Zitrone vs. Mango

Mittlerweile bin ich ja etwas erholt. Gestern hatte ich mein Bewerbungs-Zweitgespräch. Wobei, "Zweitgespräch" ist eigentlich falsch. Chronologie:

  • 2.1.09 Bewerbung online
  • 14.1.09 Ein 40 minütiges Telefoninterview
  • 30.1.09 Erstgespräch
  • 5.2.09 Ein 50 minütiger Online-Persönlichkeitstest
  • 9.2.09 Zweitgespräch

Ich hatte mich ja letzte Woche stundenlang mit Persönlichkeitstests beschäftigt und die "richtigen" Antworten mantra-mäßig gelernt. Wobei es ja keine "richtige" Antwort gibt. Es ging eher darum, die richtige Formulierung zu finden, wenn man seine eigenen Charakterzüge oder seine Konfliktfähigkeit beschreibt.

Wie lief es gestern ab? Um 9:00 ging es für mich bei der Personalberatung los. Zunächst musste ich verschiedenartige Logiktests unter Zeitdruck machen. Das waren Übungen mit Zahlenkolonnen, die fortgesetzt werden mussten, Erkennen von geometrischen Mustern, usw. Die waren ziemlich schwierig und in der vorgegebenen Zeit eigentlich nicht zu schaffen. Das ging rund eineinhalb Stunden.

Im Anschluß daran sollte ich 40 Satzanfänge vervollständigen. Beispiel: "Meine größte Sorge ist...", "Mein Vorgesetzter...", "Dieser Test...", "Mich motiviert...", usw. Dann musste ich meine 10 stärksten Charaktereigenschaften benennen (ausdrücklich auch negative!) und ich eine Reihenfolge bringen.

Zu guter Letzt beschrieb ich auf einer halben Din A4 Seite meine weitere Karriere. Danach hatte ich 15 Minuten Pause und ich war schon über 2 Stunden unter Strom. Ich ging raus im Schnee spazieren...

Danach bekam ich ein belegtes Brötchen und es ging weiter. Die Personalberaterin befragte mich 4 Stunden lang zu jedem Detail in meinem Lebenslauf! Die einzige Unterbrechung war eine Pinkelpause. Die ganze Zeit sollte ich erklären, wie es zu dieser oder jener Situation kam, warum ich dort ein relativ schlechtes Zeugnis bekommen habe, wie meine ersten 6 Monate dort im Detail abliefen, welche Aufgaben ich genau hatte, welche Schwierigkeiten es gab, wie ich sie löste, und so weiter und so fort.

Direkt im Anschluß bekam ich das Feedback. Zunächst kamen wir auf die Logiktests zu sprechen. Mir wurde erklärt, daß man damit feststellen möchte, ob der Kandidat sich schnell in komplexe Situationen hineindenken kann, ob er (Zitat!) "den Wald vor lauter Bäumen noch sieht", welches geistige Potential in ihm steckt, u.a. Meine Ergebnisse war deutlich überdurchschnittlich, was mich sehr freute, zumal ich das nicht unbedingt erwartet hatte. Schließlich wurde ich kaum mit den Aufgaben fertig.

Dann kam meine "Persönlichkeit" dran. Das war sehr spannend! Zunächst wurde ich gefragt, wie ich mein Selbstbewußtsein auf einer Skala von 1 (gering) bis 9 (sehr hoch) einschätze. Ich gab mir hier eine 7-8. Dann erklärte man mir, daß in dem Test eine glatte "9" herauskam und das eigentlich ein problematischer Wert sei. Allerdings wird er durch mein "Einfühlungsvermögen", "Großzügigkeit" und nochetwas, was ich vergessen habe, "abgemildert". Da habe ich ganz schön geschaut!

Es ging darum, daß das Team, in das ich käme, sehr jung ist. Sowohl vom Alter her, als auch in der Zusammensetzung. Und man sieht die Gefahr, daß ich mit einem übersteigerten Selbstbewußtsein die Truppe einfach überrolle, ohne es zu merken.

Als Fazit: Ich entspreche der ausgeschriebenen Position und werde wohl eine von zwei Empfehlungen für den Job sein Jetzt liegt es am potentiellen Arbeitgeber...

Tja, damit bin ich einem guten Job und Ihr einem Zitroneneis ein Stück näher gekommen. Okay, ich lasse mich dann auch auf Mango ein...

Euer So isses

8 Kommentare 10.2.09 21:03, kommentieren

Der große Tag

Morgen (Montag) habe ich das nächste Gespräch für einen Job. Das erste Gespräch ist ja, auch Dank eurer gedrückten Daumen , gut gelaufen. Am Donnerstag musste ich dann einen "Onlinefragebogen" ausfüllen. Das dauerte ca. 50 Minuten. Damit wird ein Persönlichkeitsprofil erstellt. Dazu werden Gegenpole gebildet und festgestellt, wo der Kandidat liegt. Z.B.: Sachinteresse - Kontaktinteresse, Einzelkämpfer - Teamplayer, Sicherheitsdenken - Veränderungsbereitschaft, usw. Als Fragen dienen Sätze wie: "Ich wäre lieber:

a)Förster"

b) weiß nicht"

c) Lehrer"

Im Vorfeld wird ein "Idealprofil" erstellt, daß den vermeintlich besten Kandidaten herausfiltern soll. Bei meinem Zweitgespräch morgen, werde ich neben Logik- und anderen -tests (Siehe z.B.: www.neuronation.de) auch Fragen beantworten müssen, wie: "Warum haben Sie sich bei uns beworben?", "Wie gehen Sie mit Kritik um?", "Sind Sie mit der Position nicht hoffnungslos überfordert?" Hierbei geht es darum festzustellen, wie ernsthaft die Bewerbung ist, das Konflikt- und Streßverhalten, Eigenmotivation, etc.

Bei der Beantwortung ist es wichtig, kurz und knapp zu bleiben, positive Aussagen zu treffen und sich angemessen selbst zu loben. Man kann jetzt trefflich darüber streiten, ob man sich einem solchen Verfahren aussetzen möchte. Aber vor dem Hintergrund der (drohenden) Arbeitslosigkeit ist die Weigerung keine Alternative. Außerdem halte ich die Firma für einen wirklich guten und interessanten Arbeitgeber und der Job ist spannend, entspricht meinen Fähigkeiten und ist finanziell ok.

Mittlerweile habe ich mich schon etliche Stunden mit solchen Tests befasst. Sehr hilfreich finde ich die Bücher "Persönlichkeitstests" von Hesse/Schrader und das "Handbuch Einstellungstests" von Püttjer/Schnierda. Mir ist dabei vor allem klar geworden, daß ich die Tests sicherlich bestehen könnte, aber mir wurde sehr deutlich, daß es vor allem auf die Formulierungen ankommt. Beispiel gefällig? Hier: "Wie entspannen Sie sich?"

a) Eine gute DVD, dazu die richtigen Getränke, dann kann ich richtig abschalten

b) Ich halte mich durch Joggen fit und gönne mir manchmal einen ruhigen Abend

Auf jeden Fall ist b) die "gelungenere" Antwort.

Leider fällt durch den Bewerbungstermin mein Einsatz im Kinder- und Jugendzentrum flach. Das ist sehr schade und die Kinder waren entäuscht, als ich ihnen das mitteilte. Aber sie haben auch verstanden, daß ich diesen Termin wahrnehmen muss. Die Leiterin hat schon mal vorsichtig gefragt, wie lange ich ihnen denn noch erhalten bleibe. Wie soll ich darauf antworten?" Möglichst kurz, weil ich dann einen neuen Job habe"? Naja, der Idealfall wäre ja, wenn ich zum 1.4.09 einen neuen Job habe. Dann könnte ich noch einige Wochen mit den Kindern verbringen und würde andererseits nicht arbeitslos werden.

So, bitte drückt mir wieder die Daumen. Am Montag stehe ich von 9:00 bis ca. 14:00 unter "Strom". Und es gilt: Wenn es klappt, lade ich Euch zu einem Zitroneneis ein!!!

Euer So isses

9 Kommentare 8.2.09 14:52, kommentieren

Online - Test

Letzte Woche hatte ich ja ein Bewerbungsgespräch für einen wirklich interessanten Job, das sehr gut verlief. Wobei man ja oft nicht wirklich beurteilen kann, wie einen die Anderen gesehen haben. Es lief auch für die "Anderen" gut . Ich habe die Einladung zum Zweitgespräch bekommen! Das ist bereits am nächsten Montag.

