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Warum das Ganze?

Eigentlich ist es ja schon einige Zeit her, daß ich den Entschluß traf einen Blog zu schreiben. Aber, gerade habe ich Zeit und daher beginne ich HEUTE!

Vor einiger Zeit war Alles noch anders... Genau genommen war es vor 3 Wochen:

Ich bin viel unterwegs und gehöre zu den "Geschäftsreisenden". Mein Job bringt es mit sich, daß ich etwa 2-3 Nächte in der Woche in Hotels übernachten muß. Natürlich nur ab ****!

Jetzt begab es sich, daß ich im Rhein-Main-Gebiet nächtigen musste und, da mein Arbeitgeber vergessen hatte mir ein Zimmer zu reservieren, suchte via Internet eine Übernachtungsmöglichkeit. Ich wurde fündig bei einem ****-Hotel. Auf der Fahrt dorthin fuhr ich zweimal daran vorbei, da es ganz schlecht ausgeschildert war.

Als ich die Rezeption betrat, dämmerte mir schon, was mich erwartete. Zwar wurde ich nett begrüßt, aber das Zimmer war (um es höflich zu formulieren) äußerst bescheiden.

Ca. 2 auf 5 Meter, die Heizungsleitung rauschte (obwohl meine Heizung aus war), das Wasser in der Toilette rauschte auch unaufhaltsam. Das Telefon war defekt, die Klinke an der Türe zum Bad fiel ab und der Duschkopf war völlig verkalkt. Letzteres hatte zur Folge, daß der Wasserstahl durch die wenigen, offenen Löcher derart stark war, daß es einem die Haut vom Körper fräste (So ähnlich arbeitet ein Hochdruckreinigungsgerät...). Da ich hundemüde war und ich mitten in der Nacht erst ankam, versuchte ich (erfolglos) zu schlafen.

Am nächsten Morgen verzichtete ich auf das Frühstück und reklamierte das Zimmer. Ich war gespannt, wie das personal reagierte, denn ich musste ja noch eine Nacht bleiben...

Zumindest das vereinbarte Taxi stand pünktlich vor dem Hotel. Ich gab dem Fahrer mein Ziel an und er fuhr los. Es handelte sich um ein Schloß in einer mittelgroßen Stadt ca. 10 Km entfernt. Nach einigen Minuten fragte der (Indische) Fahrer, ob ich die genaue Straßenbezeichnung kennen würde. Ich verneinte das, fügte jedoch hinzu, daß es wohl kaum eine Ansammlung von Schlössern in der Stadt gäbe. Er telefonierte mit indischen Freunden/Kollegen (natürlich ohne Freisprecheinrichtung) und erkundigte sich nach dem Weg. Offenbar kannte niemand das Schloß! Der Fahrer wirkte nun etwas unsicher, weigerte sich aber hartnäckig in der Taxi-Zentrale mal nachzufragen. Irgendwann nötigte ich ihn, den Taxameter abzustellen, da ich nichtbereit war für eine Stadtrundfahrt zu bezahlen. Schließlich hielt er an einem großen Hotel und erkundigte sich an der Rezeption nach dem Weg. Wir fanden das Schloß...

 

 

 

 

1 Kommentar 3.11.08 12:12, kommentieren

Weiter im Text

Als ich abends in's Hotel zurückkam, da wusste die Empfangsdame schon bescheid. Ich hatte ein neues Zimmer. Auf die Frage, ob meine Sachen denn auch umgeräumt wurden, zuckte sie nur mit den Schultern. Jetzt hatte ich ein geräumiges DZ und auf dem Bett lag eine, nett verfasste Entschuldigung mit einem Lebkuchen...

Aber von meinen Sachen war nichts zu sehen. Also ging ich wieder runter und die Empfangsdame ging mit mir hoch und räumte die Sachen um. So gefällt es mir:

Platz, Ruhe und Alles fuktioniert!

An der Rezeption holte ich mir noch einen Tipp für's Abendessen und landete bei einem Italiener. Zugegeben: dort wäre ich niemals reingegangen! Aber: Das Essen war wirklich ausgezeichnet und mit einem Glas Chianti war dann die QWelt wieder in Ordnung. Na also! Geht doch!

1 Kommentar 4.11.08 16:19, kommentieren

Nicht vergessen!

Wir haben ja die Finanzkrise! Ich arbeite, wie schon gesagt, bei einem FDL (FinanzDienstLeister) im Vertrieb. Keine Sorge! Ich drehe keinen Omas Zertifikate an, die eigentlich ihr Geld auf's Sparbuch tun wollten ;-) Nein, ich stehe zu den Dingen, die wir vertreiben und bin völlig von deren Richtigkeit überzeugt! Genauso bin ich von meinem Arbeitgeber überzeugt, den ich hier aber aus dem Spiel lassen möchte.

Warum erkläre ich das? Nun, nachdem ich beschlossen hatte einen Blog zu schreiben, kamen die Dinge so richtig ins rollen. Aber doch anders, als ich es mir erträumt hatte...

Natürlich kann ich jetzt noch darüber berichten, wie einen die Deutsche Bahn abzockt: Ich hatte für die Fahrt in die Zentrale eine Bahnfahrt 1. Klasse gebucht und einen Sitzplatz reserviert. Da momentan ja bei den ICEs die Achsen überprüft werden, war abzusehen, daß die Plätze knapp werden. Nunja, es kam, wie es kommen musste: Der ICE war kein ICE, sondern ein IC und in der 1. Klasse standen die Reisenden schon auf dem Gang...

Die getätigten Reservierungen waren hinfällig. Ich musste also rund eine Stunde stehen, obwohl ich das wegen meiner Rückenprobleme eigentlich nicht sollte. Dann durfte ich Platz nehmen. Mein Sitznachbar erzählte mir, daß er sogar für diesen Ersatzzug einen Platz reserviert hatte und trotzdem keine Reservierungen durchgeführt worden waren. Na, Herr Mehdorn weiß, wie man die Bahn für die Börse fit macht... ;-)

 

1 Kommentar 4.11.08 17:23, kommentieren

Mal langsam...

... auf den Punkt kommen!

Also: Meinen Job habe ich am 1.Mai 2008 angetreten. Die Firma hat einen sehr guten Namen und die Position ist interessant und herausfordernd. Ich habe so gehofft, daß ich diese Stelle bekomme!

Nun hatte ich sie und legte los. Ich war keine 14 Tage im neuen Unternehmen, da erlitt ich einen Bandscheibenvorfall. Natürlich bekam ich jetzt etwas Panik, daß man mich in der Probezeit entlässt. Schließlich muß man in dieser Zeit ja keinen Kündigungsgrund angeben.

Aber nein! Mein Chef, die Kollegen und die oberste Führungsebene drückten mir die Daumen für eine baldige Genesung. "Gesundheit ist das Wichtigste!" hörte ich von überall her. Und tatsächlich: Ich bekam keine Kündigung, sondern alle waren froh, als ich wieder an Bord war. Na also! Ich bin wirklich in der richtigen Firma angekommen...

Im Sommer 2008 übernahm unsere Gesellschaft einen kleineren Mitbewerber, der zum 1.1.2009 bei uns intergriert werden soll. Ups! Natürlich wurden jetzt die Kollegen nervös. Ich auch. Schließlich ging meine Probezeit ja noch bis zum 31.10.2008. Aber außer ein paar Witzen hörten wir nichts über das Thema.

