Wie es so läuft...

Ja, jetzt kommt mal wieder ein Eintrag...

Nun bin ich seit 2,5 Monaten selbständig. Mein Büro ist mein zweites Zuhause geworden und ich freue mich täglich auf die Arbeit. Noch habe ich den "Breakeven" nicht erreicht, aber ich arbeite mich langsam, aber sicher voran.

Nach meinem Businessplan sollte das Privatkundengeschäft 75% und das gewerbliche Geschäft 25% ausmachen. Es ist aber genau umgekehrt. Das liegt daran, daß das "Netzwerken" mit Geschäftsleuten viel einfacher geht als bei Privatpersonen!

Am überraschendsden war für mich die Tatsache, daß ich bei Geschäftsführern großer Firmen locker in's Geschäft komme, obwohl ich so neu am Markt bin. 14 Tage nach dem Start hatte ich bereits die erste Firma akquiriert. Nach 2 Monaten schon eine Firma mit immerhin 250 Mitarbeitern! Ich gehe regelmäßig zu Veranstaltungen wie "Unternehmer im Dialog", u.a. Dort lerne ich immer sehr interessante Menschen kennen, die meine Dienstleistungen zu schätzen wissen.

Spannend ist es immer! Statt mich auf "Riesterrenten" und Haftpflichversicherungen zu beschränken, bin ich jetzt auch fit in "Warenkreditversicherungen nach Weißrusssland", "BilanzrechtsmodernisierungsGesetz", "Forderungsmanagement", usw.

In meiner alten Firma haben sie jetzt etlichen Ex-Kollegen die Kündigung in die Hand gedrückt. Die machen jetzt das durch, was ich seit Wochen hinter mir habe. Es entsteht gerade die merkwürdige Situation, daß ich ernsthaft daran bin, einen meiner ehemaligen Kollegen als Angestellten in die Firma zu holen

Ich merke schon: Hier muss ich wieder regelmäßig eintragen. Es gibt so viel zu berichten!!!

Liebe Grüße!

5 Kommentare 20.7.09 20:59, kommentieren

Klischee

Leider gibt es Zusammenhänge im Leben, die gefallen mir nicht... So bringt es die Veränderung in den letzten Wochen mit sich, daß ich einerseits mitten in einer Unternehmensgründung stehe (Was äußerst spannend ist) und andererseits genau deshalb kaum noch zum Schreiben hier komme

Obwohl der Laden erst langsam anfangen soll zu laufen, stehe ich seit zwei Wochen total unter Strom. Jeden Tag komme ich ein Stückchen weiter. Aber jeden Tag kommen auch neue Sachen auf mich zu, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Ich habe eine Zusammenarbeit mit einem großem Makler vor Ort angeboten bekommen. Der braucht jemanden, der seine Kunden bei der Kapitalanlagen berät. Und ein Anlageberater, sucht jemanden, der seine Kunden betreut. Jetzt bastele ich an einem Konzept, wie das funktionieren kann. Es geht ja nicht nur um das Geld. Wir müssen Sachen wie z.B.: "Kundenschutz" regeln. Darf ich dem Anlagekunden eine Versicherung anbieten? Und wenn ja, wie wird ein evtl. anfallender Erlös aufgeteilt? Und: Wem "gehört" dann der Kunde?

Mittlerweile bin ich bei meinen monatlichen Softwarekosten bei rund 150.-€ angekommen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis komme ich nicht einmal zum testen... Aber ich stoße immer wieder auch auf tolle Lösungen.

Mein "Auftritt" bereitet mir noch Sorgen. Ich habe zwar jemanden, der mir mein Logo und das Design macht, aber der braucht noch etwas Text, damit ich einen Entwurf bekommen kann. Die Frau, die meine Imagebroschüre entwirft, braucht detaillierte Infos von mir, was ich ganz genau mache. Außerdem braucht sie das Design. Die Homepage kann erst fertiggemacht werden, wenn Design und Text stehen. Texte kann ich nicht liefern, da ich keine Zeit dafür habe...

Aber es gibt auch gute Nachrichten. An Kunden wird es mir in der esten Zeit nicht mangeln. Ich komme jetzt schon kaum dazu die Leute zu beraten. Ich darf das aber auch nicht vernachlässigen, denn ich muss ja heute schon das Geschäft schreiben, daß mir erst in ein paar Wochen oder Monaten den Erlös bringt. Sonst sitze ich auf den Kosten und es kommt nichts herein.