Die Position wurde ja über eine Personalberatung ausgeschrieben. Zunächst musste ich meine Bewerbungsunterlagen per Mail schicken, dann gab es ein etwa 45-minütiges Telefoninterview und jetzt das Erstgespräch. Etwas erschrocken war ich, als ich erfuhr, daß ich bis heute einen "Onlinetest" machen solle. Naja, ich habe mir nichts dabei gedacht. Dann habe ich aber die Gelegenheit genutzt und mich mal in einschlägiger Fachliteratur schlau gemacht. Die Test haben zwar recht harmlose Fragen, aber die dahinterstehende Absicht ist schwer zu durchschauen. Es hilft auch wenig, wenn man das reinschreibt, was vermeintlich die beste Antwort für den Job ist. Es sind nämlich Plausibilitätsfragen eingebaut, mit deren Hilfe man glaubt erkennen zu können (Ich schreibe bewußt vorsichtig), ob hier jemand authentisch ist, oder zum schwindeln neigt.

Der Schummelei entlarvt zu werden ist natürlich auch nicht so prickelnd... Also habe ich mal geübt und ein paar Tests gemacht, damit ich a) Eine Aussage mit einem üblichen Test über mich bekomme und damit auch, ob ich auf die Stelle passe und b) Die Formulierungen und Fallstricke kennenlerne.

Aber, letztendlich kann man nicht viel manipulieren. Spätestens beim ausführlichen Gespräch hat die Schauspielerei ein Ende. Der Onlinetest war in etwa so, wie ich ihn erwartet hatte. Allerdings haben sie zu einer Frage nicht nur 3 Antworten gegeben, bei denen man jeweils von "Trifft voll zu" bis "Trifft überhaupt nicht zu" ankreuzen muss, sondern jede Antwort kann im 3-er Block nur einmal gegeben werden, sodaß man gezwungen ist, die Aussagen der Antworten auch noch zu priorisieren. Das kannte ich so nicht.

Am Montag wartet also ein "Einzelassessment" auf mich. Das bedeutet: 5 Stunden lang Gespräche führen und Tests machen. Ich möchte den Job haben und werde mich entsprechend reinhängen

Bei meinem anderen Job ist alles auf Eis gelegt. Vor 3 Wochen hatte ich bereits das Zweitgespräch geführt und diese Woche sollte ich die Entscheidung erfahren, doch aufgrund der Finanzkrise wird die Entscheidung über die Einstellung um etwa einen Monat verschoben. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Stelle besetzt wird, liegt bei 50%, sagte mir der Vertriebschef in einem Telefonat.

Dafür habe ich heute den Entwurf meines Arbeitszeugnis von meinem Exarbeitgeber gelesen. Mensch! Bin ich ein toller Mitarbeiter! Warum haben die mich dann eigentlich entlassen? Naja, ich hoffe, die Angelegenheit ist auch bald vorbei...

Als ob ich nicht schon genug Sorgen habe, hat das Arbeitsamt "vergessen" mir mein Arbeitslosengeld für Januar zu überweisen. Irgendjemand hat einfach ein Stopp gesetzt. Ist angeblich nicht nachzuvollziehen wie das geschehen konnte. Na klar!

So, morgen mache ich wieder das Bewerbertraining mit den Hauptschülern, die im Sommer eine Lehrstelle brauchen. Bin mal gespannt, was sich seit dem letzten Mal getan hat...

Euer So isses!

6 Kommentare 5.2.09 21:31, kommentieren

Die Kinder

Seit 3 Wochen arbeite ich jetzt ehrenamtlich in einem Kinder- und Jugendzentrum. Zweimal in der Woche beschäftige ich mich je 5 Stunden mit Kindern zwischen 8 und 12 Jahren in einem "Sozialen Brennpunkt". Da es ein "Offener Treff" ist, kommen verschiedene Kinder. Aber es gibt soetwas wie eine "Stammbesetzung". Diese Kinder kommen direkt nach der Schule und machen hier ihre Hausaufgaben.

Mittlerweile kenne ich die Mädchen und Jungs der "Stammbesetzung" ganz gut und sie haben ihre anfängliche Distanz abgebaut. Sie kommen von sich aus und fragen, ob ich mit ihnen spielen möchte, oder wenn sie etwas brauchen.

Und sie haben schnell gelernt, daß ich nur auf: "Bitte" und "Danke" reagiere. Diese Worte waren in ihrem Wortschatz weitgehend verschollen. Dadurch, daß wir uns jetzt etwas besser kennen, machen sie nicht mehr jedesmal eine Riesenshow wenn ich komme. Sie wissen, daß ich sie so mag wie sie sind. Aber gelegentlich wird das auch nochmal einer Prüfung unterzogen...

Ich erlebe, daß die meisten eigentlich ziemlich patente Kinder sind, aber teilweise starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Gestern habe ich mit einem Mädchen die Hausaufgaben gemacht und sie hat ständig Bemerkungen darüber verloren, daß sie das alles nicht könne, nicht schön schriebe, etc. Dabei war offenkundig, daß die mit der Grammatikaufgabe ziemlich gut zurecht kam. Außerdem war ihre Schrift sehr gut leserlich. Später stellte sich heraus, daß sie sehr "konservativ" erzogen wird. So durfte sie z.B. bei ihrem Geburtstag vor 2 Wochen keine Kinder einladen. Mit meiner laienhaften Sichtweise ist dieses Kind völlig für die Regelschule geeignet und muß nicht in die Förder- (Ehemals "Sonder-" )schule. Nur leider wird sie nicht gefördert...

Ein anderes Kind neigt zu völlig unkontrollierten Schreianfällen. Wenn man den Jungen fragt, warum er schreit, kann er keine Antwort darauf geben. Gestern habe ich mit ihm "4 gewinnt" gespielt. Mit fiel rasch auf, daß er zu keinem strukturiertem Denken fähig ist. Warum er die Steine so setzte, wie er es tat, konnte er nicht erklären. Einmal ließ ich ihn gewinnen. Daraufhin versuchte er das vermeintliche "Gewinnschema" zu wiederholen. Das heißt: Er hat versucht, die Steine identisch wie bei dem gewonnenen Spiel zu setzen. Das gelang natürlich nicht, da ich meine Steine anders setzte. Als ich meine Beobachtungen den Erzieherinnen mitteilte, bestätigten sie mir, daß der Junge über ein fotografisches Gedächtnis verfügt. Er ist z.B. bei "Memory" unschlagbar.

Es macht mich traurig, daß diese Kinder nicht die Unterstützung erfahren, die sie bräuchten, um ein "normales" Leben zu führen. Die Kinder erzählen stolz davon, daß sie sowohl die PS3, ein Nintendo und eine XBox zuhause haben. Aber wer hat ein paar Minuten Zeit für sie?

Mit nachdenklichen Grüßen

Euer So isses

3 Kommentare 3.2.09 16:54, kommentieren

Start

Wenn die Wettervorhersage zutrifft, dann werden wir heute Temperaturen bis 10 C bekommen. Die Sonne scheint schon und ich werde mich gleich zu einem Rundgang im Garten aufmachen um zu sehen, ob die bereits erblüten Schneeglöckchen Gesellschaft bekommen haben

Weniger sonnig ist mein persönlicher Wochenausblick. Ich erhoffe mir in den nächsten Tagen eine Entscheidung bezüglich eines Jobs, bei dem ich das Zweitgespräch mit den Verantwortlichen hinter mich gebracht habe. Ich bin einer von 3 Kandidaten.

Ansonsten gibt es nur von einem wirklich gut verlaufenen Erstgespräch letzte Woche zu berichten, dem hoffentlich bald eine Einladung nach Berlin zum entscheidenden Gespräch folgt. Sonst ist nicht mehr viel in der Pipeline.

Jetzt suche ich schon seit Anfang November und bin immer noch arbeitslos. Insgesamt habe ich es auf ganze 4 Einladungen zu Erstgesprächen gebracht. Davon zweimal zum Zweittermin. Das ist wirklich entäuschend für 3 Monate!

