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1. Tag

Die neue Woche hat begonnen. Jetzt bin ich seit 5 Wochen zuhause, weil mir 3 Tage vor Ende der Probezeit aus heiterem Himmel gekündigt wurde. Heute ist mein erster Tag als "Arbeitsloser". Fühlt sich irgendwie komisch an.

Wenn man morgens nicht mehr aufstehen MUSS, dann läuft man Gefahr sich mit der Zeit gehen zu lassen. Damit ist gemeint: Nicht mehr jeden Tag duschen und rasieren, nicht mehr so auf die Kleidung achten, Dinge auf Morgen verschieben, etc. Damit mir das nicht passiert, habe ich mir einen Tagesplan gemacht. Das heisst: In meinem "Sunbird"-Kalender (Tolle Alternative zu Outlook!!! Siehe: http://www.mozilla.org/projects/calendar ) habe ich alle Termine der nächsten Zeit eingetragen. Außerdem einen Plan für den nächsten Tag. Es gibt doch nichts schöneres, als etwas als "Erledigt" abhaken zu können.

Was stand heute bei mir an? Die Sachen von meinem Arbeitgeber packen und ihm zuschicken (Mitarbeiterausweis, Blackberry, etc.), Hemden waschen (Habe ja am Donnerstag ein Vorstellungsgespräch), Geburtstagskalender vervollständigen, Küche aufräumen (Montags ist meine Partnerin beim Fitneß ), 2 Bretter für die Küchenschränke zurechsägen und einbauen, mit dem Sohn Mathe üben, Weblog schreiben...

Okay, die Hemden sind noch in der Maschine. Aber den Rest habe ich erledigt!

Heute morgen waren neue Jobangebote bei Jobpilot.de. Eine Stelle hat mich wirklich interessiert. Die Bewerbung war um 9:30 Uhr schon raus.

Am Wochenende habe ich mich ziemlich geärgert. In der Welt am Sonntag (Habe ein kostenloses Probeabo) war ein Artikel über meinen Ex-Arbeitgeber und die Personalplanungfür 2009. Darin stand, daß es keine Entlassungen geben wird, sondern man möchte sogar Personal zubauen. Insbesondere im "hochqualifizierten Bereich" werden Leute gesucht. Als ich das gelesen habe, ist mir doch der Kamm geschwollen!

1.12.08 17:37, kommentieren

Neue Wendung?

Das ist wirklich nichts für schwache Nerven! Kaum hatte ich gestern den Blog geschrieben klingelte mein Handy. Bloß: Ich habe es nicht gehört. Als ich abends zufällig auf mein Handy sah, war ein Anruf auf der Mailbox. Blöd! Es war ausgerechnet eine Personalberatung, der ich meine Unterlagen geschickt hatte. Die wollten ein erstes Telefoninterview mit mit führen. Da ich mich auf eine Stelle bei einer Bank beworben hatte, waren da ein paar grundsätzliche Fragen zu klären. Also morgen in der Früh gleich anrufen.

Kaum hatte ich die Nachricht abgehört und saß mit der Familie beim Abendessen, klingelte wieder das Telefon und mein Anwalt war dran (Immerhin nach 19:00...) und wollte noch einige Details erfahren. Er ist nämlich auf ein Arbeitsgerichtsurteil gestoßen, das einem praktisch identischen Fall zugrunde liegt. Dadurch sieht er seine/unsere Verhandlungsposition stark verbessert. Praktischerweise ist das ein Urteil vom selben Landesarbeitsgericht, in dessen Zuständigkeit auch mein Fall gehört Na, da bin ich jetzt mal gespannt. Der Anwalt hat mir dann noch seine Taktik erläutert.

Heute in der Früh habe ich gleich bei der Personalberatung angerufen. Das Interview dauerte etwas länger als geplant. Die sehen mich als einen sehr geeigneten Kandidaten an. Allerdings fehlt mir die bankfachliche Ausbildung. Insbesondere mit Baufinanzierung und Kreditvergabe hatte ich noch nichts zu tun. Aber, da solche Prozesse in einer Bank ja in der Regel automatisiert sind, kann ich das schnell erlernen. Zugegeben: Der Job selbst ist nicht unbedingt das, was ich anstrebe. Allerdings gefällt mir daran, daß ich erstmals Personalverantwortung hätte. Immerhin würden 6 Bankberater auf mein Kommando hören.

Schwierig wurde es bei der Gehaltsfrage. Hier war mir klar, daß ich Abstriche machen müsste. Allerdings ging ich nicht zu sehr runter. Trotzdem bewegte sich das im gesteckten Rahmen der Bank. Ok. Der Wehrmutstropfen: Die Bank ist 80 Km von mir weg. Also: Entweder täglich pendeln, oder umziehen.

Da ich sowieso am Telefonieren war, habe ich gleich überall angerufen, wo ich mich in den letzten 5 Wochen beworben habe. Zumindest dort, wo meine Bewerbung länger als 3 Wochen her ist. Da kamen auch interessante Aussagen... Die eine Stelle wurde letzte Woche besetzt (Große, deutsche Bank), eine andere (Große, ausländische Versicherung) Position wurde im System nicht gefunden und wir verbrachten etwa 30 Minuten am Telefon bis ich gefunden war. Immerhin wurde meine Bewerbung weiter in die Fachabteilung gegeben. Doch "weil gerade Jahresschlussgeschäft ist, könnte es noch etwas dauern". Aber die Stelle soll wiederum "schnellstmöglich" besetzt werden.

Morgen früh habe ich einen telefonischen Termin mit der Geschäftsführer einer Investmentgesellschaft, bei der ich mich schon vorgestellt habe. Bin mal gespannt, ob ich in der nächsten Runde bin.

1 Kommentar 2.12.08 15:55, kommentieren

2 Schritte vor, einer zurück

Gestern habe ich geschrieben, daß meine Situation nichts für schwache Nerven ist (Neueinsteigern in meinen Blog empfehle ich, entweder mit einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Wein meine chronologischen Einträge der letzten 4 Wochen zu lesen). Das setzte sich heute fort.