So konnten wir uns ganz auf die Finanzkrise konzentrieren und unsere Partner unterstützen, so gut es eben ging. Okay, die Zeiten sind lausig in der Branche und Kunden haben soviel Angst um ihr Geld, daß sie zeitweise den Banken die Türen wegen Goldmünzen einrannten. Trotzdem freuten sich die Vertriebspartner über die angebotene Unterstützung. Partnerschaft erweist sich eben in schwierigen Zeiten...

1 Kommentar 5.11.08 15:10, kommentieren

Partnerschaft

Wir fassen nochmal zusammen:

Seit 1.5.08 bin ich in der neuen Firma. Die Kollegen haben mich gut aufgenommen und mein Chef und der Chef darüber und der Geschäftsführer haben mich nach Kräften unterstützt. Frei nach dem Motto: "Fordern und Fördern".

Am ersten Arbeitstag saß ich nach genau einer Stunde schon im ersten Weiterbildungsseminar. Zum Glück war ein Kollege dabei, sonst hätte ich mich vermutlich gleich im Haus verlaufen. Als ich meinen Job begann, stand eine Flasche Champagner auf meinem Schreibtisch, verbunden mit einem Gruß aller Kollegen, die mich herzlich Willkommen hießen.

Als ich meine gesundheitlichen Probleme weitgehend überwunden hatte, war auch die Umstrukturierung und Neuverteilung der Aufgaben in der Abteilung abgeschlossen, sodaß ich richtig loslegen konnte. Mein Vorgehen war immer abgestimmt und ich suchte meine Kunden auf. Naja, "meine Kunden" ist etwas übertrieben. Die Partner, die wir im CRM-System haben. Die wenigsten haben auch tatsächlich Geschäft für uns geschrieben.

Die Gespräche liefen in der Regel sehr gut. Es fiel mir leicht schnell die persönliche Ebene bei den Partnern zu finden. Das ist im Vertrieb, zumindest meiner Meinung nach, das Entscheidende.

Im Oktober, mitten in der Finanzkrise, bekam ich dann endlich die Ergänzung zu meinem Arbeitsvertrag, mit dem ich offiziell vom Homeoffice aus arbeitete. Außerdem kamen weitere Vollmachten, der vorübergehende Firmenwagen (Die aktuelle Dienstwagenregelung wird überarbeitet), einen eigenen Firmenanschluß im Homeoffice, etc. Meine Probezeit neigte sich dem Ende entgegen (6 Monate, also bis 31.10.08).

Die oben erwähnte Flasche Champagner hatte ich mittlerweile kalt gestellt, um nach der Probezeit mit meiner Partnerin anzustoßen...

1 Kommentar 7.11.08 19:07, kommentieren

Partnerschaft?

Es war an einem Dienstag und ich war gerade auf dem Weg zu einer großen Veranstaltung eines Vertriebspartners, als mein Blackberry eine Nachricht verkündete: "Herr XY übernimmt als Geschäftsführer die Verantwortung für den Vertriebsbereich im zusammengeführten Unternehmen ab dem 1.1.09". Naja, es ist schon klar, daß Herr XY schon ab diesem Moment das Zepter schwingt und der jetzige Stelleninhaber alles mit seinem Nachfolger abstimmt.

Der Name XY sagte mir nichts, aber meinem Kollegen schwante etwas. Es sei angeblich der Ex-Chef unseres Chefs. Und der habe den Ruf eines "Schleifers" und "Knallharten Hundes". Naja, damit habe ich grundsätzlich kein Problem, da ich ordentlich arbeite. Ich war mäßig beunruhigt. Schließlich hatte ich ja nur noch 12 Tage meiner Probezeit zu überstehen.

Am selben Nachmittag kam eine Einladung zu einem Bereichsmeeting, in dessen Verlauf über die Neubesetzung informiert werden sollte. Unser "Noch"-Geschäftsführer machte zu meiner Überraschung keinen Hehl aus seiner Entäuschung über die getroffene Entscheidung und traf in der Runde die Aussage: "Po-Backen zusammenkneifen!". Was sollte das bitte schön bedeuten? Mein Chef war sichtlich blaß und wirkte mitgenommen. Unser neuer GF war sein alter Chef...

Am nächsten Morgen rief mich ein Kollege an, der einen Monat vor mir begonnen hatte (und dessen Probezeit damit rum war...). Er war besorgt, daß die neue Konstellation unsere Jobs bedrohen würde. Zumal er auch in der ehemaligen Firma des neuen GF gearbeitet hatte und befürchtete daraus Nachteile zu erleiden. Wir machten uns auch Sorgen um unseren Chef. Aber mehr, als uns gegenseitig zu versichern, daß alles gut gehen werden, blieb uns nicht...

 

8.11.08 20:21, kommentieren

Wir nähern uns dem Höhepunkt!

Fusionen, Umstrukturierungen und Neuausrichtungen habe ich in den 20 Jahren Berufsleben schon einige erlebt. Davon lasse ich mich nicht verrückt machen. Warum auch? Oftmals muss tatsächlich etwas verändert werden, damit es vernünftig weitergehen kann. Leider werden die Mitarbeiter oft nur unzureichend darauf vorbereitet. Das führt dann zu Problemen, weil die Menschen oft orientierungslos sind. Viele Verunsicherungen könnten vermieden werden, wenn die Mitarbeiter einbezogen würden. Aber das steht ja leider selten auf der Agenda der hochbezahlten "Externen Berater"...

Ein wesentliches Element der Mitarbeiterführung in unserer Firma sind die regelmäßigen "one on one's" (Neudeutsch für: Mitarbeitergespräch). Ich begrüße das sehr, denn hier kann man sicherstellen, daß eigene Leistungen dokumentiert und nicht im Laufe des Jahres vergessen werden. Schließlich steht ja ein Bonus auf dem Spiel...

Neulich Montag war ich mit meinem Chef beim Mittagessen. Auch das machen wir regelmäßig, um einfach mal über Dinge außerhalb des Jobs zu reden. Natürlich geht es auch um den Job, die Firma und den Markt. Ich machte einen Vorschlag für ein Vertriebsthema in 2009. Mein Chef war sehr angetan, zumal er sich selbst schon einmal mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte und großes Potential darin sieht. Allerdings muss es gründlich vorbereitet werden, da es kein Selbstläufer ist. Da muss richtig gearbeitet werden! Sein Vorschlag ging dahin, daß ich eine Vorarbeit leiste und die Idee dann im Team zur Diskussion stelle.

So etwas lasse ich mir ja nicht zweimal sagen. Noch am Montag (Nur noch 4 Tage Probezeit) begann ich mit der Entwicklung eines "Masterplans".

Beim Teammeeting am selben Tag hielt ich mich damit allerdings noch zurück, da eine "Aussprache" zu dem Wechseln in der Geschäftsleitung anstand. Wir beschlossen ein geplantes "Teamseminar" abzusagen, da wir sowieso keine Themen für 2009 erarbeiten können. Schließlich wissen wir ja nicht, wohin die Reise mit dem neuen Geschäftsführer gehen sollte.

 

1 Kommentar 9.11.08 21:16, kommentieren

Der Knaller!