Der einzige, wirkliche Trost ist der "Triumph" über meinen letzten Arbeitgeber, daß die von ihm ausgesprochene Kündigung zum 31.10.08 doch nicht so sauber war und er mich bis 31.3.09 weiterbeschäftigen muss.

Aber ich blicke der Realität ins Auge: Wenn ich in den nächsten 4 Wochen keine vernünftige Stelle in Aussicht habe, dann bin ich zum 1.4.09 unwiderruflich arbeitslos. Nach den vielen Wochen mit den ganzen Entäuschungen fällt es mir immer schwerer gegenüber meiner Familie den Optimismus hochzuhalten. Trotzdem versuche ich es so gut es geht.

Dabei hilft mir heute der wunderschöne Sonnenaufgang!

Euch einen guten Wochenstart!

Euer So isses

p.s.: Zwar hat ein Bayer gemeinsam mit einem niedersächsischen Tipper den Lotto-Jackpot geknackt, aber ich versichere: Ich bin's nicht!!!

7 Kommentare 2.2.09 09:34, kommentieren

Schiefgelaufen

Es ist eigentlich wunderbar Kinder zu haben. Aber in den letzten Tagen haben sie uns gehörig auf Trab gehalten. Eigentlich sind sie eher selten krank. Das liegt sicherlich auch daran, daß sie recht sportlich und zweimal wöchentlich im Leichtathletiktraining sind.

Momentan sind ja meine Tagesabläufe ja eher fremdgesteuert. Morgens Emails checken, ob eine Reaktion auf eine Bewerbung gekommen ist, zweimal wöchentlich im Kinder- und Jugendzentrum die Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung machen und das wöchentliche Bewerbertraining an der Hauptschule. Aber auch das gerät jetzt ein wenig aus den Fugen.

Letzten Freitag ist mein Sohn im Training gestürzt. Dabei hat er sich den kleinen Finger der rechten Hand geprellt. Als ich ihn vom Training holte, waren die Schmerzen relativ gering. Zuhause konnte er problemlos Playstation spielen.

Am Samstag war sein Finger total blau und grün, sodaß ich mit ihm vorsichtshalber in's Krankenhaus fuhr. Beim Röntgen stellte sich heraus, daß ein Stück vom Knochen abgesplittert ist. Also Aluschiene an die rechten Hand. Natürlich kann er damit in der Schule nicht schreiben. Dort wollte man ein Attest! Dabei kann jeder sofort sehen, daß es TECHNISCH nicht möglich ist so zu schreiben. Also Montag wieder zum Arzt, ein Attest besorgen.

Am Dienstag rief die Schule meiner Tochter an, wir sollten sie abholen, sie hätte Bauchweh. Dort erfuhr ich, daß weitere 3 Kinder mit Bauchweh bereits abgeholt wurden.

Am Mittwoch ging es jedoch bei meiner Tochter wieder und sie ging zur Schule. Um 10:00 kam der Anruf, wir sollten sie wieder abholen. Um 12:00 lag ein Brief von der Schule meines Sohns im Briefkasten mit der Nachricht, daß er aus disziplinarischen Gründen nächste Woche nachsitzen muss. Anlass: Mehrfach die Englischhausaufgaben nicht gemacht...

Heute, Donnerstag, rief die Schule meines Sohnes an, wir sollten ihn abholen. Er würde über starke Ohrenschmerzen klagen...

Im Wartezimmer des HNO-Arztes las ich die "Brigitte". Dort war ein nette Artikel über pubertierende Kinder...

Trotz allem, oder gerade deswegen: Ich liebe sie!

Euer So isses.

3 Kommentare 29.1.09 18:02, kommentieren

Langsam...

... merke ich, wie sich bei mir ein Frust einstellt. Da ich mich ja in den letzten Wochen sehr aktiv beworben habe, kommen jetzt natürlich die Reaktionen rein. Bei den ausgeschriebenen Stellen gibt es welche, bei denen ich mich mehr, und bei anderen weniger wiederfinde. Nur kann ich mir nicht den Luxus erlauben und all zu wählerisch sein. Denn ich möchte auf alle Fälle vermeiden, daß ich ab dem 1.4.09 arbeitslos bin.

Leider ist meine Verhandlungsposition nicht die Beste. 1) Wurde mir gekündigt und das ist immer ein Makel und 2) Haben sich die Gehälter in der Finanzdienstleistungsbranche durch die Finanzkrise nicht gerade erhöht. In den letzten Tagen kamen zwei Absagen rein, die mich doch ziemlich frustriert haben. Nicht einmal zu Erstgespräch hat es gereicht. Dabei wäre ich für den einen Job sogar 350 Km weit umgezogen!

Die aktuelle Situation sieht wie folgt aus: Ein Job in Aussicht, bei dem ich das Zweitgespräch hinter mich gebracht habe und einer von drei Kandidaten bin. Bis Ende der Woche wollen sie mir Bescheid geben. Ein "Ja" wäre gigantisch, denn ich bekäme das selbe Gehalt wie in meinem alten Job. Natürlich mit Firmenwagen, Bahncard 1. Klasse, usw...

Dann habe ich übermorgen ein Erstgespräch für eine sehr interessante, ausländische Gesellschaft. Die möchten den Bereich "Wealth Management" aufbauen und suchen jemanden für das Gebiet "Bayern, Thüringen, Sachsen". Sehr spannende Aufgabe, auf die ich mit meinem Profil auch gut ausfülle. Nachteil: Einkommenseinbuße von 15.000.-€ pro Jahr.

Einen kleinen Lichtblick hatte ich gestern, als ich zufällig in "XING" (www.XING.de) über einen Personalberater "gestolpert" bin, der wiederum ein Kontakt einer ehemaligen Arbeitskollegin ist. Der mailte mir seinen Kontaktwunsch und bat um einen Anruf. Wir unterhielten uns eine Weile und er avisierte mir für Donnerstag einen Rückruf seiner Kollegin, die für den Bereich "Finanzdienstleistungen" zuständig ist.

Das Problem mit der Stellensuche bei mir ist, daß die interessanten Stellen selten ausgeschrieben sind. Ich schätze mal, daß 80% der Positionen über Kontakte oder Personalberater besetzt werden.

Also, drückt mir die Woche mal die Daumen, daß ich die Zusage für den Job bekomme! Ich lade Euch alle dann zu einem Zitroneneis ein!!!

Euer So isses

4 Kommentare 28.1.09 21:33, kommentieren

Frechheit!

Es gibt schon interessante Geschäftsmodelle... Vor etwas über einem Jahr haben wir unseren Stromanbieter gewechselt, was sich bei einem vierköpfigen Haushalt und einem recht großen Haus deutlich ausgewirkt hat. Da wir sehr darauf achten keine Energie zu verschwenden und ich ein Auge auf den Verbrauch habe, konnte ich die Vorauszahlung beim neuen Anbieter ziemlich gut kalkulieren. So kam jetzt die Jahresabrechnung und wir mussten 14.- nachzahlen. Das war ok.

Jetzt gehöre ich ja zu den Menschen, die gerne das "Kleingedruckte" lesen, da ich im Geschäftsleben eher zu den misstrauischen Menschen gehöre. Und siehe da, ich fand dort die Nachricht, daß die monatliche Vorauszahlung um schlappe 9.- angehoben wird. Jetzt habe ich mal meinen Kopfrechner angeworfen und kam zu dem Ergebnis, daß 9 x 12 = 108.- € macht. Ich sollte also ernsthaft 94.- € mehr vorauszahlen, als mein Stromverbrauch voraussichtlich kosten wird.

Das ist eine interessante Masche. Wenn von 150.000 Kunden nur 50.000 widersprechen, dann hat das Unternehmen ein zinsloses Darlehen von 94 x 100.000 = 9.400.000.- €. Auf der Bank gibt's entweder 4% Guthabenzinsen drauf (Macht schlappe 376.000.- € Zinsgewinn) oder das Unternehmen kann das Geld eben für ein Jahr zinslos investieren.

Jetzt wage ich mal eine kühne Behauptung aufzustellen: Es werden keine 50.000 Kunden widersprechen. Wahrscheinlich sind es deutlich weniger. Ich habe auf jeden Fall bei der Kundenhotline höflich, aber bestimmt reklamiert und hatte 3 Tage später eine korrigierte Benachrichtigung, wonach meine Vorauszahlung um 1,17 € angehoben wird.