Gestern hatte ich mit der Chefsekretärin einer Kapitalanlagegesellschaft vereinbart, daß ich heute um 9:15 Uhr ihren Chef ans Telefon bekomme. Dort hatte ich mich beworben und bereits ein erstes, recht positives Gespräch geführt. Also Punkt Viertel nach Neun angerufen. Aber: Der Geschäftsführer steckte im Taunus im Schnee fest. Ich vereinbarte mit der (wirklich netten!) Sekretärin, daß der Geschäftsführer mich im Laufe des Tages zurückruft.

Also lief ich den ganzen Vormittag mit dem Telefon in der Hand heraum. Kurz vor dem Mittagessen kam der Anruf. Ich erfuhr, daß der zweite Geschäftsführer (Der den Vertrieb verantwortet) schwer erkrankt ist und im Krankenhaus liegt. Daher ist das Thema "Neueinstellung" zunächst auf Eis.

Naja, morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer ausländischen Versicherung. Die suchen einen Vertriebsmanager für die Schlüsselkunden in Süddeutschland (Neudeutsch: Key Account Manager). Ich bin mir noch nicht ganz darüber im Klaren, ob ich den Job wirklich will. Es ist so ein Gefühl, daß mich zögern lässt. Egal. Ich werde mich reinhängen und versuchen zu überzeugen. Einen guten Eindruck zu hinterlassen hat schließlich noch nie geschadet .

2 Kommentare 3.12.08 17:37, kommentieren

Viel los heute!

Heute hatte ich mal richtig was zu tun. Morgens ging es zunächst zum Arbeitsamt. Dort musste ich meinen Antrag auf Arbeitslosengeld 1 abgeben. Gestern habe ich nochmal eine Stunde lang meine Unterlagen geprüft um sie komplett zu haben. Jeder, der eine leichte Allergie gegen Formulare und dem Behördendeutsch hat, bekommt sofort Probleme.

Meine "Sachbearbeiterin" auf "Antragsplatz 1" war eine sehr junge Frau, die im Sommer ihre Ausbildung erst beendet hat. Obwohl sie offenkundig ihre Materie beherrscht, war sie mir gegenüber sehr unsicher. Keine Ahnung warum. Auf jeden Fall waren die Unterlagen komplett. Lediglich die Tatsache, daß ich auch Unternehmer bin, irritierte sie und sie musste sich erst erkundigen. Aber nachdem ich handschriftich erklärt hatte, daß ich meine Arbeitskraft vollumfänglich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stelle und diese unternehmerische Tätigkeit bereits seit 11 Jahren ausübe, stand der Bewilligung nichts im Weg.

Das Arbeitslosengeld bedeutet für mich und meine Familie ein Minus von 1.400.-€ pro Monat. Auf die Frage, woher ich dann noch das Geld für die Fahrten zu den Bewerbungsgesprächen nehmen soll, erfuhr ich, daß es eine "freiwillige" Unterstützung gibt. Allerdings muss ich die VOR dem Termin beantragen. Super! Immerhin hatte ich schon 140.-€ an Zugfahrkarten ausgegeben . Für meinen Termin heute habe ich dann gleich den Antrag gestellt. Das Geld wird allerdings nur bezahlt, wenn Geld da ist. Denn es ist eben eine freiwillige Leistung. Das AlG1 wird zum Monatsletzten ausgezahlt. Damit bin ich 7 Wochen ohne Einkommen, da ich mein letztes Gehalt am 13.11. bekommen habe.

Widmen wir uns nun den (vermeintlich) erfreulicheren Dingen. Heute hatte ich ein Bewerbungsgespräch bei einer Versicherung. Die Herren waren zu zweit und es war eine sehr angenehme Atmosphäre. Zunächst fragten sie mich aus ("Wieviele Kundentermine muss ein erfolgreicher Vertriebsleiter pro Woche haben?", "Worin sind Sie schlecht?", "Wo sehen Sie sich in 6 Jahren?" ) und wollten näheres zu meinem Lebenslauf wissen. Dann stellten sie die Firma und die Position vor. Sie entpuppte sich als attraktiver als ich zunächst vermutet hatte. Allerdings bin ich etwas überqualifiziert.

Irgendwann, so nach einer Stunde, kamen wir dann auf das Gehalt zu sprechen. Hier wies ich auf meine Situation hin und gab mein bisheriges Gehalt preis. Aufgrund meiner besonderen Situation war ich bereit temporär um 10.000.-€ Jahresgehalt nach unten zu gehen. Daraufhin erklärten sie mir, daß die Position nochmals um 25.000.-€ p.a. tiefer dotiert ist. Allerdings "gäbe es ja da den Firmenwagen. Und jeder, der heute an die Tankstelle fährt weiss, was das bedeutet" . Naja, das ist wirklich kein Argument! Wenn ich beruflich 70.000 Km pro Jahr fahre, dann sind meine "kostenlosen" Privatkilometer ziemlich begrenzt.

Sie erklärten mir, daß der variable Anteil ja nach oben offen sei und ich damit ja gute Chancen habe mein Gehalt deutlich nach oben zu schrauben. Das würde bedeuten: Wenn ich im nächsten Jahr meine Vertriebsziele zu 170% erreiche, dann verdiene ich noch 10.000.-€ weniger als bei meinem letzten Job. Bei den "Nebenleistungen" gibt es auch noch ein paar kleine Haken. Wir sind so verblieben, daß wir morgen telefonieren und dann weitersehen. Auf jeden Fall haben sie mich für nächste Woche zu einem AC ("Assessment Center" = Auswahlverfahren) in ihr Haus eingeladen.

Und nun?

1 Kommentar 4.12.08 18:53, kommentieren

FAZIT (EWAL)

Was bedeutet "EWAL"? Antwort: Erste Woche ArbeitsLosigkeit. Hand auf's Herz: Wer hat's erraten?

Okay, hier also mein Wochenfazit: Ich habe es geschafft, täglich meine Fitnessübungen eine Stunde lang zu machen. Außerdem ist ein einigermaßen geregelter Tagesablauf vorhanden. Ich lasse mich nicht unterkriegen! Arbeitslosengeld ist beantragt und bewilligt. Mein monatliches Einkommen reduziert sich dadurch um über 1.000.-€. Das wirkt sich insbesondere auf die Altersvorsorge aus, da ich dafür kein Geld mehr habe. Alle Verträge wurden stillgelegt.