Morgens (Dienstag) kam ich an meinen Schreibtisch und dort lagen Unterlagen meines Chefs zu meiner, gestern geäußerten, Idee für 2009. Er hatte mir nicht nur Unterlagen hingelegt, sondern auch noch per Mail einen Link für eine Homepage geschickt, auf der weitergehende Informationen zu dem Thema abgelegt waren. Prima, oder?

Da fühlt mal sich als Mitarbeiter richtig wohl! Für den späten Mittag war unser monatliches "one on one" vorgesehen. Kurz vorher bat mich mein Chef um Verständnis für eine Verschiebung um etwa 30 Minuten. Wegen der neuen Führung und der anstehenden Fusion war es nicht ungewöhnlich, daß Meetings öfter mal kurzfristig abgesagt oder verschoben wurden.

Dann kam ein Anruf meines Chef, ich möge doch bitte statt in den Meetingraum, in einen Raum in der Personalbateilung kommen. Auf dem Weg dorthin wurde mir richtig schlecht. Ich hatte ein beschissenes Gefühl. Andererseits: Was sollte passieren? Ich hatte mir nichts vorzuwerfen, und wenn etwas in der Luft lag, dann hätte ich es sicherlich erfahren.

Im Besprechungsraum saß mein Chef und ein Mitarbeiter der Personalabteilung. Ich betrat den Raum mit den Worten: "Das scheint ja etwas Ernstes zu sein."

Um es kurz zu machen: Mein Chef teilte mir (3 Tage vor Ende der Probezeit) mit, daß ich den "Anforderungen an die Stelle" nicht gewachsen sei und man mir daher fristgemäß in der Probezeit kündigt!

Als ob ich einen Schlag in den Magen bekommen hätte. Ich versuchte mich zu beruhigen und trank erst einmal einen Schluck Wasser. Auf weitere Nachfragen zu konkreten Gründen bekam ich nur ausweichende Antworten. Man teilte mir zudem mit, daß ich ab sofort freigestellt sei und jetzt meine Sachen packen solle. Den Laptop behielt man gleich ein. Den Wagen durfte ich noch bis Freitag behalten...


1 Kommentar 10.11.08 23:42, kommentieren

Und nun?

Freundlicherweise ließ man mir die Wahl, selbst zu kündigen. Das würde sich ja im Zeugnis besser machen (!). Ich fasse also zusammen: Ich bekam 3 Tage vor Ende der Probezeit eine Kündigung ausgesprochen und durfte freundlicherweise, bei Bedarf, selbst kündigen. Das Ganze mit einer äußerst schwammigen Formulierung. Nichts Konkretes. Keinen Fehler den man mir nannte. Nichts!

Im Nachhinein betrachtet war ich ziemlich gefasst. An meinem Schreibtisch angekommen packte ich meine persönlichen Sachen zusammen. Im Nachhinein fallen mir die Bilder im Fernseher von den Mitarbeitern von Lehmann Brothers ein, die mit Kisten im Arm ihren Arbeitsplatz verließen, weil ihre Firma konkurs gegangen ist.

Meinen Laptop musste ich sofort abgeben. Ich verabschiedete mich bei meinen Kollegen so, als würde ich morgen wieder kommen. Etwas über die Situation zu sagen brachte ich nicht fertig.

Im Auto brauchte ich ein paar Minuten bevor ich losfahren konnte. Dann rief ich meine Partnerin an, die aus allen Wolken fiel. Ich versuchte sie zu beruhigen, was mir aber nicht gut gelang. Ich musste gegen die Tränen kämpfen. Plötzlich fühlte ich mich völlig alleine auf dieser Welt.

Da die Autobahn total verstopft war, ging es nur langsam voran. Ich fuhr sowieso sehr vorsichtig, um nicht in dem Zustand auch noch einen Unfall zu bauen. Schließlich hatte ich rund 300 Km bis nach Hause. Dann rief ich meine Mutter an und erzählte ich die ganze Sache. Auch da war ich noch relativ gefasst. Sie versuchte Optimismus zu versprühen, was aber nur peinlich klang. Als dann mein Vater in der Leitung war brach ich in Tränen aus. Er meinte dann, daß ich die Situation "zulassen" müsse. Toll!!! Dann telefonierte ich mit einem Kollegen, der bereits von meinem Chef informiert war. Er war auch ziemlich hilflos und versuchte mir irgendwie das Gefühl zu geben, daß er für mich da sei. Er würde sich "umhören, ob irgendwo etwas frei wäre". Das war wirklich sehr nett von ihm...

Irgendwann kam ich abends nach Hause. Die Fahrt verlief wie in Trance. Meine Partnerin hatte sich vom ersten Schock erholt und tröstete mich, so gut es eben ging. Ich war total am Ende. Die Wahrscheinlichkeit, in der jetzigen Situation einen ähnlich guten Job zu bekommen, liegt bei ca. 0,2%...

1 Kommentar 11.11.08 20:29, kommentieren

Aufarbeitung

In der Nacht konnte ich kaum schlafen. Natürlich wusste ich, daß ich momentan praktisch keine Aussicht auf einen adäquaten Job habe. Ständig dachte ich darüber nach, ob ich nicht doch selbst kündigen sollte. Schließlich ist das durchaus ein Faktor in den Zeugnissen. Und spätestens beim Bewerbungsgespräch wird nach dem Wechselgrund gefragt.

Ich wachte völlig gerädert auf. Mit Müh' und Not konnte ich das Frühstück bereiten, damit meine Kinder pünktlich zur Schule kamen. Zwar hatte ich vor, ihnen von meiner drohenden Arbeitslosigkeit zu berichten, aber nicht morgens vor der Schule. Nachdem die Kids versorgt waren fuhr ich in meinem "Noch"-Firmenwagen zum Arbeitsamt. Dort wollte ich mich darüber informieren, wie meine Situation für den (wahrscheinlichen) Fall aussieht, daß ich zum 1.12.08 keinen neuen Job habe. Außerdem hatte ich mit dem Mitarbeiter der Personalabteilung vereinbart, daß ich mich wegen der Option selbst zu kündigen bis mittags melde.

Es war also der 29.10.08 und ich stand im Arbeitsamt. Nein, es heißt ja jetzt "Arbeitsagentur". Am "Empfang" wurde ich sehr freundlich angesprochen (Ein neuer "Kunde"!) und ich schilderte die Situation und daß ich bis 13:00 Uhr Zeit hätte um eine Entscheidung bzgl. der Kündigung zu treffen. Man gab mir einen Termin für nächste Woche... Nachdem ich nochmals eindringlich auf meine Situation hingewiesen hatte, bekam ich dann doch noch eine Erstberatung.

Man riet mir, nicht selbst zu kündigen, außer, ich hätte bereits einen neuen Job. Zwar hatte ich eine ungefähre Vorstellung davon, was mich bezüglich der Bürokratie erwarten würde, aber das, was jetzt folgte, übertraf meine kühnsten Erwartungen!

Zugegeben, ich bin sicher kein alltäglicher "Fall". Ich habe nebenher (Natürlich vom Arbeitgeber genehmigt) eine Firma und dort meine Frau beschäftigt. Als der Berater das hörte, ging er mit mir aus dem Zimmer und gab mir "privat" einige Hinweise, damit ich keine Probleme deswegen bekomme. Nein, es geht nicht um das Erschleichen von Leistungen, sondern um den Umstand, daß in den Formularen Fragen enthalten sind, die, wenn man sie ohne zusätzliche Erklärungen beantwortet, Kürzungen oder Aussetzungen des AlG1 zur Folge hätten. Und auf diesen Umstand wird auf den Formularen eben nicht hingewiesen. Puh!