Am Freitag habe ich Bewerbungstraining mit Hauptschülern aus der 9.Klasse gemacht, die im Sommer einen Ausbildungsplatz brauchen. Ich bin ja nicht naiv, aber ein wenig gewundert habe ich mich dann schon. Ich übernahm das Coaching eines 15-jährigen Mädchens türkischer Abstammung. Sie spricht recht gut Deutsch, wenn auch mit der alterstypischen Einfärbung. Nachdem wir uns kurz unterhalten hatten, was wir als erstes machen, kamen wir auf folgende Bestandsaufnahme:

Sie hat sich letztes Jahr August beim Arbeitsamt beraten lassen und bekam seit September 08 regelmäßig Ausbildungsplatzangebote zugeschickt. Außerdem hatte sie im November einen Termin bei einer Beraterin. Was hat sie seit dem unternommen? Nichts... Die Angebote waren mittlerweile fast alle aus der Datenbank gelöscht und zu dem Termin mit der Beraterin war sie nicht erschienen. Also "verdonnerte" ich sie dazu, die Firmen alle anzurufen und sich zu erkundigen, ob sie ausbilden und in welchen Berufen, ob die Stellen noch zu besetzen sind, wer der Ansprechpartner im Unternehmen ist und ob es Besonderheiten gibt, die bei der Bewerbung zu beachten seien.

Sie schaute mich fassungslos an und meinte: "Soll ich da anrufen?". Na klar! Wer denn sonst???. Daraufhin sie: "Das kann ich nicht!". Dann lernst Du es, ganz einfach. Also erarbeiteten wir einen Telefonleitfaden und übten das Ganze ein paar Mal. Dann telefonierte sie die Firmen durch. Nach 15 Minuten kam sie mit den Ergebnissen wieder. Immerhin kamen insgesamt 7 Firmen in Frage. Da mit der Vorbereitung  und dem Telefonieren die ganze Zeit draufgegagen ist, bekam sie "Hausaufgaben" von mir auf, die sie sich fleißig notierte. Außerdem gab's eine "Gardinenpredigt" kostenlos obendrauf. Sie behauptete, sie hätte keine Emailadresse. Da ich das nicht glauben konnte, gab sie kleinlaut zu, sie hätte zwar mehrere, aber die enthielten alle Wörter wie "Bitch" und ähnliches. Daß das nicht für einen Emailkontakt für Bewerbungsschreiben taugt, war ihr schon selbst klar geworden...

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Euch

Euer So isses

 

6 Kommentare 25.1.09 14:49, kommentieren

Rauf und runter

Es gibt Tage, die beginnen ruhig und werden dann unvermittelt turbulent. Heute ist wohl so ein Tag. Gestern feierten wir den Geburtstag meiner Frau und es wurde natürlich etwas später. Daher stand ich heute früh auf, machte das Frühstück und versorgte die Kinder. Als sie dann auf dem Weg in ihre Schulen waren, legte ich mich wieder hin. Nur ein "halbes Stündchen"...

Natürlich blieb ich länger liegen und schon wurde es hektisch. Ich kam gerade noch pünktlich zum Sport und da ging es gleich richtig zur Sache. Unsere Trainerin machte uns so richtig fertig. Normalerweise habe ich wenig Probleme mit dem Pensum, aber heute war es wirklich heftig. Kaum war ich zuhause, fing ich an meine laufenden Bewerbungen (mal wieder) nach zu telefonieren.

Es ist schon unglaublich, daß sich Mitarbeiter in Personalabteilungen nicht schämen, daß sie nach mittlerweile zweieinhalb Monaten noch keine Entscheidung über eine Ein-/Ausladung zu einem Vorstellungsgespräch getroffen haben. Unglaublich! Die Stelle war zur Besetzung zum 1.12.08 ausgeschrieben.

Bei einem Anruf meinte eine Dame zu mir: "Ach, Herr..., eben hatte ich Sie in der Hand!". Ob das ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen sei, wollte ich vor ihr wissen. "Naja, eher ein schlechtes...". bekam ich zur Antwort. Blöd! Das war eigentlich eine wirklich interessante Stelle. Naja.

Ansonsten brachten mich die Telefonate nicht weiter. Dafür habe ich mal wieder zwei halbwegs interessante Positionen im Internet gefunden. Mittlerweile rufe ich ja vorher an, ob die Stellen auch noch zu besetzen sind. Dem ist zum Glück so. Also habe ich gleich meine Unterlagen weggeschickt.

Dann kam Post (Email) von meinem Anwalt. Er schickte mir seinen Vorschlag für das Arbeitszeugniss, den er jetzt dem Anwalt meines Ex-Arbeitgebers übermittelt. Kaum habe ich das gelesen, bekam ich Post (Briefkasten) vom Arbeitsamt. Die wollten eine Kopie des Vergleichs mit meinem Ex-Arbeitgeber haben. Nur: Der ist ja noch nicht geschlossen! Also angerufen und das richtiggestellt.

Und eben kam dann ein Anruf von einer Personalberatung, die mich zu einem ersten Gespräch bittet. Na, geht doch! Zum Glück waren die etwas flexibel, denn ausgerechnet an dem Tag, wenn ich mit meinem Sohn nach Berlin fahre, sollte ich nach München kommen. Aber das klappt jetzt zeitlich. Puh!

Gestern war ich ja wieder nachmittags bei meinen "Kindern" im Kinder- und Jugendzentrum. Die waren völlig überdreht! Einige standen kurz vor einem Hausverbot. Aber dann rissen sie sich zusammen und es ging wieder. Die Leiterin bat mich, mit den Jungs einen verwaisten Raum als "Jungenzimmer" herzurichten. Also schnappte ich mir die Jungs und wir diskutierten, ob das eine sinnvolle Sache ist und wie wir das umsetzen können. Die waren Feuer und Flamme, aber hatten ziemliche Probleme damit, ihre Idee niederzuschreiben und untereinander einen Konsens zu finden. Am Montag stellen wir dann die Ideen der Kids der Leitung vor und schauen mal, ob es ein OK gibt.

Euch noch einen schönen Tag!

Euer So isses

1 Kommentar 22.1.09 16:50, kommentieren

Hauptschule

Wenn ich mit meinen Bewerbungen für einen Job genaus viel Erfolg hätte, wie bei meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, dann müsste ich mir keine Sorgen machen

Heute war ich in einer Hauptschule, weil dort jemand gesucht wird, der einmal in der Woche für zwei Stunden mit bis zu 3 Hauptschülern Bewerbungstrainings macht. In erster Linie geht es um Hilfestellung beim Verfassen der Bewerbungen, Ausfindigmachen von Firmen, Vor- und Nachbesprechungen von Zu- bzw. Absagen und Bewerbungsgesprächen.

Was mich völlig überrascht hat war die Tatsache, daß es offenbar für diesen Bereich in meiner Region Geld im Überfluss gibt! Nur gibt es leider keine koordinierende Stelle dafür, sodaß die IHK, das Arbeitsamt, der Lions-Club, die Caritas, die Stadt, usw. alle nebeneinanderher werkeln. So gut es jeder meint, so schlecht ist es, daß dahinter kein vernünftiges Konzept steht, sondern jeder nur einen Bereich herauspickt, den er bearbeitet.

Für die Tätigkeit hat man mit 20.- € die Stunde angeboten. Das Honorar habe ich jedoch abgelehnt, da ich ja (hoffentlich) bis März noch mein Gehalt bekomme und danach mir das mit dem Arbeitslosengeld verrechnet würde. Lediglich eine Erstattung der Auslagen habe ich angenommen. Am kommenden Freitag geht es los!

Morgen bin ich wieder im Kinder- und Jugendzentrum. Da wird ja mittwochs gekocht. Hoffentlich bin ich eingeladen Für 2 Stunden übernehme ich dann die Jungs im Computerraum, wenn sie mit den Hausaufgaben fertig sind. Bis sehr gespannt, wie sie mich aufnehmen werden...

Gestern habe ich den Entwurf meines Anwalts für mein Arbeitszeugnis bekommen. Es wirkt etwas gestelzt und ich habe einige, zusätzliche Formulierungen ("Großartiger Mann!" vorgeschlagen.

Ansonsten Fehlanzeige bei den Jobs. Euch wünsche ich natürliche bessere Nachrichten!