Der Arbeitsgerichtstermin wurde leider kurzfristig von dieser auf die nächste Woche verlegt. Dadurch weiss ich erst am 25.12. (wenn überhaupt...) ob ich Geld habe um meinen Kinder (3 Stück) Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Mein Anwalt ist sehr optinistisch. Nur davon kann ich leider NICHTS kaufen.

Ein Bewerbungsgespräch hatte ich in der Woche. Das lief sehr gut. Allerdings würde ich brutto etwa 1/3 weniger bekommen wie bei meiner letzten Stelle. Will ich das? Heute habe ich nochmal mit der Firma, bzw. meinem Chef in spe telefoniert. Er hat mir bestätigt, daß ich einen sehr guten Eindruck hinterlassen habe. Er will unbedingt, daß ich nächste Woche nach Köln komme um an einem "Assessment Center" teilzunehmen. Neben mir gibt es noch 2 Kandidaten.

Ich habe dann heute Vormittag zugesagt. Danach bekam ich eine Aufgabe gestellt, auf die ich mich vorbereiten muss. Es handelt sich um eine Präsentation die ich halten muss. Dann erwarten mich noch 2 weitere Aufgaben, die aber nicht verraten werden. So werde ich also am Dienstag nach Köln fahren. Die haben ein Hotel für mich gebucht, damit ich am Mittwoch in der Früh ausgeruht anfangen kann. Letztendlich ist es eine gute Erfahrung für mich. Sorgen mache ich mir keine. Schließlich weiss ich was ich kann! Außerdem habe ich zumindest die Chance mich im Gedächtnis der Leute einzugraben. Eventuell haben die ja später einmal etwas Adäquates für mich. So habe ich vor rund 10 Jahren schon mal ein tolles Jobangebot bekommen.

Dann hatte ich diese Woche noch ein Gespräch mit einem Geschäftsführer, bei dem ich mich schon vor 2 Wochen vorgestellt hatte. Leider ist der zweite Geschäftsführer erkrankt und daher gibt es da auch nichts Neues.

Schließlich habe ich noch alle offenen Bewerbungen nachtelefoniert. Eine Stelle war schon vergeben. Heute wollte mich eigentlich noch ein Personalberater anrufen. Er wollte bei einer Bewerbung von mir noch ein Detail mit dem Auftraggeber klären. Aber der Anruf kommt heute wohl auch nicht mehr...

Ich bin frustriert, weil nichts richtig vorwärts geht.

2 Kommentare 5.12.08 17:03, kommentieren

Präsentation

Viel von dem, was ich mir für das Wochenende vorgenommen hatte, habe ich auch erledigt. "Schuld" daran war überwiegend, daß alle Kinder erkältet sind. Außerdem hat meine Frau beschlossen das Haus zu putzen. Da am Montag Sperrmüll ist, musste ich natürlich auch "ran".

Trotzdem war es ein schönes Adventswochenende. das Wohnzimmer ist etwas "wohnlicher" geworden, das Feuer im Kamin wärmt noch etwas schöner, das Räuchermännchen verströmt weihnachtliche Gerüche, ...

Samstag ist dann auch der Bescheid für das Arbeitslosengeld gekommen. Ich wusste ja, was drin steht. Trotzdem war das nochmal ein Moment der Ernüchterung als ich die klägliche Summe sah.

Mittlerweile haben wir die Wünsche der Kinder zu Weihnachten weitgehend an die Familie delegiert. Es ist schon blöd, wenn man nicht mal 20.-€ hat um der Tochter ein Paar heißgeliebte Stiefel unter den Weihnachtsbaum zu legen.

Die meiste Zeit verbrachte ich heute mit der Erstellung einer Präsentation, die ich am Mittwoch im Rahmen eines AC (Assessment Center) halten muss. Das ist eine von 3 Aufgaben, die ich zu absolvieren habe. Die anderen beiden bekomme ich erst vor Ort mitgeteilt. Üblicherweise sind das z.B. Verkaufs-/Reklamationsgespräche, Postkorbübung, Diskussion, u.ä. Das schreckt mich nicht.

Die Präse ist mir gut gelungen. Ich habe darauf geachtet möglichst wenig Text und viel Bildsprache zu verwenden. Schließlich will ich ja den Text nicht ablesen, sondern nur als Verstärker des Gesagten verwenden. Die meisten Präsentationen die ich erlebe sind grauenvoll! Obwohl (oder  weil?) in der Regel Fachleute vortragen, ist es in der dargebotenen Form oft nur schwer erträglich.

Neulich war ich Referent auf einer Roadshow. Die Anwesenden bekamen zwischen 9:30 und 14:00 (mit Mittagspause) 281 Folien von 6 verschiedenen Firmen zu sehen! Mein Anteil war mit 14 Folien unterdurchschnittlich. Die Teilnehmer haben es mir gedankt.

Zurück zu meiner Aufgabe: Ich habe rund 5 Stunden daran gesessen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Es zeigt auf 12 Folien das Nötigste, untermalt von aussagekräftigen Bilder. Dazwischen habe ich auch etwas zum Schmunzeln. Nachdem ich damit so viel Zeit verbracht habe, kenne ich sie jetzt auch so gut, daß ich sie problemlos halten kann. Meine Vorträge halte ich sowieso immer frei..

1 Kommentar 7.12.08 19:59, kommentieren

So geht's...

... im Leben! Ich komme gerade aus Köln von meinem Bewerbungsgespräch zurück. Es war ein sogenannter "Zweittermin" mit einem Assessment Center. Da ich bereits am Vorabend angereist bin, war der Start in den Tag nicht so stressig. Der potentielle neue Arbeitgeber hatte das Hotelzimmer reserviert. Obwohl es um 9:00 Uhr losging, stand ich gegen 6:00 Uhr auf. Nach der Rückengymnastik ließ ich mir das Frühstück schmecken und ging im Geiste noch einmal die Präsentation durch, die ich zu halten hatte. Das war ja die erste von drei zu bewältigenden Aufgaben.