Ich erhielt außerdem eine PIN und eine TAN, damit ich mein Stellengesuch und die nötigen Daten online in das System der Arbeitsagentur einpflegen kann. Da das aber nicht gewährleistet ist (Also: ob das System auch funktioniert), musste ich die selben Angaben binnen 3 Tagen auf ein Formular eingetragen und im Arbeitsamt abgegeben haben.

Eines wurde mir hier schnell klar: Eigentlich können die Mitarbeiter der Arbeitsagentur nichts für mich machen.

Der Besuch beim Amt hatte zumindest den Vorteil, daß ich beschäftigt war. Insofern tat mir das gut. Kaum war ich zuhause, warf ich den PC an und suchte in den einschlägigen Seiten nach Jobs. Außerdem legte ich kostenpflichtig ein Profil auf einer "Recruting"-Homepage an. 45.-€ für 3 Monate.

Am Nachmittag erlebte ich dann eine unerwartete Überrraschung...

 

1 Kommentar 12.11.08 21:26, kommentieren

Überraschung!

Nachdem ich von der "Arbeitsagentur" nach Hause gefahren war, suchte ich in den einschlägigen Jobbörsen wie jobpilot.de, Monster.de, stepstone.de, etc. den Markt ab. Es war wenig überraschend, daß dort insgesamt 2 Stellenangebote waren, die meiner Qualifikation entsprachen... Willkommen in der Finanzkrise!!!

Die Kollegen in der Zentrale hatten natürlich bereits die Umleitung von meinem dortigen Telefon auf meinen Blackberry rausgenommen, sodaß mein elektronischer Helfer den ganzen Tag über stumm blieb.

Als ich am Nachmittag aus Gewohnheit mal meine Emails durchsah (Aus dem Abteilungsverteiler war ich bereits entfernt worden...) fiel mir eine Meldung mit der Bitte um Rückruf auf. Ich öffnete die Nachricht und las zu meiner Verwunderung, daß das Mail vom Betriebsrat meines Noch-Arbeitgebers ist.

Ich wählte die angegebene Nummer und hatte den stellvertretenden Betriebsrat in der Leitung. Er bat mich um Auskünfte, da der Betriebsrat (BR) heute über meine Kündigung in Kenntnis gesetzt wurde. Ich gab ihm die Informationen und schilderte den Ablauf des Gesprächs. Daraufhin erklärte er mir, daß die Kündigung nach Auffassung des BR unwirksam ist. Er begründete es damit, daß der BR zwar in der Probezeit kein Mitspracherecht hat, aber vor der Kündigung angehört werden muß. Der BR hat dafür 7 Tage Zeit. Und genau diese Anhörung hat nicht stattgefunden.

Der BR riet mir dazu mir einen Anwalt zu nehmen und eine Kündigungsschutzklage einzureichen. Der BR würde sich fristgerecht am Montag, den 3.11.08 mit der Thematik befassen. Erst danach könne die Firma eine Kündigung aussprechen. Und dann wäre meine Probezeit rum!

Da ich eine Rechtsschutzversicherung habe, rief ich gleich dort an und fragte, ob ich hier einen Versicherungsschutz hätte. Das wurde bejaht und man verband mich sofort mit einem Fachanwalt vor Ort. Ich bekam gleich einen Termin für den nächsten Morgen...

 

13.11.08 22:28, kommentieren

Beim Anwalt

Ich hatte vergessen zu erwähnen, daß ich gestern die Kündigung per Einschreiben erhalten habe. Ich wusste ja, was darin stand, trotzdem gab es mir einen Stich als ich es las.

Die letzte Nacht schlief ich auch nicht besser als in den vorherigen Nächten. Aber heute ging es gleich in der Früh zum Anwalt. Es war ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, den mir die Rechtsschutzversicherung empfohlen hat. Er wirkte auf mich sehr angenehm und kompetent. Ich schilderte die Situation und übergab ihm die ganzen Unterlagen. Er bestätigte mir die Einschätzung des Betriebsrats und erklärte mir, was nun kommt:

Zunächst wird eine Kündigungsschutzklage erhoben. Das führt grundsätzlich zunächst zu einem "Gütetermin". Hier wird den beiden Parteien die Chance gegeben sich ohne Verhandlung zu einigen. 95% der Fälle enden hier mit einer Einigung. Aus taktischen Gründen sei es sinnvoll, daß ich selbst nicht anwesend bin. Warum? Bei einem Vergleich müsste ich mich bereits während der Verhandlung entscheiden, ob ich sie annehme. Ansonsten habe ich 14 Tage Zeit die getroffene Vereinbarung anzunehmen oder abzulehnen.

Der Anwalt bat mich mir darüber Gedanken zu machen, mit welcher Zielsetzung der Anwalt agieren soll. Entweder meine ich es mit einer Wiedereinstellung ernst, oder ich gebe mich mit einer Abfindung zufrieden. Das müsse ich allerdings erst kurz vor der Verhandlung entscheiden. Hier würden wir uns zuvor noch abstimmen.

Ich bin niemand, der gerne streitet. Aber daß ich nicht einfach sang- und klanglos weg bin, sondern daß mein Arbeitgeber es sich doch nicht so leicht machen kann, erfüllt mich mit einer gewissen Genugtuung. Aber einen Job habe ich deshalb noch lange nicht...

Am Nachmittag habe ich dann damit begonnen herumzutelefonieren. Ich habe es mir nicht leicht gemacht. Schließlich möchte ich nicht in der ganzen Branche herumerzählen daß ich arbeitslos/rausgeworfen worden bin. Aber die Jobs werden eben in der Regel auch nicht über das Arbeitsamt vergeben.

Ich versuche grundsätzlich gleich die Entscheider zu sprechen und fange garnicht erst bei der Personalabteilung an. Bei einer großen Gesellschaft hat der "Director Vertrieb" gleich erklärt, daß sie zwar suchen, aber in der aktuellen Situation niemanden einstellen werden. Nächsten Sommer würde es wahrscheinlich wieder besser aussehen.

Bei einer anderen Gesellschaft kenne ich eine Kollegin ganz gut. Sie war total erschrocken über mein "Schicksal" und versprach mir, mal bei ihrem Chef nachzufragen. Denn offiziell suchen sie jemanden in meiner Region, aber momentan liegt auch alles "auf Eis". Ich schickte ihr meine Berwerbungsunterlagen per Email um sie weiterzuleiten. Außerdem gab sie mir noch einen Tipp, wo eventuell noch etwas frei sei.

Nachdem ich dann nochmal alle relevanten Stellenbörsen abgesucht hatte, hatte ich einen kleinen Haufen von 8 Stellenausschreibungen, die für mich akzeptabel und von der Qualifikation her auch passen und realistisch sind. Allerdings waren teilweise die Regionen nicht ersichtlich, oder die Beschreibungen war sehr vage. Daher schickte ich nur 2 Bewerbungen online weg und wollte die anderen am Montag zunächst abtelefonieren.

Das Ganze nahm mehrere Stunden in Anspruch. Denn die Jobbörsen waren zwar reichhaltig, aber die Selektionsmöglichkeiten sind derart grob, daß die Sucherei sehr mühselig ist. Als ich das Gefühl hatte "durch" zu sein, überkam mich plötzlich eine große Leere. Es gab einfach nichts mehr zu tun. Das ist für mich neu. Soetwas kenne ich normalerweise nicht. Im Vertrieb gibt es immer etwas zu tun. Daher ist dieses Gefühl der Ohnmacht sehr belastend.