Meine Innenarchitektin habe ich etwas verärgert, nachdem sie mein Büro fertig geplant hatte. Wir haben uns eigentlich schon auf einen Entwurf geeinigt, als ich wieder alles umgeschmissen habe. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn es sich halbwegs so entwickelt, wie ich es mir vorstelle, dann brauche ich recht schnell einen Mitarbeiter fürs Büro. Und der soll natürlich gute Arbeitsmöglichkeiten haben... Ach ja: Jemanden der mir das Netzwerk einrichtet habe ich auch schon

So, jetzt muss meine Terminplanung für nächste Woche fertigmachen

 Euch allen Danke für das geduldige Warten auf den nächsten Eintrag!

Euer So isses

4 Kommentare 6.4.09 21:49, kommentieren

Was so geschah...

Seit ich vor 4 Monaten begonnen habe diesen Blog zu schreiben, hatte ich noch nie eine Pause von einer Woche. Das kann zweierlei bedeuten: Ich habe die Lust verloren, oder es ist viel los... Natürlich Letzteres...

Da ich ja beschlossen habe mich selbständig zu machen und wegen der drohenden Arbeitslosigkeit schon im April beginnen will, bin ich ziemlich am "rödeln". Mein "Businessplan" ist fast fertig. Er umfasst 13 Seiten und etliche Anhänge. Zum Beispiel muss ich auch meine privaten Einnahmen und Ausgaben aufführen um prüfen zu können, ob die Kalkulationen realistisch sind. Alleine daran sitzt man Stunden!

Mittlerweile habe ich den Mietvertrag für ein Büro im hiesigen Existenzgründerzentrum (EGZ), die Beratung im Arbeitsamt und bei der IHK hinter mir. Probleme gibt es mit der Telefonleitung. Der Anbieter im EGZ hat eine Tarif, der mich arm machen würde. Also brauche ich einen externen Anbieter (Wahrscheinlich Vodafone), der wiederum eine Leitung anmieten muss. Die wollen aber die Kosten nicht übernehmen. Jetzt ist unklar, ob es funktioniert, wenn ich die monatliche Leitungsmiete bezahle

Heute war ich mit einer Innenarchitektin vor Ort um zu sehen, was man aus dem Raum rausholen kann. Sie war etwas entsetzt, aber hat ein paar gute Ideen. Schließlich muss ich auf 22 qm meinen Schreibtisch, Schränke für Ordner, eine Sitzgruppe für 4 Personen und eine Ecke für Getränkekisten, Ersatzklamotten, etc. repräsentativ unterbringen.

Die Reaktionen in meinem Umfeld ist wirklich von: "Oh Gott!" bis zu "Echt klasse!". Es geht auch immer hin und her. Mal kommt ein Problem um die Ecke, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe, dann kommt wieder eine gute Nachricht. Meistens kommen aber gute Nachrichten. Und ich mache schon fleißig Geschäfte. Oft kleinere, die mir höchstens ein paar € im Jahr bringen, aber auch mal was größeres.

Als ich erfuhr, daß ich meine nebenberufliche Tätigkeit gar nicht aufgeben muss, sondern nur ummmelden auf eine hauptberufliche Tätigkeit, war ich ziemlich erleichtert. Meine Befürchtung war, daß ich die ganzen Zulassungen und Registrierungsnummern verliere und komplett neu beantragen muss. Das ist aber nicht der Fall und ich kann quasi einfach durcharbeiten! So macht das Spaß!

Morgen treffe ich mich mit einem, der schon länger dabei ist und wir wollen prüfen, ob ich bei ihm in den Unternehmensverbund eintreten werde. Dann kam heute ein Anruf von einem Investmentberater, der seinen Betrieb aufgeben will. Ich kenne ihn, denn er war früher mein Kunde. Sein Firmensitz ist etwas 40 Km von mir weg. Nächste Woche sitzen wir zusammen und ich schaue mir an, wie sein Kundenstamm ist, wie die Geschäfte laufen und was er verlangt. Vielleicht komme ich so viel schneller an einen vernünftigen Kundenbestand.

Mein größtes Problem ist momentan das richtige Kundenverwaltungsprogramm zu finden. Da gibt es stationäre und virtuelle, welche für 29,95€ und welche für 600.-€ pro Jahr oder welche für 45.-€ im Monat. Außerdem brauche ich ein unabhängiges Beratungs- und Analyseprogramm.