Die erste Überraschung erlebte ich gleich nach meiner Ankunft. Einer der anderen beiden Kandidaten war ein ehemaliger Vertriebspartner. Ich war über 6 Jahre lang sein Ansprechpartner bei Kapitalanlagen! So klein ist die Welt

Wir kamen zu dritt in den Besprechungsraum und wurden von 8 Mitarbeitern der Gesellschaft freundlich empfangen. Jeder stellte sich kurz vor und uns wurde anschließend das Procedere erläutert. Ich hatte das Vergnügen bei den Übungen jeweils beginnen zu dürfen.

So begann ich mit meiner Präsentation und hatte das Gefühl es gut gemacht zu haben. Ich lag auch exakt in der Zeit. Danach verliess ich den Raum und die beiden anderen Kandidaten kamen an die Reihe. Bei der zweiten Übung ging es um ein Rollenspiel. Hier war die Aufgabe, einen potentiellen Vertriebspartner zu gewinnen. Auch das gelang mir recht gut. Schwierig ist in solchen Übungen ja, abzuschätze, worauf eigentlich genau Wert gelegt wird. Schließlich gibt es ja in jedem Vertrieb andere Schwerpunkte und Philosophien. Bei der letzten Übung sollte ich dann einen aufgebrachten und entäuschten Vertriebspartner davon abhalten seine Vereinbarung mit uns zu kündigen.

Hier bekam ich Probleme. Nicht, daß ich in der Vergangenheit damit nicht umgehen musste oder konnte. Im Gegenteil! Nur wurde mir mit einer derartigen Aggressivität begegnet, daß ich zunächst ziemlich perplex war. So eine Art und Weise ist mir in 13 Jahren Vertrieb auch noch nicht untergekommen. Mir ging es natürlich zunächst um Deeskalation. Wie auch immer. Hier habe ich offenkundig nicht gezeigt, was von mir erwartet wurde.

Der "unzufriedene Partner" wurde von einem der Mitarbeiter gespielt, mit denen ich auch mein Erstgespräch hatte. Im Nachgang zu diesem Gespräch hatte ich das Gefühl ihm unsympathisch zu sein. Obwohl ich das nicht konkretisieren könnte. Es war einfach das Gefühl. Bei dem Rollenspiel gewann ich den Eindruck, daß das hier mit hineinspielte. Aber vielleicht tue ich ihm auch Unrecht.

Auf jeden Fall kam dann eine Feedbackrunde mit Einzelgesprächen. Ich wurde um eine eigene Einschätzung gebeten. Danach teilte man mir die Noten mit, die man mir gegeben hatte. Hier kam ich auf eine "Gesamtnote" von 2,8. Außerdem bescheinigte man mir, daß ich mich als sehr symphatischer Bewerber präsentiert hätte. Allerdings werde man mir den Job nicht geben. Auf meine Nachfrage, was mir den konkret an Eigenschaften fehlen würde, bekam ich ausweichende Antworten. Und damit durfte ich gehen.

Da die Veranstaltung nicht so lange dauerte wie ursprünglich avisiert war, konnte ich zumindest 2 Stunden früher nach Hause fahren und mit meinen Kindern gemeinsam zu Abend essen.

Morgen ist der Arbeitgerichtstermin...

3 Kommentare 10.12.08 19:53, kommentieren

Nichts, was es nicht gibt!

Es sind gerade ereignisreiche Tage! Gestern die mißlungene Bewerbung über die ich ja bereits berichtet habe. Nachdem ich gestern meinen Blog geschrieben hatte, sah ich noch eine Mail von meinem Anwalt im Briefkasten. Es war eine Kopie vom Anwalt meines Ex-Arbeitgebers. Darin wurd aufgeführt, daß ich angeblich mißbräuchlich einen Mietwagen genutzt hätte. Außerdem würde ich mich nicht in das Team intergrieren. Und noch so ein paar Nettigkeiten.

Mir wurde erstmal schlecht. Das ist natürlich alles grober Unfug. Trotzdem hat mich das sehr wütend gemacht. Was soll das? Dabei hat mir mein Arbeitgeber im Arbeitsnachweis für das Arbeitsamt bestätigt, daß KEIN vertragswidriges Verhalten zur Kündigung geführt habe!

Ich schlief schlecht. Heute habe ich dann mit meinem Anwalt telefoniert, weil ja nachmittags die Verhandlung sein sollte. Er beruhigte mich und erklärte, daß sei üblich und diene dazu, vor Gericht "Stimmung" zu machen. Außerdem ist das juristisch völlig irrelevant. Wir stimmten nochmal die Richtung ab, in die mein Anwalt gehen sollte. Er meinte auch, daß mein Fall ein "sehr interessanter und ungewöhnlicher Fall" sein. Schön, aber meine Miete kann ich davon nicht bezahlen.

Eben hatte ich dann das Ergebnis der Verhandlung (bzw. dem Gütetermin) bekommen. Die Gegenseite (Also mein Arbeitgeber) ist nicht zu einem Deal bereit. Außer, ich würde die "normale" Abfindungsregel akzeptieren. In der Summe wäre dann von ca. 1.600.-€ brutto die Rede. Das war jedoch für meinen Anwalt völlig inakzeptabel. So kommt es nun im April zur ersten Verhandlung.

Damit ist mein Status als "Arbeitsloser" seit 1.12. fix. Jetzt hoffe ich nur, daß ich bald einen vernünftigen Job finde. Und ich irgendwo was Hübsches zu Weihnachten für meine Kinder bekomme...

2 Kommentare 11.12.08 18:34, kommentieren

Post vom Gericht

Eigentlich ist alles klar: Seit dem Gütetermin vor Gericht am letzten Donnerstag, bei dem es keine gütliche Einigung gab, bin ich seit dem 1.12.08 arbeitslos. Zwischenzeitliche Bemühungen um einen neuen Job sind nicht von Erfolg gekrönt worden. Zumal es in Zeiten der Finanzkrise in der Finanzbranche selbst praktisch keine adäquaten Jobs gibt.