Euer "So isses"

1 Kommentar 20.1.09 16:45, kommentieren

Das > Erste Mal <

Heute habe ich meine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Kinder- und Jugendzentrum begonnen. Für die Dauer meiner Arbeitslosigkeit bin ich dort an zwei Nachmittagen in der Woche und unterstütze die beiden hauptamtlichen Erzieherinnen.

Püntklich um 13:00 Uhr habe ich mich in der Barracke eingefunden und auf mein Klingeln hin machte mir eines der Kinder auf. Nach einer kurzen Einführung (die Räumlichkeiten kannte ich bereits) ging ich in den Raum für die Schulaufgabenbetreuung und nahm mich eines Zweitklässlers an. Mit ihm ging ich seine bereits erledigten Hausaufgaben durch und half ihm bei dem Rest in Mathematik und Deutsch. Natürlich versuchte er mich dazu zu bringen, daß ich ihm die Lösungen verrate Aber diese "Spielchen" kenne ich ja von meinen eigenen Kids und ließ mich nicht darauf ein. Es erfordert allerdings eine ordentliche Portion Geduld...

Nach 30 Minuten fing der Junge an unkonzentriert zu werden und es wurde zusehends mühlselig. Aber wir schafften alles und ich übernahm das nächste Kind. Insgesamt nahmen heute 7 Kinder das freiwillige Angebot der Hausaufgabenbetreuung an. Als alle fertig waren, ging ich in den großen Aufenthaltsraum, in dem vor allem getobt wird. Hier spielte ich einige Matches Tischfußball, wobei natürlich jeder mit mir spielen wollte und ich alle Mühe hatte, die Bande im Zaum zu halten

Dann kamen einige größere Jungs dazu, die sich als echte Rabauken entpuppten, die einen ziemlich rauen Umgang miteinander pflegten. Die mussten mir natürlich erst einmal zeigen, was für tolle Kerle sie sind. Ich habe mit ihnen Salti auf einer Turnmatte geübt, damit sie sich mal auspowern. Das hat auch ganz gut funktioniert und danach fielen wir über 4 Kisten mit Playmobil und LEGO her.

Diese Kisten waren Spenden, die ganz neu im Hause waren. Die Jungs wussten nicht so recht, was sie mit sich und mir anfangen sollten. Einerseits fühlten sie sich für LEGO viel zu alt, andererseits geht von den Steinen einfach auch eine Art "Magie" aus. Ich fragte in die Runde, wie hoch wohl ein Turm sein würde, wenn man alle Steine verbauen würde. Nach den Schätzungen ging's an den Turmbau

Und schon waren die 4,5 Stunden um. Wahnsinn! Ich habe völlig das Zeitgefühl verloren. Über die Fragen der Kinder, ob ich denn morgen auch wieder da sei, habe ich mich sehr gefreut. Der Junge, mit dem ich zuerst die Hausaufgaben machte sagte zum Abschied, daß ich heute das "Coolste vom ganzen Tag gewesen sei".

Kaum waren die Kinder alle außer Haus, spürte ich, wie fertig ich war. Das schlaucht ganz schön, denn ich hatte natürlich keine Minute Pause gehabt. Aber es war wirklich eine sehr schöne Erfahrung. Ich freu mich richtig auf Mittwoch!

Morgen stelle ich mich wegen den Bewerbungstrainings für Hauptschüler vor, das ich zweimal in der Woche für zwei Stunden machen möchte.

Nach dem Abendessen schaute ich mit meinen Kindern "Don Camillo und Peppone" an. Ein Film in schwarzweiß von 1952. Ich habe den Film vor 15 Jahren das letzte Mal gesehen. Er ist immer wieder sehenswert! Und so aktuell!!!

Vielen Dank für die öffentlichen und privaten Stellungsnahmen zu meinem gestrigen Blogeintrag! Ich suche immer noch den/die erste/n Investor/in für die 2 Stunden wöchentlich

Da ich verschiedentlich gefragt wurde, wie man an solche Möglichkeiten kommt, hier ein paar Anregungen:

Direkt z.B. auf Schulen, Kindergärten, Horte, Kinder- und Jugendzentren, "Tafeln" für Bedürftige, Pfarrer, Seniorenheime, etc, zugehen.

Einige "jüngere" Leser meines Blogs meinten, sie seien "zu jung" und hätten zu wenige Erfahrungen. Zum Vorlesen vor Kindern oder Senioren braucht man sehr wenig. Außer dem Wunsch ein klein wenig zu tun und dann zu telefonieren

Vielen Dank an Alle, die sich angeregt fühlen!

Euer So isses

Ach ja: Heute habe ich eine Absage für meinen favorisierten Job bekommen...

2 Kommentare 19.1.09 22:25, kommentieren

Warum eigentlich nicht?

Ich hatte ja geschrieben, daß ich ab morgen ehrenamtlich am 2 Tagen in einem Kinder- und Jugendzentrum arbeiten werde. Zumindest solange, bis ich wieder einen Job habe. Mir ist diese Aufgabe wichtig und habe eine Ahnung davon bekommen, wie wichtig sie für die Kinder ist. Ich habe selbst welche...

Meine "neuen " Kinder kommen in der Regel aus "Problemfamilien" in einem "Problemviertel" der Stadt. Aus beengten, häuslichen Verhältnissen, mit schlechten Ernährungsgewohnheiten und häufig keinem oder mangelhaftem "Pausenbrot". Zudem haben sie meistens keine Aufsichtsperson, wenn sie nach Hause kommen und niemanden, der sie bei ihren Schulaufgaben unterstützt.

In der Einrichtung kümmern sich zur Zeit 2 angestellte Frauen um die Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Einmal wöchentlich gibt es einen "Kochkurs" für die Mädchen, die unter der Anleitung zweier älterer Damen für die ganze Gruppe kochen. Die Lebensmittel dazu sind Spenden.

Jetzt bin ich hier ja "erst" seit rund 2 Monaten im Blog. In der Zeit habe ich ein wenig über die "Onlinegewohnheiten" gelernt. Viele schreiben ihr persönliches Schicksal auf. Sie erfahren Zuspruch, Unterstützung vielfältiger Art und tauschen sich mit Freunden und Fremden aus. Trotzdem ist alles virtuell.

Ich habe mir in den letzten Tagen öfter die Frage gestellt, was wäre, wenn jeder meiner Leser hier nur 2 Stunden wöchentlich Onlinezeit "abzweigt" und diese Zeit in andere Menschen "real" investieren würde.

Denn so, wie uns hier das Aufschreiben durch die Reflektion hilft, würde es anderen auch helfen. Nur hat nicht jeder die Möglichkeit dazu. So, wie ich hier die Blogs Anderer lese, könnte ich auch 2 Stunden Anderen zuhören.

Die Kinder, die ich ab morgen unterstützen werde, haben keine Möglichkeiten Blogs zu schreiben. Sie haben weder PCs, noch sind sie fähig, ihre Erlebnisse, Sorgen und Nöte in Worte zu fassen. Mit wem sollten sie es geübt haben?

So, wie ich jetzt 2x 2 Stunden in der Woche mit Hauptschulabgängern Bewerbungstrainings mache, so kann JEDER hier auch eine ganz kleine Zeit investieren, die für Kinder und Jugendliche eine wegweisende Zeit bedeuten kann.

Ich würde mich unheimlich freuen, wenn sich nur EINE/R hier fände, der/die inspiriert ist und ebenfalls 2 Stunden in der Woche in Kinder/Jugendliche investiert.

Bitte, schreibt mir eure Gedanken dazu. Und natürlich erst recht, wenn Du etwas unternimmst!

Euer "So isses"

8 Kommentare 18.1.09 14:50, kommentieren

Und weiter geht's!

Das Beste habe ich mir ja für heute aufgehoben. Wollte gestern nicht alles verraten...

Ich suche ja schon länger eine Möglichkeit ehrenamtlich was zu machen, um während meiner Arbeitslosigkeit sinnstiftend und regelmäßig tätig zu sein. Das war eine ziemliche Rumtelefoniererei. Bei den üblichen "Verdächtigen" wie Caritas, Stadtjugendring u.ä. hatte man keine Verwendungsmöglichkeit für mich. Unfassbar! Als ich einer Jungendinitiative anbot, z.B. Bewerbungstrainings mit Jugendlichen zu machen, bekam ich zur Antwort, man "hätte Zivis" und da bräuchte man nix zusätzliches. Soso... Auf welcher Berufserfahrung baut ein Zivi denn so auf? Naja. Nix gegen Zivis. Ich war selbst einer...

