen. Die Natur steht kurz vor dem explodieren und ich freue mich sehr auf das Grün und die Blumen und Blüten, die uns erwarten!

Euer So isses

1 Kommentar 16.3.09 10:58, kommentieren

Rotation

So schön es ist, wieder etwas zu tun zu haben... Aber das Tempo, daß ich jetzt vorlege, ist ziemlich hoch und sehr anstrengend. Nachdem ich letzte Woche den Entschluß gefasst hatte mich selbständig zu machen, musste jetzt "Butter bei die Fische". Also brüte ich gerade über einem "Businessplan", den ich beim Arbeitsamt vorlegen muss.

Es wird also wie folgt kommen: Am 31.3. melde ich mein Nebengewerbe ab. Zu diesem Termin wird auch meine betriebsbedingte Kündigung wirksam. Am 1.4. bin ich arbeitslos und am 2.4. gründe ich meine neue Existenz und beantrage den "Existenzgründungszuschuß".

Heute war ich im hiesigen "Existenzgründerzentrum" und habe mich und meine Geschäftsidee dem Geschäftsführer dort vorgestellt. Nach 10 Minuten war er überzeugt und ich bekomme dort das einzige, noch freie Büro im Komplex. Den Mietvertrag habe ich schon in der Tasche...

Auf dem Arbeitsamt habe ich die Sache ausführlich mit meiner Beraterin besprochen und sie ist ebenfalls überzeugt von meiner Gründung. Außerdem war sie sehr angetan davon, daß ich sehr viel vorgearbeitet hatte. Ich habe evtl. sogar die Chance, alles für die Bewilligung des Existenzgründungszuschuß bereits diesen Monat fertig zu haben.

Zeitaufwändig ist vor allem der Businessplan. Der muss einigen Anforderungen genügen und anschließend von einer berufenen Stelle als tragfähig testiert werden. Dann muß das Arbeitsamt den Zuschuß gewähren. Wenn das klappt, dann muss ich der Firma in den ersten 9 Monaten kein Geld für mich entnehmen. Außerdem benötige ich keinen Kredit, denn die meisten Dinge wie PC, Fax, Laptop, Kopierer, Software, etc. habe ich bereits.

Meine Innenarchitektin wird mir helfen, aus dem Raum das Optimum herauszuholen. Von einer Messebaufrima bekomme ich eine Büroeinrichtung kostenlos überlassen. Übrigens alles schon Kunden von mir...

Das Wochenende gehört also dem Businessplan. Am Montag bin ich noch bei der IHK für ein Beratungsgespräch und dann kann ich erst einmal ein wenig durchschnaufen.

So sehr mir gerade der Kopf brummt, so sehr freue ich mich, daß es endlich nach vorne geht und ich wieder aktiv sein kann. Das Warten nach dem Abschicken einer Bewerbung hat nicht schon ziemlich genervt.

Ach ja: Gestern war ich noch in Frankfurt zu einem Gespräch mit einer Personalberatungsfirma, daß zwar interessant, aber weitgehend fruchtlos war. Allerdings interessiert sich die Mitarbeiterin für meine künftigen Dienste!

So, mein Businessplan ruft!

Euch einen schönen Einstieg in's Wochenende!!!

Euer So isses.

4 Kommentare 19.3.09 21:08, kommentieren

Was so geschah...

Seit ich vor 4 Monaten begonnen habe diesen Blog zu schreiben, hatte ich noch nie eine Pause von einer Woche. Das kann zweierlei bedeuten: Ich habe die Lust verloren, oder es ist viel los... Natürlich Letzteres...

Da ich ja beschlossen habe mich selbständig zu machen und wegen der drohenden Arbeitslosigkeit schon im April beginnen will, bin ich ziemlich am "rödeln". Mein "Businessplan" ist fast fertig. Er umfasst 13 Seiten und etliche Anhänge. Zum Beispiel muss ich auch meine privaten Einnahmen und Ausgaben aufführen um prüfen zu können, ob die Kalkulationen realistisch sind. Alleine daran sitzt man Stunden!

Mittlerweile habe ich den Mietvertrag für ein Büro im hiesigen Existenzgründerzentrum (EGZ), die Beratung im Arbeitsamt und bei der IHK hinter mir. Probleme gibt es mit der Telefonleitung. Der Anbieter im EGZ hat eine Tarif, der mich arm machen würde. Also brauche ich einen externen Anbieter (Wahrscheinlich Vodafone), der wiederum eine Leitung anmieten muss. Die wollen aber die Kosten nicht übernehmen. Jetzt ist unklar, ob es funktioniert, wenn ich die monatliche Leitungsmiete bezahle

Heute war ich mit einer Innenarchitektin vor Ort um zu sehen, was man aus dem Raum rausholen kann. Sie war etwas entsetzt, aber hat ein paar gute Ideen. Schließlich muss ich auf 22 qm meinen Schreibtisch, Schränke für Ordner, eine Sitzgruppe für 4 Personen und eine Ecke für Getränkekisten, Ersatzklamotten, etc. repräsentativ unterbringen.

Die Reaktionen in meinem Umfeld ist wirklich von: "Oh Gott!" bis zu "Echt klasse!". Es geht auch immer hin und her. Mal kommt ein Problem um die Ecke, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe, dann kommt wieder eine gute Nachricht. Meistens kommen aber gute Nachrichten. Und ich mache schon fleißig Geschäfte. Oft kleinere, die mir höchstens ein paar € im Jahr bringen, aber auch mal was größeres.

Als ich erfuhr, daß ich meine nebenberufliche Tätigkeit gar nicht aufgeben muss, sondern nur ummmelden auf eine hauptberufliche Tätigkeit, war ich ziemlich erleichtert. Meine Befürchtung war, daß ich die ganzen Zulassungen und Registrierungsnummern verliere und komplett neu beantragen muss. Das ist aber nicht der Fall und ich kann quasi einfach durcharbeiten! So macht das Spaß!

Morgen treffe ich mich mit einem, der schon länger dabei ist und wir wollen prüfen, ob ich bei ihm in den Unternehmensverbund eintreten werde. Dann kam heute ein Anruf von einem Investmentberater, der seinen Betrieb aufgeben will. Ich kenne ihn, denn er war früher mein Kunde. Sein Firmensitz ist etwas 40 Km von mir weg. Nächste Woche sitzen wir zusammen und ich schaue mir an, wie sein Kundenstamm ist, wie die Geschäfte laufen und was er verlangt. Vielleicht komme ich so viel schneller an einen vernünftigen Kundenbestand.

Mein größtes Problem ist momentan das richtige Kundenverwaltungsprogramm zu finden. Da gibt es stationäre und virtuelle, welche für 29,95€ und welche für 600.-€ pro Jahr oder welche für 45.-€ im Monat. Außerdem brauche ich ein unabhängiges Beratungs- und Analyseprogramm.

Mein Plan sieht vor, daß ich zum 1.1.2010 eine Halbtagskraft einstelle und im Herbst  2010 einen Auszubildenden. Ab 2011 brauche ich dann eine Vollzeitkraft. Aber ich merke auch, wie schwierig es ist soetwas zu kalkulieren. Als ich das erste Mal fertig war und die nächsten 3 Jahre in Excel eingetippt hatte, fiel mir auf, daß ich ja keinen Urlaub berücksichtig habe...

Fortsetzung folgt!

Euer So isses

5 Kommentare 25.3.09 21:54, kommentieren