Heute kam dann ein Brief vom Gericht. Obwohl ich ein "Unbescholtener Bürger" bin, beschleunigt sich der Puls dann doch immer etwas. Aber es war nur die Vorladung für die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht München im April. Zum Glück habe ich eine Rechtsschutzversicherung, die die Verfahrenskosten und den Anwalt bezahlt. Ich musste etwas schmunzeln als ich den Satz las, daß ein Ordnungsgeld bis 1.000.-€ gegen mich festgesetzt werden kann, falls ich nicht käme.   Naja, warum sollte ich nicht kommen? Schließlich geht es ja um mein Geld!!!

Die ganze Zeit über hat mich die Unklarheit genervt. Nun ist das weg, auch wenn es zunächst die schlechteste aller Möglichkeiten für mich bedeutet. Aber darin liegt auch die Hoffnung: Schlechter kann es nicht werden. Jetzt kann ich nur noch gewinnen! Für den Fall, daß es bei Arbeitsgericht positiv für mich ausgeht, dann steht mir eine ordentliche, fünfstellige Summe zu. Je länger die Sache dauert, um so mehr Geld würde ich erhalten. Okay, natürlich wäre es mir lieber, ich hätte die Arbeitsstelle nicht verloren und könnte jetzt meinem Job nachgehen.

Wenn sich in der nächsten Woche nichts tut, dann dürfte das Jahr für mich gelaufen sein (Jobmäßig).

Allen meinen fleißigen Lesern, Freunden und besonders den Schreibern der lieben Kommentare wünsche ich einen wunderbaren 3. Advent!

2 Kommentare 13.12.08 15:57, kommentieren

Brot backen

In Sachen "Neuer Job" wird sich in diesem Monat sicherlich nichts mehr tun. In den Online-Jobbörsen werden momentan kaum neue Stellen eingestellt. Halt! Doch! Heute kam von meinem Anwalt das Protokoll des Gütetermins letzte Woche. Als Nicht-Jurist verstehe ich aber nur die Hälfte. Morgen habe ich einen Termin mit dem Anwalt und dann verstehe ich es wohl besser.

Damit es meiner geneigten Leserschaft nicht zu langweilig wird, möchte ich Euch heute in ein kürzlich von mir entdecktes Geheimnis einweihen...

Seit etwa einem Jahr backe ich unser Brot selbst. Okay, es klingt hochtrabender als es ist. Ich habe uns einen Brotback-Automaten gekauft. Marke "Unold". Damit kommt wirklich jeder zurecht und ich kann das Teil nur empfehlen. Leider bin ich mit den Broten selbst nicht ganz zufrieden. Mittlerweile habe ich ca. 20 verschiedene Brotbackmischungen versucht. Bei zweien passt das Ergebnis. Bei allen anderen wird das Brot immer zu locker, weil es zusehr "geht". Das ärgert mich jedesmal. Verschiedene Versuche mit weniger Wasser (auch kaltem/warmen Wasser) haben nur bescheidene Fortschritte gebracht. Aber jetzt habe ich den Dreh raus!

Meistens sind die Backmischungen 1.000g Packungen für 2 Brote. Ich mache jetzt daraus 3 Brote! Also nehme ich nur 330 g für ein Brot und analog weniger Wasser. Wobei ich beim Wasser nochmal etwa 10% reduziere. Das Ergebnis bei praktisch allen Mischungen waren jetzt kompakte Brote, die auch erheblich besser schmecken als nach dem Originalrezept. Ausprobieren!!!

 Einen guten Wochenstart wünsche ich Euch!

2 Kommentare 15.12.08 18:10, kommentieren

Doch noch?

Jetzt habe ich ja nun wirklich viel Zeit um über meine Situation (Für die Neueinsteiger: Habe zum 1.12. meinen Job verloren. Siehe hinten) nachzudenken. Gestern schrieb ich, daß sich wohl nichts mehr im alten Jahr tut. Heute habe ich allerdings gleich 4 Bewerbungen geschrieben! Davon eine wirklich interessante Stelle. Witzigerweise hatte ich mit dem Unternehmen bereits vor ein paar Wochen Kontakt. Nur hatten die damals noch nicht für mich. Das sieht jetzt anders aus.

Ansonsten war es heute recht frustrierend. Ich habe mal wieder alle offenen Bewerbungen nachtelefoniert. Alle haben mich vertröstet auf Anfang Januar. Die beste Aussage war: "Sie warten erst seit 7 Wochen auf eine Antwort? Das ist für uns noch ganz ok!" (Großer, deutscher Automobilkonzern).

Dann rief mich heute ein Ex-Kollege aus der Firma an, die mich rausgeschmissen hat. Ein wirklich lieber Kerl. Er erzählte mir die neuesten Entwicklungen und beschrieb, daß ihm jetzt auch nicht mehr so ganz wohl sei. Mittlerweile ist die Umstrukturierung weiter vorangekommen und ihm gefällt nicht, was ihm vorgestellt wurde.

Morgen treffe ich mich mit meinem Anwalt um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Verhandlung ist ja erst im April. Ich hoffe, er hat seine optimistische Einschätzung behalten.

Auf meinen Tip für's Brotbacken gestern habe ich nette Mails bekommen Nein, eine "Hausfrauenkolumne" wird das hier nicht. Auch eine Umschulung zum Bäcker habe ich noch nicht in's Auge gefasst. Aber eure Reaktionen ermutigen mich, gelegentlich mal etwas ausserhalb des Themas "Meine Arbeitslosigkeit und Ich" zu schreiben.

Euch wünsche ich schöne Stunden!!!

16.12.08 17:14, kommentieren

Kabarettist?

Irgendwann gestern ist mir der Gedanke gekommen mein Geld küftig als Kabarettist zu verdienen. Wie ich darauf gekommen bin? Keine Ahnung! Irgendwie, ich glaube beim Autofahren, kam der Gedanke, als ich in Bayern 3 ein Interview mit einem Comedian hörte. Ich bin ja ein großer Fan von Bruno Jonas. Außerdem liebe ich Monika Gruber, Django Asül, Michael Altinger, Günter Grünwald und diverse Andere. Gerade hier in Bayern gibt es ja eine Vielzahl guter Kabarettisten.