Aber gestern habe ich etwas gefunden. Ich werde 2x wöchentlich in einem Kinder- und Jugendzentrum die Nachmittagsbetreuung verstärken. Das "Vorstellungsgespräch" war sehr nett. Die konnten es kaum fassen, daß ich das ehrenamtlich machen möchte. Als sie schüchtern nach meinem Beruf fragten fielen sie fast vom Stuhl, als ich ihnen meine Situation erklärte. Naja, als ich ihnen dann noch erzählte, daß ich früher mal einen gemeinnützigen Verein gegründet habe, der sich um gewaltbereite Jugendliche kümmerte und daher eine Vorstellung davon habe, was der Umgang mit dem Klientel aus Problemfamilien bedeutet, konnten sie ihr Glück kaum fassen. Ich gebe zu, mich hat ihre Begeisterung selbst angesteckt und ich freue mich total auf die Kinder!

Zusätzlich werde ich eventuell noch 1 - 2 x wöchentlich 2 Stunden Bewerbertrainings mit Hauptschülern an den Schulen machen. Das entscheidet sich aber erst nächste Woche.

Als ich von meiner "Bewerbung" nach Hause kam, hatte ich eine Mail meines Anwalts im Briefkasten. Er gab mir einen Schriftsatz des Anwalts meines Ex-Arbeitgebers zur Kenntnis. Darin wurde mir angeboten, das Arbeitsverhältnis zum 31.3.09 zu beenden! YES!!! (Zur Info für "Neuankömmlinge": Ich bin zum 30.11.08 entlassen worden) Damit war also die Einschätzung meines Anwalts richtig, daß die kalte Füße bekommen, falls es zur Verhandlung kommt. Bestandteil der angebotenen Vereinbarung ist ein "wohlwollendes" Zeugnis, das gerade mein Anwalt formuliert. Somit habe ich jetzt also noch 2,5 Monate gewonnen und hätte, mit etwas Glück, einen Lebenslauf ohne Unterbrechung durch Arbeitslosigkeit. Leute, meine Rechtsschutzversicherung hat sich echt gelohnt! Bei Interesse vermittle ich gerne eine

Mein Anwalt hat mir nochmal alle Möglichkeiten dargestellt, die sich jetzt ergeben. Darunter z.B. die Option, sich die 4 Monate als Abfindung auszahlen zu lassen, da ich dadurch die Sozialabgaben sparen würde. Allerdings gibt es auch Gründe die dagegen sprechen. Jetzt handeln die Anwälte die Details aus.

Wenn alles klappt, dann werde ich in den Faschingsferien (Ja, in Bayern gibt's das tatsächlich!) mit der Familie eine Woche Urlaub machen. Das haben wir uns verdient nach all den Querelen der letzten Monate. Außerdem hatten wir den letzten, gemeinsamen Urlaub letztes Jahr Ostern.

So, Euch wünsche ich jetzt auch Tage voller positiver Nachrichten!

Euer "So isses"

4 Kommentare 16.1.09 10:01, kommentieren

Stichwörter zu diesem Blog

28.10.2008 Kündigung 3 Tage vor Ende der Probezeit erhalten

29.10.2008 Gang zum Arbeitsamt

30.10.2008 Termin beim Anwalt, Kündigungsschutzklage

3.11.2008 Erster Blog hier

3.11.2008 Erste Bewerbung verschickt

7.11.2008 Erstberatung durch Arbeitsamt. Haben nix

14.11.2008 Erstes Bewerbungsgespräch

15.11.2008 Entschluss gemeinnützig tätig zu werden bis zum neuen Job

1.12.2008 Erster Tag arbeitslos

10.12.2008 Erstes Assessment Center, kein Job

11.12.2008 Gütetermin Arbeitsgericht, keine Einigung

29.12.2008 Ex-Arbeitgeber macht Angebot mit Kündigung zum 28.2.2009

14.1.2009 Ex-Arbeitgeber bietet 31.3.2009 an. Ich nehme an

14.1.2009 Erstes, interessantes Zweitgespräch wegen neuem Job

15.1.2009 Ehrenamtliche Tätigkeit in Jugendzentrum gefunden

1 Kommentar 18.1.09 16:59, kommentieren

Gute Zeiten...

Ich gebe ja zu, daß mir nicht immer etwas Grandioses einfällt, wenn ich hier schreiben will. Heute jedoch befürchte ich, etwas zu vergessen, denn es liegen 2 (na gut: heute ist erst ein halber Tag) ereignissreiche Tage hinter mir.

Gestern war ich in Frankfurt zu einem Bewerbungs-"zweitgespräch" Bei der Firma hatte ich ein erstes Gespräch bereits im November, jedoch konnten sie, trotz Bedarf, niemanden einstellen. Absoluter, konzernweiter Einstellungsstopp! Nicht einmal ausscheidende Mitarbeiter durften ersetzt werden. Nun bekam ich kurz vor Weihnachten die, etwas überraschende, Nachricht, "jetzt würde etwas in Süddeutschland gehen". Also traf ich mich gestern in Frankfurt mit dem Vertriebschef und dem Deutschlandchef des Konzerns.

Das Gespräch dauerte etwa 90 Minuten und es lief ganz gut. Sicherlich hatte ich nicht auf jede Frage eine perfekte Antwort, aber Patzer habe ich mir auch nicht geleistet. Bei der heiklen Frage des Gehalts habe ich das verlangt, was ich bei meinem alten Arbeitgeber auch verdient habe. Das ist natürlich in meiner Situation und angesichts der Finanzkrise etwas gewagt, aber es lag genau im Rahmen, was sie zu zahlen bereit sind. Außerdem würden sie mir auch noch den "Business-Englischkurs" bezahlen.

Die Position ist im Unternehmen schon seit Monaten unbesetzt und Süddeutschland wird von einer "Junior Salesmanagerin" von Frankfurt aus kommisarisch mitbetreut. Diese hatte mich auch empfohlen

Kaum war ich aus dem Gespräch raus, klingelte mein Handy und ich hatte eine Personalberaterin dran, die für einen Versicherungskonzern eine interessante Stelle zu besetzen hat. Meine Unterlagen hatte sie schon und sie wollte ein Telefoninterview mit mir durchführen. Das haben wir gleich gemacht und am Ende gab sie sich zuversichtlich, daß ich zum Bewerbungsgespräch gebeten werde. Na also!

Der eigentliche Knüller kam aber 5 Minuten später! Wieder klingelte mein Handy, und die "Junior-Salesmanagerin" war dran und fragte, wie mein Gespräch mit ihren Chefs war. Dann verriet sie mir, daß sie schwanger sei und im Juni in Mutterschutz geht! Das wussten ihre Chefs aber noch nicht Damit erhöht sich natürlich der Druck auf eine kurzfristige Nachbesetzung, denn sonst könnte ja auch keine Einarbeitung mehr durch sie erfolgen...

Solche Tage kann ich öfter brauchen! .

3 Kommentare 15.1.09 14:26, kommentieren

Das Gesetz

Normalerweise pflege ich ja etwas ausführlicher zu schreiben. Aber gestern sah ich an einer Pinnwand einen Zettel hängen, dessen Inhalt ich hier niederschreiben und meinem heutigen Blog widmen möchte:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 1619
"Dienstleistungen in Haus und Geschäft"

 

"Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten."

 

Da muss man doch nicht mehr diskutieren, oder? Diesen Paragraphen scheinen weder Eltern, noch Kinder zu kennen. Bis heute! Denn jetzt hängt der Paragraph bei und im Bad, in der Küche, im Wohnzimmer, im Flur und natürlich an den Kinderzimmertüren!!!

Welch' grandiose Vorstellung: "Wenn Du dein Zimmer nicht aufräumst, verklage ich Dich!"

Mein Sohn brachte beim Frühstück das Gespräch auf die Rechtsschutzversicherung. Ob er da auch mit drin sei...