 

2 Kommentare 15.11.08 18:00, kommentieren

Das Wochenende...

...genossen meine Kids sehr! Denn meistens komme ich freitags spät nach Hause und muss oft Sonntagmittag schon wieder weg. Diesmal hatten wir viel Zeit miteinander. In der Nacht auf Samstag konnte ich zum ersten Mal wieder durchschlafen. Das war sehr erholsam! Aber richtig "kraftvoll" fühlte ich mich trotzdem nicht. Natürlich drehten sich meine Gedanken immer wieder um die Situation.

Der Besuch beim Anwalt hatte mir insofern geholfen, als daß ich ja dadurch wahrscheinlich statt 4 Wochen, jetzt wohl 3 Monate Zeit habe um einen neuen Job zu finden. Ist ja schonmal was!

Wenn man Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für Partner und Kinder trägt, dann wird man vorsichtig. Also habe ich mich gleich am Samstag auf die neue, finanziell unsichere Situation eingestellt. Zum ersten Mal seit langem ließ ich an der Kasse weniger als 100.-€ bei Einkauf. Es gab eben nicht die Edelsalami und auf die Biomilch habe ich auch verzichtet.

Ich weiss: Das klingt jetzt alles sehr snobistisch und nach Luxusproblem. Dabei bitte ich aber zu berücksichtigen, daß ich viele Jahre lang sehr wenig verdient habe und mich wirklich wirklich nach oben kämpfen musste. Ich komme zwar nicht unbedingt aus einer "bildungsfernen Schicht", aber wird hatten immer sehr, sehr wenig. Mein erster Azubilohn lag damals bei 429.- DM (Deutsche Mark!!!). Damit finanzierte ich mein komplettes Leben selbst!

Mir fiel die Umstellung auf "sparsam" nicht sonderlich schwer, da ich mein relativ gutes Einkommen nicht als Selbstverständlichkeit angesehen habe.

Meinen Kinder eröffente ich meine drohende Arbeitslosigkeit am Wochenende und erklärte ihnen, warum das geschah und was das momentan für uns bedeutet. Mir war es schon immer wichtig die Kinder in einschneidende Veränderungen mit einzubeziehen. Sie reagierten recht gelassen und stellten wenige Fragen.

Ich konnte den Montag kaum erwarten. Es war mir wichtig etwas zu unternehmen und mich nicht in eine trübsinnige Ecke zu setzen. Montag würde ich bei verschiedenen Firmen anrufen und genauere Erkundigungen zu den gefundenen Stellen einzuholen.

1 Kommentar 16.11.08 19:28, kommentieren

Montag

Endlich war das Wochenende rum! Ich begann die 6 verbliebenen Stellenangebote abzutelefonieren. Die waren recht vage gehalten. Entweder war keine Region angegeben, oder die Beschreibung ließ viel Spielraum für Interpretationen. Außerdem hatte ich die Info, daß 2 interessante Firmen jemanden suchen würden. Damit fing ich an.

Gleich der erste Aruf mündete im Frust. Ich hatte interne Unterlagen der Firma und daher auch die direkte Telefondurchwahl des Entscheiders. Er sicherte mir zu, daß sie aktuell großen Bedarf haben, aber wegen der Finanzmarktkrise alles "auf Eis" ist. Aber ich solle mal bei Gelegenheit meine Unterlagen schicken. Schließlich weiss man ja nicht, "was in 6 Monaten ist". Doch, weiss ich schon: Dann sind meine finanziellen Reserven aufgebraucht.

Beim zweiten Anruf musste ich mich durchfragen. Zunächst rief ich in Frankfurt bei der Firma direkt an. Die hatten aber keine Personalabteilung, sondern nur die "Mutter" in Hamburg. Also rief ich dort an. Die wussten zwar etwas, aber da müsse ich in Frankfurt mal nachfragen . Dafür bekam ich gleich die Durchwahl der Chefsekretärin des Geschäftsführers. Die war so nett und stellte mich gleich durch. Der Geschäftsführer wollte erstmal wissen, woher ich wüsste, daß sie eine Stelle zu besetzen haben. Ich verwies höflich auf "Hörensagen". Damit gab er sich zufrieden und interviewte mich gleich. Meine Antworten schienen ihm zu gefallen, denn er bat mich, ihm meine Bewerbungsunterlagen per Email zu schicken. Das tat ich natürlich prompt.

Dann kamen die anderen Stellenausschreibungen dran. Teilweise waren Personaldienstleister zwischengeschaltet, mit denen ich aber nicht reden wollte. Die können einem in der Regel sowieso nichts zur konkreten Stellenbeschreibung sagen. Dabei habe ich dann teilweise lustige Situationen erlebt. Ich hatte mich bei einer großen, ausländischen Versicherung bis zur zuständigen Dame durchgekämpft. Die war jedoch aus dem Unternehmen ausgeschieden und niemand wusste Bescheid. Aber ich fand einen netten Kollegen, der mich bat meine Fragen per Mail an ihn zu senden und er werde sich darum kümmern (In der Tat hatte ich 2 Tage später die vollständigen Antworten in meinem Briefkasten!).

Woanders bekam ich den Tipp, mich auf eine andere, ähnliche Stelle zu bewerben und das bitte mit der Post und nicht per Mail, "Weil Herr xy nichts von Emailbewerbungen hält". Nett, wenn man solche Hinweise bekommt. Da zahlt es sich immer aus, wenn man höflich, aber bestimmt auf die Menschen zugeht. Die erzählen einem oft mehr, als sie dürften.

Bei zwei Stellen stellte sich heraus, daß sie entweder bereits besetzt sind, oder sie überhaupt nicht in Frage kämen. Bei den verbleibenden 4 Angeboten verwendete ich viel Zeit auf die Bewerbungsanschreiben und schickte dann die Unterlagen per Mail los.

Ich habe in der Vergangenheit schon öfter erlebt, daß Stellen in Onlinebörsen ausgeschrieben sind, obwohl sie längst besetzt wurden. Wahrscheinlich ähnelt das Geschäftsmodell von "Jobpilot", Monster" & Co. den Fitneßstudios. Die leben ja auch von den Mitglieder, die zahlen aber nie kommen, bzw. die Kündigungsfrist verschwitzt haben .

Mein Fazit für den Montag: Ich hatte ordentlich zu tun, die interessanten Stellen sind außerordentlich rar und ich hatte ein angenehmes Telefonat mit einem Geschäftsführer, deren Firma konkret sucht. Ach ja: Und ich habe heute meinen Blog hier begonnen!!!

Naja, richtig gut fühle ich mich nicht, aber es geht so langsam aufwärts. Zumindest kann ich wieder die Nächte durchschlafen...