Ich lege großen Wert darauf, daß ich Kabarett mag und mich nur sehr selten mit Comedy anfreunden kann. Michael Mittermaier kam letztens auf Pro7. Das war unterirdisch schlecht! Hingegen der Jahresrückblick von Urban Priol im Bayerischen 3. Programm (Nicht: "Die Anstalt"!) war herrlich!

Also: Irgendwie schlich sich eben dieser Gedanke in meinen Kopf ein. Kabarettist? Warum nicht? Heute Vormittag setzte ich mich hin und schrieb einfach mal drauflos. Das ging irgendwie leicht. Ich konnte erste nach einer Stunde aufhören. Anschließend erklärte ich meiner Frau die Situation und spielte ihr das Ganze gleich einmal vor...

Sie fiel zwar nicht gleich vor Lachen vom Stuhl, fand es aber doch gut. Wahrscheinlich ärgerte es sie, daß sie natürlich auch darin vorkam. Daran wird sie sich aber ab jetzt gewöhnen müssen . Vorhin spielte ich meine Geschichte auch noch meiner Schwägerin telefonisch vor. Sie fand es gut, nur etwas zu lang. Allerdings titulierte sie mich mit "Chauvinist"...

Warum eigentlich nicht? Vor Menschen auftreten ist für mich Tagesgeschäft. Als ausgebildeter Vertriebstrainer verstehe ich auch wenig davon, worauf zu achten ist, wenn man vor Menschen steht. Und wenn die Leute auch noch Geld dafür bezahlen? Bei Django Asül dauerte es (glaube ich) von seinem ersten Auftritt überhaupt bis zum ersten Fernsehauftritt genau 9 Monate. Und, er war in seinem früheren Leben: BANKER!!! Wenn das kein Zeichen ist!!!

Ich werde also jetzt jeden Tag etwas schreiben und hoffe, in ein paar Wochen ein Programm von etwa 30 Minuten zusammen zu haben. Dann schaue ich mich nach Möglichkeiten um, wo man auftreten kann. In Köln gibt es ja da wohl schon eine richtige Kneipenszene für Stand-up Comedy.

Eventuell werde ich dazu einen eigenen Blog machen und mal schauen, wie es Euch gefällt. Vielleicht seit gerade Ihr Zeugen der Geburt eines neuen Sterns am Deutschen Kabaretthimmel???

Ach ja, heute habe ich auch mit meinem Anwalt gesprochen. Im April ist ja Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Er schilderte mir den Verlauf der Verhandlung am Gütetermin letzte Woche. Anschließend klärte er mich über die Möglichkeiten auf, die ich jetzt habe und zu welchen Entscheidungen das Gericht kommen kann. Letztendlich riskiere ich maximal, daß ich eine Abfindung in Höhe von ca. 2.500.-€ (brutto!) nicht bekomme. Im besten Fall erhalte ich eine Abfindung in fünfstelliger Höhe. Allerdings kann das Verfahren auch noch 2 Jahre dauern...

6 Kommentare 17.12.08 21:35, kommentieren

Es wird ernst...

Ganz schön spannend, wie sich eine Idee verfestigen kann! Ja, ich werde es wirklich versuchen! In den nächsten Wochen möchte ich versuchen, ob ich das Zeug zum Kabarettisten habe. Zwei Dinge gaben den Ausschlag: Erstens wurde meine Idee (nach dem ersten Kopfschütteln) gut aufgenommen und meine ersten Entwürfe für, zumindest "nicht schlecht" befunden. Zweitens habe ich ein wenig im Internet recherchiert und habe schon einiges dazu gelernt. Besonders motiviert hat mich die Seite: http://www.lost-on-stage.de/. Unbedingt mal reinschauen! Für den Fall, daß Du zu Weihnachten eine Ansprache halten musst, wirst Du hier bestens bedient...

Tja, und dann ist es mir tatsächlich gelungen, Sponsoren zu finden, die an mich glauben und mir einen Comedy-Workshop bezahlen. Ich gehe zu John Hudson, der z.B. prominente Comedians wie Barbara Schöneberger, Martin Schneider, Janine Kunze, Mirco Nontschew, Hennes Bender trainiert. Es ist ein zweitägiger Workshop in Köln. Link: http://www.comedy-academy.de/

Anreise muss ich selbst zahlen, wohnen kann ich bei meiner Cousine und der Kurs wird gesponsort. Den ersten Fan habe ich auch schon: Meine Krankengymnastin. Sie besteht darauf, zu meiner Premiere eingeladen zu werden.

Da ich ja zur Zeit nicht so sehr ausgelastet bin, mache ich auch etwas für meinen Körper Heute war "Aqua-Jogging" angesagt. Okay, der zweitjüngste Teilnehmer hat einen Sohn in meinem Alter. Also konnte ich gut mithalten. Ich habe immer ein etwas mulmiges Gefühl, wenn so viele alte Menschen im Schwimmbecken sind. Mir kommt es manchmal so vor, als sei das Wasser am Ende vom Kurs wärmer als am Anfang...

Wie macht Ihr das: Gerade jetzt wird man beim einkaufen ständig angesprochen und soll etwas verköstigen oder ausprobieren und dann natürlich auch kaufen. Wie entzieht Ihr euch charmant? Heute habe ich mal etwas ganz Neues ausprobiert. Beim Lebensmittelgroßeinkauf wurde mir ein Cappuchino angeboten. Es handelte sich um eine frisch gebrühte Tasse aus einem Vollautomaten (Für NUR 699.-€. Einerseits hatte ich heute noch keinen Kaffee getrunken und richtig Lust auf einen Cappuchino, andererseits würde ich nie dieses Gerät kaufen. Also trank ich den (wirklich leckeren!) Cappuchino langsam und überhäufte die Dame am Stand mit Komplimenten. Wie toll sie das macht, so sicher im Umgang mit der Maschine, so fit trotz dem langen Stehen, etc... Sie fühlte sich derart geschmeichelt, daß sie ihr Verkaufsgespräch völlig vergaß

So, Ihr Lieben! Ich hoffe, ihr könnt die letzten Besorgungen und Basteleien streßfrei abschließen und ein wunderbares Vorweihnachtswochenende genießen!

3 Kommentare 19.12.08 14:24, kommentieren

Die 1. Vorstellung...

... wäre schon fast ausverkauft!