Für interessierte Eltern: Der Paragraph ist zu finden im BGB:

Buch 4 - Familienrecht (§§ 1297 - 1921)   
   Abschnitt 2 - Verwandtschaft (§§ 1589 - 1772)   
   Titel 4 - Rechtsverhältnis zwischen den Eltern und dem Kind im Allgemeinen (§§ 1616 - 1625)   

Euch spannende Gespräche mit dem Nachwuchs!!!

Bevor ich es vergesse: Heute habe ich ein Vorstellungsgespräch in Frankfurt. Besser gesagt ein "Zweitgespräch" mit dem Vertriebsleiter und dem Deutschlandchef. Könnte ein paar gedrückte Daumen gebrauchen...  

5 Kommentare 14.1.09 11:23, kommentieren

Viel Geld?

Nun, wieviele Nullen hat 1 Milliarde? Na, gewusst ohne es aufzuschreiben? Okay, es sind 9 Nullen... Mir stellt sich in diesen Tagen die Frage, ob wir uns dem Wert des Geldes noch bewusst sind. Alle, die schulpflichtige Kinder haben oder hatten, kennen den Kampf um 200.-€ für eine sinnvolle Anschaffung im Hort, der Schule oder Kindergarten. In Vereinen werden um 500.-€ für diese oder jene Ausgabe hart gerungen. Menschen engagieren sich in der Freizeit, weil sie helfen wollen offenkundige oder versteckte Mißstände zu beseitigen.

Tja, und nun steigt der "Staat" mit zig-Milliarden bei einer Bank "ein". Nun, das wirft bei mir (nicht nur als kommender Kabarettist) Fragen auf. Zunächst einmal, wer ist der "Staat"? Bei einem Blick in "Wikipedia" werden wir geholfen:

"Für Niccolò Machiavelli (1469–1527) waren alle menschlichen Gewalten, die Macht über Menschen haben, „Staat“." Aha. Also hat der Staat Macht über uns. Aber: Es sind "menschliche Gewalten"? Welche Menschen üben jetzt die "Gewalt" aus? Immerhin leben wir in einer "Demokratie", die  Aristoteles wie folgt beschreibt: "Volksherrschaft, autonome Selbstregierung des Volkes". Okay, wir regieren uns selbst. Nun, daher wählen wir ja auch alle Nase lang irgendwen: Landtagswahlen, Kommunalwahlen, Bundestagswahlen, Europawahlen, Betriebsratswahlen, Vorstandswahlen, Aufsichtsratswahlen, Klassensprecherwahlen, Kirchenvorstandswahlen, Elternbeiratswahlen, etc.

Kann es sein, daß es in unserer Gesellschaft genau so viele Ämter gibt wie Einwohner? Wer hatte von Euch noch nie irgendein Amt? Bitte schreibe mir! Ich brachte es bisher auf Klassensprecher, Betriebsrat, Vereinsvorstand, "Teamcaptain", Sprecher von ..., Vertrauensmann, Elternsprecher in der Schule, Vorsitzender im Fanclub (selbstgegründet), Ersatzdelegierter zum Bundesparteitag, Ortbeirat.

So aus der Distanz betrachtet, sehe ich einiges kritisch. Kann ich das ALLES gut gemacht haben? Vermutlich nicht. Warum lassen wir es zu, daß auch offenbar wenig- oder gar ungeeignete Menschen (mit zweifellos guten Absichten) diese "menschliche Gewalt" ausüben? Lassen sich andere Schlüsse ziehen als: a) Mangel an Bereitschaft Eigenverantwortung zu übernehmen? oder b) Desinteresse?

Warum delegieren wir so bereitwillig immer kleinteiliger? Ich glaube, die Bereitschaft zum Kompromiß zum Wohle der großen Mehrheit ist stark zurück gegangen. Daher kann man beobachten, daß das Engagement von Menschen immer dann endet, sobald ihr eigenes Interesse durchgesetzt wurde.

Apropos Volk: Es ist schon interessant, wenn der bayerische Ministerpräsident Seehofer eine "Volksabstimmung" in Deutschland für europäische Fragen fordert. Immerhin wurde er Ministerpräsident, ohne daß jemand die Chance hatte ich NICHT zu wählen ;-).

Uneigennützigkeit hat mittlerweile schon fast etwas anrüchiges. Wer uneigennützig handelt, macht sich irgendwie verdächtig. "Da muss doch was dahinter stecken!" oder "So etwas macht doch keiner ohne Hintergedanken!"

Ich versuche seit geraumer Zeit mich ehrenamtlich zu betätigen. Bedingt durch die Arbeitslosigkeit habe ich Zeit und möchte etwas tun. Bis jetzt hat sich noch keine Institution aufraffen können, meine Arbeitskraft und mein Können anzunehmen. Mir schlägt auch hier Misstrauen entgegen. Komisch...

Zurück zum Geld. Wir verlieren langsam den Bezug zum Geld. Der Einstieg von uns (wir sind das Volk) bei der Commerzbank zieht mehr Geld aus dem Bundeshaushalt als der Betrag für Bildung und Forschung. Ist das sinnvoll? Ob von der Commerzbank jemals ein Cent zurückfließen wird, steht in den Sternen. Investition in Bildung rentiert sich immer.

Versucht doch einmal folgendes: Lasst eine Woche lang die ec- und Kreditkarten zu Hause. Hebt Geld vom Automaten ab, aber zahlt immer in bar. Ihr bekommt wieder einen anderen Bezug zu Geld. Das ist vor allem Eltern zu raten. Wie sollen Kinder einen "Wert" des Geldes erlernen, wenn das Geldausgeben kein physischer Vorgang mehr ist?

Kommentare dazu, wie immer, herzlich willkommen!!!

Euch eine schöne Woche

3 Kommentare 12.1.09 14:19, kommentieren

Sing Star

Als Erwachsener ist es ja schon fast peinlich, aber ich spiele für mein Leben gerne "Sing Star"! Eigentlich ist das ja mehr für "die Jugend von heute". Ich habe das vor 3 Jahren mal bei meiner Nichte kennengelernt. Natürlich fande ich Karaoke furchtbar. Aber sie hat solange an mich herangeredet, bis ich mich auch einmal daran versucht habe. Ausschlaggebend war der Spruch: "Ich denke, Du bist ein cooler Onkel?". Da wollte ich sie nicht vor ihren Klassenkameradinnen blamieren und habe das Micro geschnappt. "99 Luftballons" von Nena war mein erster Song. Danach hat es mich gepackt. Also nicht, weil ich Nena so toll finde. Natürlich habe ich mir auch sofort eine "Playstation" gekauft. Meine Kinder dachten, die wäre für sie

Mittlerweile machen wir einmal im Monat einen "Sing-Star"-Abend mit Freunden. Mit ein paar Snacks und ein wenig Rotwein ist das eine wirklich feine Sache!

Vorgestern lief Otto im Fernsehn. Das ist für mich, als DER kommende Kabarettist, natürlich ein Pflichttermin gewesen. Otto ist ja, nach Jahren der Abstinenz, in letzter Zeit wieder häufiger im TV zu sehen. Dafür gibt es 2 Gründe: Entweder ist es ihm in Ostfriesland auf Dauer zu langweilig geworden, oder er hatte ein Angebot für "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" bekommen. Da waren ihm wahrscheinlich die Liveauftritte lieber. Immerhin wird er dieses Jahr 61 Jahre alt!

Es war schon erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln er das Publikum zum Toben brachte! Seine Witze sind banal und flach. Sein Geheimnis ist wohl, daß Jeder mitmachen kann. Bei irgendeiner seiner Gesangseinlagen findet sich der Zuschauer wieder. Außerdem bietet er Vertrautes. Schon seit "Ariel" gilt: "Da weiss man, was man hat!". Die Bühnenfigur ist einzigartig und er zieht eine neue Generation in den Bann. Hut ab!

Leider machte ich dann den Fehler, zum Bayerischen Fernsehen umzuschalten. Dort kommt Freitags abends immer Comedy. Leider diesmal nicht Günter Grünwald, sondern "Kanal Fatal". Nach 30 Minuten bin ich eingeschlafen. So habe ich dann einen meiner Lieblinge, "Django Asül" verpasst. Naja, es gibt schlimmeres...