3 Kommentare 17.11.08 20:19, kommentieren

Suchen

In den folgenden Tagen hatte ich unglaublich viel damit zu tun meine Unterlagen zusammen zu tragen. Da ich mich ja nicht nur per Mail, sondern auch altmodisch "per Post" beworben hatte, brauchte ich natürlich auch ein aktuelles Passbild. Zwar hatte ich vor etwa einem halben Jahr welche machen lassen, aber wo waren die nur??? Ich konnte ja schlecht ein altes Foto schicken. Meine letzten, ernsthaften Bewerbungen lagen ja dann schon fast 7 Jahre zurück... Da meine Partnerin eigentlich für das Thema "Fotos" zuständig ist, hatte ich sie in Verdacht meine Passfotos irgendwo abgeheftet zu haben. Aber nachdem sie keine Bilder finden konnte, machte ich mich selbst auf die Suche. Und fand sie natürlich ganz ordentlich abgelegt bei meinen letzten Bewerbungsunterlagen

Ich brauchte alle möglichen Unterlagen für das Arbeitsamt (Ich nenne es weiter so, da ich mit dem Begriff "Arbeitsagentur" nicht viel anfangen kann). Und die möchten Vieles ganz genau wissen. Das Positive an der Sache war, daß ich endlich mal wieder dazu kam meine beruflichen Unterlagen zu sortieren. Meistens landet das ja auf einem Stapel, den man in Zeiten wie jetzt auseinander sortieren muss.

Vor einigen Wochen hatte ich mich für ein Fitneßstudio angemeldet, da ich "was tun" muss. Naja, wie die Männer in meinem Alter eben so sind . Man fängt an, an sich rumzumäkeln und die Partnerin macht es da einem ja auch nicht leichter. Wobei ich mich eigentlich nicht beschweren kann. Ich liege ziemlich dicht am Idealgewicht. Aber in den letzten Jahren hatte ich immer knapp 1 Kg pro Jahr zugenommen. Kein Grund zur Panik, aber etwas Wachsamkeit ist nicht verkehrt. Außerdem fühlt man sich fit unbestritten besser. Nun konnte ich tatsächlich 3x in der Woche in's Fitnessstudio gehen. Mein Engagement gilt insbesondere der Rückenmuskulatur. Ich habe festgestellt, wenn man sich darauf konzentriert, wirkt sich das eigentlich auf den ganzen Körper positiv aus. 15 Liegestütz sind für den Anfang auch nicht schlecht, oder?

Am Mittwoch klingelte mein Handy und eine Kollegin von einer anderen Gesellschaft war dran. Ihr hatte ich vor ein paar Tagen meine Unterlagen per Mail geschickt. Sie hatte mit ihrem Chef gesprochen und der möchte mich kennen lernen! Wow!!! Endlich mal ein Lichtblick! Allerdings haben die momentan Einstellungsstopp und daher wäre das höchstens etwas für das Frühjahr 2009. Aber immerhin. Scheinbar habe ich doch keinen schlechten Marktwert. Für mein Selbstbewusstsein war das zumindest schon mal Klasse. Wir wollen am uns Freitag nächster Woche in München treffen.

Mittlerweile habe ich meine Daten auch im Onlineportal des Arbeitsamtes komplett eingetragen. Das ist wahnsinnig mühselig. Außerdem kann man dort nur in einem ganz beschränkten Umfang eigene Dateien hoch laden. Maximal 0,5 MB. Das reicht gerade einmal für das letzte Zeugnis. Es kam auch schon eine Anfrage. Aber die war für eine selbständige Tätigkeit, die für mich nicht in Frage kommt.


1 Kommentar 19.11.08 18:54, kommentieren

Durchhänger

Die meisten Online-Jobbörsen habe ich mittlerweile mehrfach durchgearbeitet. Sobald sich da etwas tut, bekomme ich eine Mail. Außerdem habe ich überall meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse hinterlegt. Meine Zeugnisse sind wirklich gut! Außerdem habe ich mir in der Vergangenheit immer Referenzen geben lassen. Das halte ich für ganz wichtig! Das zeigt einerseits, daß man gut vernetzt ist und andererseits sind die Referenzen freiwillig. Die gibt man ja nur Menschen, mit deren Arbeit man auch zufrieden war.

So, und jetzt? Ich war eigentlich durch. Es gab nichts mehr zu tun. Ich ordnete meine Sachen für den Besuch bei der Arbeitsvermittlung. Alle Stellen, auf die ich mich schon beworben hatte, habe ich ausgedruckt und abgeheftet. Die sollen keinesfalls den Eindruck bekommen ich würde nicht aktiv suchen!

Nun begann die Zeit des Wartens. Jede Stunde rief ich meine Emails ab. Gelegentlich war ein Mail von der Family oder einen engen Freund dabei, der sich erkundigte wie es steht und mir alles Gute wünscht. Jeder gab die Überzeugung zum besten, daß ich ja sicherlich "ganz schnell was Neues" finde. Einerseits freut mich die Anteilnahme. Andererseits teile ich diesem Optimismus nicht. Mir schwant, daß mir eine nicht einfache Zeit bevorsteht.

Plötzlich muß ich entscheiden, ob mein Sohn weiterhin Nachhilfeunterricht bekommt. Die Stunde kostet 24.-€. Das geht ins Geld, das ich vielleicht in einigen Wochen nicht mehr habe. Und Weihnachten? Geld für Geschenke ist dann nicht mehr drin. An Urlaub ist schon garnicht zu denken! Dabei hatten wir in diesem Jahr nur eine gemeinsame Woche Urlaub gehabt.

Was mich sehr belastet ist das Geühl des "Ausgeliefertseins". Ich bin ein "Macher"-Typ. Probleme packe ich an und laufe nicht weg. Aber jetzt sind alle Bewerbungen geschrieben, mein Anwalt ist eingeschaltet um am 2.12.08 ist der Gütetermin vor Gericht. Dann weiss ich zumindest, ob ich noch bis Februar oder März Geld von meiner Firma bekomme oder ab 1.12. AlG1. Wenn die mir ordentlich kündigen müssen, dann würde es frühestens zum 1.4.09 gehen. Das wäre zumindest mal eine kleine Perspektive. In der Zwischenzeit würde ich z.B. einen "Business-English"-Kurs machen. Ich hätte die Zeit und das Geld dafür.

Nachdem in den ersten Tagen Existenzängste im Vordergrund standen und mir schlaflose Nächte bereiteten nervt mich jetzt die Untätigkeit. Das ist fast noch schlimmer. Ich bin leicht reizbar und das ist schlecht. Meinen Kindern gegenüber versuche ich weitgehend so zu tun, als ob alles ok sei. Aber sie merken schon, daß was nicht stimmt. Natürlich wissen sie bescheid, aber sie können nicht genau einschätzen, was die Situation bedeutet. Ich freue mich, wenn sie Fragen stellen, denn das gibt mir die Chance ihnen die Sicherheit zu geben, daß es nichts mit ihnen zu tun hat. Mittlerweile merke ich auch, daß mir der Blog hier hilft. Durch das fast tägliche Zusammenfassen der Ereignisse reflektiert man die Situation nochmal und spürt besser, was wirklich wichtig und was nebensächlich ist. Außerdem freue ich mich sehr über die Aufmunterungen in den Mails und auf dem Blog!

 

2 Kommentare 20.11.08 17:21, kommentieren

Etwas Bewegung

Endlich eine positive Nachricht! Ich bekam einen Anruf, verbunden mit der Bitte, nächste Woche Freitag doch nach Frankfurt zu kommen. Es war die Gesellschaft, bei der ich mich vor einer Woche durchtelefonieren musste. Eigeninitiative wird wohl doch belohnt!!! Prima!