Natürlich erzähle ich jetzt überall herum, daß ich mir überlegt habe Kabarettist zu werden. Das dient zweierlei: Zunächst möchte ich die Meinung der Menschen hören, die mich kennen. Aber es erzeugt auch einen gewissen Druck, ohne den ich nicht richtig gut arbeiten kann.

Augenblicklich drehen sich meine Gedanken in erster Linie um die Bühnenfigur. Sie muss einprägsam, unverwechselbar, aber durch mich auch authentisch sein. Auch beim Outfit kann man mehr falsch als richtig machen. Eine Entscheidung habe ich schon getroffen. Es gibt ja viele Komiker, wie ständig in andere Rollen schlüpfen. Somit haben sie keine eigene. Ich werde das nicht machen, sondern mich auf eine einzige Rolle festlegen. Eventuell ist noch Platz für ein "Alter Ego". Das muss sich aber entwickeln. Schließlich kenne ich ja meine eigene Rolle noch nicht...

Natürlich werde ich mich weiterhin intensiv um einen "regulären" Job bemühen. Ich muss ja dem Arbeitsamt mindestens 8 Bewerbungen im Monat nachweisen. Sonst droht mir eine Kürzung des Arbeitslosengeldes. Aber die Aussichten sind ja äußerst bescheiden.

Da ich zeitlich nicht ganz ausgelastet bin, werde ich mich um eine ehrenamtliche Tätigkeit bemühen. Montag frage ich mal bei der Kirche nach, ob es etwas gibt, wo ich anderen helfen kann. Ich muss einfach raus und regelmäßige Termine haben. Sonst fällt mir die Decke auf den Kopf (und meiner Familie gehe ich teilweise schon sehr auf die Nerven).

Mein Plan sieht wie folgt aus: Sobald ich meine Texte für gut genug halte um sie zu publizieren, werde ich einen separaten Blog dazu eröffnen. Hier könnt Ihr dann eure Meinung kund tun und/oder mir mit eigenen Ideen helfen. Natürlich erhält jeder, der mich unterstützt hat, dann eine Einladung zur Premiere, bzw. zu einer Veranstaltung bei ihm vor Ort. Eventuell könnte ich durch eure Werbung dann auch Auftritte bekommen, etc. mal sehn. Aber zunächst muss ich ja in Vorlage treten und etwas auf die Beine stellen...

Okay, Ihr Lieben. Euch noch einen schönen Rest-Advent!

1 Kommentar 21.12.08 19:43, kommentieren

Ein Lichtlein...

Also, eines steht fest: Egal, worauf ich mich einrichte, es kommt irgendwie immer anders...

Gestern habe ich etwa 40 Emails mit Weihnachtsgrüßen an meine wichtigen, geschäftlichen Kontakte geschickt. Zwar habe ich keinen Job, aber, wenn ich wieder einen habe, dann wären sie wieder geschäftliche Kontakte. Wie auch immer: Ich habe also allen ein kurzes, nettes Mail geschickt. Natürlich auch an die Geschäftsführer, bei denen ich mich in den letzten Wochen vorgestellt hatte.

Bei der Stellensuche war es in den letzten 10 Tagen sehr ruhig. Neue Jobs wurden in den Stellenbörsen kaum eingestellt und Reaktionen auf meine Bewerbungen kamen auch keine mehr. Abgesehen von einem Mail einer Personalberatung mit Weihnachtsgrüßen.

Auf jeden Fall saß ich gestern an meinem PC und schrieb am Text für mein erstes Kabarett-Programm als mein Handy klingelte. Es war der Vertriebschef einer Investmentgesellschaft, bei der ich mich im November mal vorgestellt hatte. Da der Konzern in diesem Jahr bereits 2 Fusionen hinter sich hatte, waren die ein wenig gelähmt und es gab einen strikten Einstellungsstopp. Trotzdem fuhr ich hin, denn es ist nie verkehrt die Initiative zu ergreifen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Nun rief mich also der Vertriebschef an und bedankte sich für mein Weihnachts-email und er hätte sowieso vor gehabt mich noch vor Weihnachten anzurufen. Es hätte sich zwischenzeitlich doch einiges im Unternehmen getan und jetzt gäbe es die Möglichkeit eine Stelle für den Bereich Süddeutschland zu besetzen. Daher solle ich doch bitte im Januar nach Frankfurt kommen. Sein Chef möchte mich gerne kennenlernen. Yes!!!

Das war ein wirklich unverhoffter Anruf und er hat meine Laune deutlich verbessert! Wie sehr mich die Sache beschäftigt sieht man daran, daß ich heute Nacht von dem Vertriebschef geträumt habe. Im Traum war er bei mir zuhause, weil er gerne einmal mein Home-Office sehen möchte...

Gestern war ich beim Stadtjugendring und habe mal nachgefragt, ob sie mich als ehrenamtlichen Helfer brauchen könnten. Schließlich habe ich ja momentan eine Menge Zeit. Z.B. für Bewerbungstrainings, Beziehungs- oder Konfliktberatung (Ich war früher mal Vorstand in einem Verein für Straßensozialarbeit), o.ä. Allerdings haben die jetzt geschlossen und ich soll Anfang Januar nochmal anrufen.

Die Bestätigung für meinen Comedy-Workshop in Köln habe ich jetzt auch. Darauf freue ich mich tierisch!

Euch wünsche ich weitgehend streßfreie Stunden vor der Bescherung!

3 Kommentare 23.12.08 12:53, kommentieren

Wieviele...

"Sti hille Nacht..." "Eigentlich sollte man meinen, an Weihnachten sitzen alle bei ihrer Familie oder mit dem Partner vor dem Weihnachtsbaum und allen geht es gut. Wenn ich mir aber die Blogeinträge hier anschaue, dann scheint das nicht der Fall zu sein. Zum einen bloggen unheimlich viele, anstatt einen Weihnachtsbratenverdauungsspaziergang zu machen und zum anderen sind viele Einträge von Traurigkeit durchdrungen.

Ich war in meinem ganzen Leben einmal an Weihnachten alleine. Das war so gewollt, denn ich hatte die ganze Welt satt (Okay, war nicht in meiner jüngeren Vergangenheit...). Aber ich fühlte mich derart einsam, daß ich mir geschworen hatte, daß mir das nie mehr passieren wird. Danach habe ich mein Leben radikal geändert.