So, das Zimmer meines Sohnes ist fertig! Puh! War ein hartes Stück Arbeit. Ich habe das letzte Mal vor 25 Jahren tapeziert. Aber, es ist wirklich gut geworden! Mein Sohn ist ganz happy und hat die erste Nacht im "neuen" Zimmer sehr genossen.. Kinder können soooo dankbar sein!

Euch wünsche ich Montag einen tollen Start in die Woche! Glaubt mir, es wird eine Wunderbare werden!!!

1 Kommentar 11.1.09 19:07, kommentieren

Ein Stern ist aufgegangen?

Nett! Wie sehr die Abschaffung eines klitzekleinen Sterns doch die Herzen bewegen, ein Lächeln schaffen und die Sonne heller strahlen lassen könnte! Danke für eure Kommentare und Mails!

Wir renovieren gerade das Zimmer meines Sohnes (fast 12). Seine kleinere Schwester hatte im August zum Geburtstag ihr Zimmer renoviert bekommen. Als nun die Kleine, das (noch nicht fertige) Zimmer des großen Bruders sah, wollte sie auch die Farbe in ihrem Zimmer haben. Außerdem fing sie an sich über ein Farbfeld in ihrem Zimmer zu beschweren, das in "Champagner" gehalten ist und damit heller als der restliche Raum. Dadurch sollte der Bereich an ihrem Schreibtisch heller und lockerer wirken.

Die Kleine beschwerte sich also über das "Gelb" in ihrem Zimmer bei meiner Frau. Die antwortete: "Das ist nicht Gelb, sondern Champagnerfarben". Die Tochter (8 Jahre) antwortete trocken: "Champagner ist was zum Trinken und gehört nicht an die Wand!". Ohne Worte!

Gestern war mein Termin mit dem Anwalt. Er war über das Angebot meines Ex-Arbeitgebers ziemlich überrascht. Eigentlich hätte er erwartet, daß man mich mit dem Versuch schikanieren würde, mir mein Homeoffice zu kündigen und einen "tollen" Job z.B. in Frankfurt anzubieten. Das Ganze verbunden mit der Hoffnung, daß ich dann von selbst gehe.

Wenn ich das Angebot nicht annehme, dann hätte ich wohl auf bei der Verhandlung im April keine Gewissheit, denn der Richter hat keine Beweisaufnahme angeordnet. Das geschieht üblicherweise erst zu einem zweiten Gerichtstermin. Damit würde der Fall wahrscheinlich frühestens im Herbst entschieden, wenn keine Partei in die Berufung geht. Außerdem scheint mein Fall so speziell zu sein, daß er zur Not bis zum Bundesgerichtshof gehen könnte. Dann würde die Entscheidung etwa mit dem Beginn meiner Rente gefällt werden. Also werden wir jetzt nachverhandeln und anbieten, dem Vergleich zuzustimmen, wenn die Weiterbeschäftigung bis zum 31.3.09 erfolgt. Damit hätte ich einen weiteren Monat gewonnen und üblicherweise werden Einstellungen ja zum Quartal vorgenommen.

Aber zuvor brauche ich die Gewissheit, daß ich dadurch keine Nachteile erleide. Daher rief ich heute beim Arbeitsamt an. Dort erfuhr ich, daß ich niemanden sprechen kann, sondern nur einen Rückruf innerhalb von 48 Stunden garantiert bekomme. In 48 Stunden ist Samstag...

In der "Süddeutschen Zeitung" von heute konnte ich auch lesen, warum ich niemanden sprechen konnte. Der Leiter der Behörde hatte nämlich eine Wette einzulösen. Für den Fall, daß sein Bezirk 2008 bundesweit die niedrigste Arbeitslosenquote hat, würde er sich seinen Kinnbart rot färben lassen. Tja, damit habe ich die zweifelhafte Ehre, in den Zuständigkeitsbereich des Amtes zu fallen, das deutschlandweit am wenigsten zu tun hat und deshalb kann ich niemanden sprechen. Klingt doch auch irgendwie logisch, oder?

So, liebe Leser und Kommentatoren*. Viel Spaß weiterhin beim lesen meines Blogs und gegen das Weiterempfehlen habe ich überhaupt gar nichts!!!

* Dies ist kein kleingedruckter Preishinweis, sondern es sind grundsätzlich auch die weiblichen Persönlichkeiten gemeint!

1 Kommentar 8.1.09 12:52, kommentieren

Kleiner Aufwand, große Wirkung!

Politiker sind ja immer auf der Suche nach Verbesserungen. Schließlich müssen sie ja irgendwie ihr Wahl rechtfertigen, bzw. die abgegebenen Versprechen einlösen. Aber: In einer Republik der Bedenkenträger ist das alles nicht so einfach. Jede, halbwegs vernünftige Idee findet sofort eine große Anzahl von Menschen, die sich durch die daraus resultierende Idee bedroht fühlen. In Deutschland gilt: "Im Zweifel lieber nicht".

Wenn man aber mal genau hinschaut. Also, so richtig im Kleinen. Im ganz Kleinen. Dann gibt es durchaus Verbesserungen, die eigentlich niemanden bedrohen. Außer, er hat keine lauteren Absichten. Wenn man hier eine Kleinigkeit verändert, dann ergäben sich daraus ungeheure Vorteile! Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise (Oder heißt sie noch "Finanzkrise"?) sind solche Veränderungen vor allem mutmachend. Na, noch nicht dahinter gekommen, was ich meine?

Nun, schaut mal auf eurer Tastatur nach. Entdeckt? Ich meine das Zeichen: "*". Auch bekannt unter "Sternchen". Was hat es jetzt damit auf sich?

Nehmt bitte irgendeine Werbung zur Hand. Egal was. Habt Ihr das * gefunden? Nun, das * dient der Verschleierung des wahren Preises der Ware oder Dienstleistung... Irgendwo auf der Seite, oder auch ein paar Seiten weiter, findet man den * wieder und in 5pt ARIAL wird dann das sogenannte "Kleingedruckte" abgedruckt. Das ist nie verständlich, aber juristisch abgesichert. Wenn nun dieses * verschwände, was dann?

Jeder wüsste sofort, was er zu bezahlen hat. Den absoluten Endpreis!!! Wir tätigen doch häufig Spontankäufe nicht, weil wir nicht sofort die Kosten überblicken können. Wir sind misstrauisch geworden. Das ist nicht gut für das Konsumklima in Deutschland.

Beispiel gefällig? Postbank online, heute. Geldanlage:

  • Top-Kondition: 4,50% p. a.* ab dem ersten Euro

Wer weiterliest: * Zinssatz variabel, Bis zu 2.000 € pro Kalendermonat ohne Kündigung vorschusszinsfrei verfügbar

Also ist völlig offen, wieviel Zinsen ich in den nächsten 12 Monaten erhalte. Außerdem komme ich nicht immer an das Geld ran.

Angenommen, die neue Regel lautet: Es muss immer der Endpreis genannt werden. Ist der variabel, muss ein "von bis"-Preis genannt werden. Fertig!

Okay, das würd sicher einigen Anwälten den Job kosten, aber zufriedene Kunden kaufen mehr! Mitarbeiter haben weniger mit Reklamationen zu tun und können dafür mehr beraten. Hach! Die Welt wäre ein klein wenig freundlicher. Leider komme ich in den nächsten Tagen nicht dazu, unserer Verbraucherschutzministerin einen Brief dazu zu schreiben. Würde das jemand von euch übernehmen? Danke!

Zu den vielen Anmerkungen wegen dem Angebot meines Ex-Arbeitgebers muss ich folgenden Hinweis anbringen: Da es sich um einen Vergleich handelt, ist eine Probezeit u.ä. davon völlig unberührt. Ein Vergleich hebt immer die arbeitsrechtlichen Grundlagen auf (Natürlich nur, sofern der Vergleich wiederum juristisch sauber ist). Mit anderen Worten: Mit einer Zustimmung zum Vergleich ist das Arbeitsverhältnis definitiv zum 28.2.09 beendet. Zu klären wäre z.B. noch, ob ich durch einen solchen Vergleich eine Sperre des AlG1 hätte. Aber, morgen habe ich ja den Termin mit dem Anwalt.

So, meine fleißigen Leser. Ich wünsche Euch einen wundervollen Abend, schaut nicht so lange fern und mit dem Chatten ist auch früh Schluß...

3 Kommentare 6.1.09 19:42, kommentieren