Kaum hatte ich aufgelegt, hing ich auch schon am PC und versuchte alles über die Firma herauszufinden: Struktur, Niederlassungen, Produkte, etc. Schließlich will ich ja vorbereitet sein. Die Firma selbst ist schon über 200Jahre alt, was im Finanzwesen ja schon etwas besonderes ist. Die Zielgruppe würde ich als "gehobene Privatkunden" bezeichnen. Allerdings ist sie ein eher kleinerer Player am Markt. Nachdem ich eigentlich seit fast 20 Jahren nur in Konzernen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern tätig war, wäre das ja mal eine schicke Abwechslung.

Natürlich gab mir diese Einladung einen gewaltigen Schub. Es hebt das Selbstwertgefühl ungemein an! Am Abend machte ich eine Flasche Bordeaux auf. Zum Glück ist mein Weinkeller noch ganz gut gefüllt .

Ich finde es wichtig, daß man sich selbst auch bei Kleinigkeiten selbst belohnt. "Selbstwertgefühl" hat ja durchaus etwas damit zu tun, was man sich selbst Wert ist. Viel zuviel wird als selbstverständlich angesehen. Dabei ist es das überhaupt nicht! Schwierige Aufgaben lösen und kleine Krisen meistern ist wichtig und man soll durchaus betonen, was man geschafft hat. Darauf achte ich sehr. Sowohl in der Partnerschaft, als auch bei den Kindern. Dabei geht es nicht um teure Geschenke, sondern in erster Linie um Aufmerksamkeit.

Wichtig finde ich auch, daß man beim "sich selbst belohnen" nochmal in der Rückspiegel schaut und versucht sich klar zu machen, was war das Problem und wie wurde es gelöst. Dadurch lerne ich, zukünftige Probleme zu vermeiden, bzw. sie frühzeitig zu erkennen. Das erhöht die Lebensqualität außerordentlich!

Es motiviert mich auch, mir heute schon vorzustellen, womit ich mich und meine Familie belohne, wenn ich wieder einen neuen Job habe. Es ist für mich zur Zeit sehr schön zu erleben, wie gut mich meine Lieben unterstützen. Es sind nicht die großen Worte und Taten, sondern die Kleinigkeiten. Mein Sohn z.B. hat die Diskussionen zum Thema "Warum ich?" fast auf null heruntergefahren. Selbst wenn ich ihm zusätzliche Übungsaufgaben für die Schule gebe, macht er sie sofort und mit wenig Kommentaren. Es ist ein wundervolles Erlebnis, wie wir alle an einem Strang ziehen! In 13 Jahren Partnerschaft mit zwei schulpflichtigen Kindern zweifelt man ja mehr als einmal daran, daß man das meiste richtig gemacht hat. In solchen Zeiten wie jetzt, bekommt man dafür die Bestätigung. Wunderbar!!!

Kleine Anekdote außerhalb vom Thema: Heute Nacht hat es stark geschneit. Meine Tochter, die sonst sehr ungern aufsteht (Heute ist ja in Bayern "Projekttag" in der Schulen) habe ich mit dem ersten Schneeball des Herbstes ganz schnell aus dem Bett locken können. Sie war 10 Minuten früher mit Frühstück und Anziehen fertig als sonst...

1 Kommentar 22.11.08 18:33, kommentieren

Umdisponieren

Es gibt Probleme, auf die kommt man gar nicht! Nachdem ich vor mehr als 2 Wochen meine Kündigung erhalten habe, durfte ich ja die unterschiedlichsten Erfahrungen machen:

Besuch beim Anwalt für Arbeitsrecht und Kündigungsschutzklage, Besuch bei der "Arbeitsagentur" mit viel Bürokratie, Stellensuche im Internet, usw. Außerdem muss ich mit Selbstzweifeln, Existenzängsten und einer verunsicherten (aber tapferen!) Familie klarkommen. Aber, es gibt ja auch Hoffnung!

Jetzt stand ich vor dem Problem, daß ich eine Einladung zu einem Gespräch nach München bekommen hatte. Zwar besetzen die akut keine Stelle, aber das kann sich schnell ändern, denn der Bedarf ist da. Kaum hatte ich diesen Termin zugesagt, bekam ich einen Anruf mit der Bitte, doch nach Frankfurt zu einem Vorstellungsgespräch zu kommen. Natürlich üherschnitten sich die Termine.

Also: Den ersten Termin in München mit der Bitte um Verlegung abgesagt (Soetwas ist immer unangenehm) und in Frankfurt zugesagt. Die hätten erst Mitte Dezember wieder einen Termin gehabt, da deren Luxemburger Geschäftsführer nur einmal im Monat nach Frankfurt kommt. Und noch 4 Wochen wollte ich keinesfall warten!

Sollte ich mit der Bahn oder mit dem Auto nach Frankfurt fahren? Da die Strecke freitags meist ziemlich überlastet ist, beschloß ich den Zug zu nehmen. Natürlich reservierte ich einen Platz.

Jetzt blieb nur noch zum Frisör zu gehen um die Haare nachschneiden zu lassen, die Hemden zu waschen und die Anzüge nach Flecken überprüfen. Meine Schuhe sind frisch geputzt und eigentlich kann nichts mehr schief gehen. Aus dem Internet hatte ich mir alles über das Unternehmen zusammengesucht, damit ich auch mitreden kann.

Die Recherche im Internet nach interessanten Stellen wird zunehmend frustrierend. Mittlerweile kenne ich die einschlägigen Seiten und die angebotenen Positionen fast auswendig. Etwa alle 3 Tage kommt vielleicht mal eine neue, interessante Position dazu.

Meine Frau wird langsam unruhig, da sie nicht gewohnt ist, daß vormittags jemand zuhause ist. Ich komme mir vor wie jemand, der sich in einem fremden Revier aufhält. Und irgendwie ist es ja auch so. Ich störe die bewährte Routine!

Also ziehe ich mich in mein Büro zurück, richte den PC mal wieder vernünftig ein, mache die kleineren Reparaturen, die in einem Haus so anfallen und gerne verschoben werden und versuche nicht zu stören.

Mit zwei Vorstellungsterminen im Rücken (naja, es sind eher 1 1/2) fühlt man sich gleich besser. Und fängt an zu träumen...

1 Kommentar 24.11.08 17:14, kommentieren

Das erste Gespräch

Es ist schon ein Unterschied, ob man ein Vorstellungsgespräch hat, wenn man den Arbeitgeber wechseln möchte, oder wenn man unbedingt einen Job braucht!

In der Vergangenheit habe ich mich immer mal wieder beworben, um meinen Marktwert zu testen und um nicht aus der Übung zu kommen. Da ist es ganz natürlich, daß man eine gewisse Souveränität ausstrahlt. Schließlich kann man sich ja nur verbessern. Nun MUSS ich unbedingt einen adäquaten Job bekommen. Zwar weiss ich nicht, was bei dem Gütetermin am Arbeitsgericht Anfang Dezember herauskommt. Sicher ist aber, daß ich nicht mehr bei meinem Noch-Arbeitgeber bleiben kann.

Also brauche ich jetzt schnellstens einen guten Job. Die Situation am Markt ist zur Zeit folgende:

Dort, wo noch eingestellt wird, bekommt man kaum gute Leute. Die "Guten", die momentan einen festen Job haben, denken jetzt nicht an einen Wechsel. Schließlich würden sie ein unbefristetes Arbeitsverhältnis gegen eines eintauschen, in dem sie eine Probezeit haben. Andererseits wissen viele schon, daß sie ihren Arbeitsplatz in den nächsten Monaten eventuell verlieren werden. Und einige haben ihn, wie ich, schon verloren.