Es gibt wirklich sehr traurige Schicksale. Einer unserer engsten Freunde hat vor 2 Wochen die Nachricht erhalten, daß er Krebs hat. Ein Bekannter, den ich vor einem halben Jahr im Krankenhaus kennenlernte, hatte vor einem Jahr seine Frau durch Selbstmord verloren. Er war jetzt alleinerziehender Vater für eine 14-jährige Tochter. Wenige Tage vor Weihnachten erfuhr ich, daß sich vor kurzem auch seine Mutter umgebracht hat...

Aber diese Menschen nehmen ihr Schicksal in die Hand und versuchen, obwohl sie wirklich verzweifelt sind, aus der Situation das beste zu machen. Sie handeln. Und sie werden durch die kleinen Lichtblicke ermutigt nicht aufzugeben.

Andererseits erlebe ich es auch, wieviele es sich in ihrer "schlimmen" Situation bequem gemacht haben. Von ihnen höre und lese ich jedes Jahr das selbe. Das eigene Schicksal wird beklagt und nichts wird unternommen. Ja, sogar die Verantwortung für die eigene Situation wird oft anderen zugeschrieben.

Ich habe mich schon an anderer Stelle mal darüber ausgelassen, wie sehr es micht stört, daß niemand mehr Verantwortung übernehmen möchte. In meinem Leben habe ich auch schon einiges erlebt. Meine derzeitige Arbeitslosigkeit ist sicherlich nicht der Tiefpunkt, sondern eher ein unangenehmer Aspekt. Aber, wenn nicht ICH etwas unternehme, wer denn dann?

Meine Erfahrungen zeigen mir, daß sich einem bei eigener Initiative immer helfende Hände ausstrecken. Je mehr ich gebe, umso mehr erhalte ich.

Es liegt mir fern, hier eine Diskussion vom Zaun zu brechen oder über jemanden zu urteilen. Aber jeder, der hier sein persönliches Schicksal beklagt sollte wissen, daß es ungefähr 4.000.000.000 Menschen gibt, die diese Probleme gerne hätten...

Ich habe es mir vor Jahren zu eigen gemacht, daß ich morgens den Tag damit beginne mir klar zu machen, daß HEUTE ein guter Tag ist. Und zwar genau so lange, bis mir einer den Tag versaut. Soetwas passiert ca. 30 x pro Jahr. An diesen 30 Tagen überlege ich, ob derjenige, der mir den Tag versaut hat, ein berechtigtes Anliegen hatte, oder mich nur ärgern wollte. Letzteres geschieht etwa 5 x im Jahr. Aber, die Entscheidung sich zu ärgern, trifft man IMMER selbst! Niemand kann mich dazu zwingen mich zu ärgern...

Hoffentlich habe ich jemanden zum positiven Nachdenken anregen können

Liebe Grüße!

p.s.: HEUTE wurde tatsächlich eine überaus interessante Stelle bei Jobpilot.de eingestellt! Morgen schreibe ich gleich die Bewerbung

5 Kommentare 25.12.08 17:53, kommentieren

Einflüsterungen?

Seit zwei Nächten wache ich morgens um 5:00 Uhr auf und kann nicht wieder einschlafen. Jedesmal hatte ich vorher einen sehr intensiven Traum. Heute Morgen fielen mir dann einige (in meinen Augen) gute Texte und Themen für das Kabarett ein.

Allerdings muss ich noch lernen, soetwas gleich zu Papier zu bringen. Schon nach Stunden ist fast Alles wieder weg. Ich bin halt nicht der Jüngste . So hatte ich z.B. einen guten Text zu der neuen, bayerischen Sozialministerin Haderthauer, zur Verbraucherschutzmisisterin Ilse Aigner und Joschka Fischer.

Da Arbeitslosigkeit dazu führt, daß man sich über seinen weiteren Berufsweg Gedanken macht, prüfe ich natürlich auch meine Perspektiven. Nicht nur in meiner letzten, ausgeübten Tätigkeit (Senior Sales Manager), sodern auch in gänzlich andere Richtungen. Dadurch bin ich ja auch auf das Thema "Kabarett" gekommen. Jetzt prüfe ich die Option "Außenminister".

Ganz im Ernst! Ich habe heute recherchiert und bemerkenswerte Parallelen zwischen Joschka Fischer und mir bemerkt. Zunächst komme ich aus Frankfurt. Demonstriert habe ich auch schon. JF konnten ja Demonstrationen u.ä. gegen "Fahrpreiserhöhungen" anhand von Polizeifotos nachgewiesen werden. Okay, das war 1974. Da fuhr ich kostenlos mit Bus und Bahn. Kinder unter 6 Jahren...

Aber, einige Zeit später war ich auch an der "Startbahn West". Und, wenn ich mich ganz genau zurückerinnere, dann hatte ich bestimmt auch schon mal einen Stein in der Hand. Die Schule brach JF in der 10. Klasse ab. Ich warf in der 12. Klasse das Handtuch. Meine Jugend verbrachte ich im Frankfurter Westend und bewunderte die Hausbesetzer. Einmal war ich sogar in einem besetzten Haus drin! Ich konnte das Klo nicht finden...

JF flog 1971 bei der Adam Opel AG nach einem halben Jahr fristlos raus, weil er dort "Basisarbeit" betrieb. Merkt Ihr was??? Ich bin jetzt auch exakt nach einem halben Jahr geflogen!!!

Für mich steht fest: Ich werde Außenminister. Damit ist das weitere Vorgehen klar: Bei meinem Routinetermin beim Arbeitsamt beantrage ich eine berufliche Weiterbildung. Diese ist dann zu genehmigen, wenn die Voraussetzung für eine erfolgreiche Aufnahme einer Tätigkeit gegeben ist. Also mache ich jetzt meinen Taxischein!

Letztendlich kann ich als Außenminister auch mein kabarettistisches Wirken fortsetzen

Meinen Lesern vorsilvesterliche Grüße!

1 Kommentar 27.12.08 21:28, kommentieren