Für mich stellt sich nun die Frage: Habe ich Glück, weil ich eher als die anderen arbeitslos wurde und daher meine Chancen höher sind? Oder habe ich das Pech, daß es momentan keine Einstellungen in meiner Position gibt?

Wie auch immer. Ich habe mich auf mein Bewerbungsgespräch in Frankfurt gut vorbereitet. Über das Unternehmen konnte ich einiges sagen, deren Produkte sind mir geläufig und ich wollte die Chance, die sich bot, unbedingt wahrnehmen. Allerdings bin ich auch soweit Realist zu wissen, daß meine Chance recht gering ist.

Mein Kleiderschrank ist voll mit Hemden und Krawatten aus England, guten Anzügen aus Deutschland und ansprechenden Manschettenknöpfen. Außerdem besitze ich einige Paare an guten Schuhen. Schuhe sind wichtiger, als gemein hin angenommen wird. Achte einmal selbst darauf, was Du über dein Gegenüber denkst, wenn du siene Schuhe betrachtest... Auf jeden Fall war ich optisch dem Job sicher gewachsen!

Ich nahm dem Zug in die Finanzmetropole Frankfurt. Schließlich wollte ich ja nicht zu spät kommen, weil vor Würzburg mal wieder ein riesiger Stau ist. Zum Glück hatte ich reserviert, denn der ICE war proppevoll. Mein Termin war um 11:30 Uhr und der Zug sollte um 11:05 in Frankfurt sein. Vom Bahnhof aus waren es gut 10 Minuten, sodaß ich pünktlich sein müsste.

Aber es kam natürlich anders: Der Zug hielt kurz nach Würzburg auf freier Strecke. Nach einigen Minuten kam die Durchsage, daß sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde! Na super!!! Ich rief gleich in Frankfurt an und lies dem Geschäftsführer ausrichten, daß ich zu spät kommen würde. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Daher regte ich mich auch nicht auf. Wozu auch?

Ich kam 25 Minuten zu spät. Trotzdem wurde ich sehr freundlich empfangen. Die Firma residiert in einer alten Villa im Frankfurter Westend. Genau so, wie man es von einer über 200 Jahre alten Privatbank erwartet.

Es war ein Gespräch zu dritt. Ich hatte es mit 2 Geschäftsführern zu tun, die ausgesprochen nett waren. Bevor es richtig los ging, schilderte ich in aller Offenheit meine Situation. Das ist immer besser, als irgendwie in einem Nebensatz das Thema zu erwähnen. So sind die Verhältnisse klar.

Sie wollten anschließend ausführlich meinen Lebenslauf erläutert bekommen, befragten mich zu meiner Einschätzung zur aktuellen Finanzkrise und deren Auswirkungen auf den Vertrieb von Finanzprodukten und über die Zukunft der verschiedenen Vertriebskanäle.

Bei einem solchen Interview lauern viele "Fallen". Man hat grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Man versucht alle Fehler zu vermeiden und kann kaum Positionen beziehen, oder man vertritt klar seine Meinungen. Ich wähle immer letzteren Weg. Bei Variante 1 bin ich im besten Fall einer unter Vielen. Im 2. Fall kann meine Meinung nicht mit der der Geschäftsführung übereinstimmen und ich bekomme den Job nicht. Aber das wäre das kleinere Übel. Bekäme ich den Job wegen Variante 1, dann hätte ich ja das Problem, daß meine Meinung ja immer noch die Falsche ist. Wie sollte ich so meinen Job zufriedenstellend ausüben?

Also bezog ich Position. Dann stelle ich meine Fragen, die es auch in sich hatten. Mir war es wichtig, nicht als Bittsteller aufzutreten. Ich kann etwas, das möchte ich einsetzen und dafür kann ich auch etwas erwarten.

Ich bekam ein gutes Gefühl. Da wir ja über eine hypothetische Ausübung des Jobs sprachen, notierte ich folgende (sicherlich unbeabsichtigte) Aussage mit Wohlwollen: "Bei uns haben Sie eine lange Leine." Also "haben" nicht "hätten".

Nach fast 2 Stunden waren wir durch. Einer der beiden Herren brachte mich bis zur Eingangstüre und verabschiedete mich mit den Worten: "Ich bin sicher, wie sehen uns wieder". YES!

Puh! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet! Aus einer kleinen Chance hat sich die reale Möglichkeit aufgetan, einen wirklich guten Job zu bekommen! Das tat meiner geschundenen Seele äußerst gut...

3 Kommentare 25.11.08 19:53, kommentieren

Kassensturz

Ich bekomme mittlerweile ein ganz gutes Gefühl dafür, wie es ist, wenn man vor einer unsicheren Zukunft steht. Existenzängste hatte ich seit etwa 15 Jahren nicht mehr. Der plötzliche Arbeitsplatzverlust spült soetwas heftig nach oben. Die Perspektiven verschieben ganz schnell. Vor 4 Wochen wollte ich meinen Sohn in den Sommerferien für 14 Tage nach England schicken, meine Tocher auf den Reiterhof und meine Partnerin und ich wollten eine Wellness-Woche mit allem drum und dran einlegen.

Jetzt haben wir die Zeitungsabos gekündigt, alle Sparpläne und Rentenversicherungen beitragsfrei gestellt und meine Frau sucht nach einer Halbtagsstelle. Im Grunde bin ich ein optimistischer Mensch mit einem gesunden Selbstbewußtsein. Aber nicht zu wissen, wie es weitergeht, kann einen ganz schön zermürben. Zum Glück lebe ich in einer gefestigten Partnerschaft mit einer tollen Frau (Bevor jetzt Kommentare kommen: Ja, das sage ich ihr auch ). So etwas alleine durchzustehen ist ja noch eine Spur heftiger. Da es bis zum Arbeitsgerichtstermin noch 2 Wochen hin sind, weiß ich ja nicht einmal, wieviel Geld ich in den nächsten Wochen bekomme. Zum Glück haben wir den Öltank vor einiger Zeit voll gemacht und keine Schulden. Allerdings ist jetzt schon abzusehen, daß unser Konto im Dezember in die Miesen geht...

"Und was machen wir an Weihnachten?". Tja, was soll ich auf diese Frage antworten?. Jeden Tag schreibe ich Bewerbungen und hoffe, daß ich zumindest zum 1.1.09 etwas finde. Innerlich bin ich deshalb ständig auf dem Sprung. Mit Weihnachten kann ich mich überhaupt nicht beschäftigen!

Mittlerweile schicke ich meinen Lebenslauf und meine Unterlagen auch an "Personalberatungsunternehmen". Heute rief mich einer an und meinte, ich wäre ein sehr guter Mann, aber es gäbe leider aktuell nichts, was meiner Qualifikation und Qualität entspricht. Aber die kennen wenigstens auch Positionen, die nicht in Stellenbörsen stehen.

Okay, der nächste Termin steht vor der Türe und ich fahre wieder nach Frankfurt. Allerdings ist das ziemlich vage, da die zwar Bedarf haben, aber auch einen Einstellungsstop. Trotzdem werde ich die Gelegenheit wahrnehmen um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es wird schon!

2 Kommentare 26.11.08 17:24, kommentieren