Mein Plan sieht vor, daß ich zum 1.1.2010 eine Halbtagskraft einstelle und im Herbst  2010 einen Auszubildenden. Ab 2011 brauche ich dann eine Vollzeitkraft. Aber ich merke auch, wie schwierig es ist soetwas zu kalkulieren. Als ich das erste Mal fertig war und die nächsten 3 Jahre in Excel eingetippt hatte, fiel mir auf, daß ich ja keinen Urlaub berücksichtig habe...

Fortsetzung folgt!

Euer So isses

5 Kommentare 25.3.09 21:54, kommentieren

Rotation

So schön es ist, wieder etwas zu tun zu haben... Aber das Tempo, daß ich jetzt vorlege, ist ziemlich hoch und sehr anstrengend. Nachdem ich letzte Woche den Entschluß gefasst hatte mich selbständig zu machen, musste jetzt "Butter bei die Fische". Also brüte ich gerade über einem "Businessplan", den ich beim Arbeitsamt vorlegen muss.

Es wird also wie folgt kommen: Am 31.3. melde ich mein Nebengewerbe ab. Zu diesem Termin wird auch meine betriebsbedingte Kündigung wirksam. Am 1.4. bin ich arbeitslos und am 2.4. gründe ich meine neue Existenz und beantrage den "Existenzgründungszuschuß".

Heute war ich im hiesigen "Existenzgründerzentrum" und habe mich und meine Geschäftsidee dem Geschäftsführer dort vorgestellt. Nach 10 Minuten war er überzeugt und ich bekomme dort das einzige, noch freie Büro im Komplex. Den Mietvertrag habe ich schon in der Tasche...

Auf dem Arbeitsamt habe ich die Sache ausführlich mit meiner Beraterin besprochen und sie ist ebenfalls überzeugt von meiner Gründung. Außerdem war sie sehr angetan davon, daß ich sehr viel vorgearbeitet hatte. Ich habe evtl. sogar die Chance, alles für die Bewilligung des Existenzgründungszuschuß bereits diesen Monat fertig zu haben.

Zeitaufwändig ist vor allem der Businessplan. Der muss einigen Anforderungen genügen und anschließend von einer berufenen Stelle als tragfähig testiert werden. Dann muß das Arbeitsamt den Zuschuß gewähren. Wenn das klappt, dann muss ich der Firma in den ersten 9 Monaten kein Geld für mich entnehmen. Außerdem benötige ich keinen Kredit, denn die meisten Dinge wie PC, Fax, Laptop, Kopierer, Software, etc. habe ich bereits.

Meine Innenarchitektin wird mir helfen, aus dem Raum das Optimum herauszuholen. Von einer Messebaufrima bekomme ich eine Büroeinrichtung kostenlos überlassen. Übrigens alles schon Kunden von mir...

Das Wochenende gehört also dem Businessplan. Am Montag bin ich noch bei der IHK für ein Beratungsgespräch und dann kann ich erst einmal ein wenig durchschnaufen.

So sehr mir gerade der Kopf brummt, so sehr freue ich mich, daß es endlich nach vorne geht und ich wieder aktiv sein kann. Das Warten nach dem Abschicken einer Bewerbung hat nicht schon ziemlich genervt.

Ach ja: Gestern war ich noch in Frankfurt zu einem Gespräch mit einer Personalberatungsfirma, daß zwar interessant, aber weitgehend fruchtlos war. Allerdings interessiert sich die Mitarbeiterin für meine künftigen Dienste!

So, mein Businessplan ruft!

Euch einen schönen Einstieg in's Wochenende!!!

Euer So isses.

4 Kommentare 19.3.09 21:08, kommentieren

Experte

Ich spüre so etwas wie ein Fieber. Nachdem ich letzte Woche die Entscheidung getroffen habe, mich künftig selbständig zu machen, "brodelt" es in mir. Auch nach ein paar Mal "drüber schlafen" ist mir noch kein guter Grund eingefallen, was dagegen spricht. Und ich kann endlich wieder aktiv werden! Nach der letzten Absage am Mittwoch letzter Woche für einen interessanten Job, musste jetzt einfach etwas passieren. Ich will einfach nicht mehr Bewerbungen schicken und dann dazu verdammt sein zu warten.

Da ich mich seit einigen Tagen intensiv mit der Existenzgründung beschäftige, habe ich mich zu einem kleinen Experten entwickelt. Und es sind Probleme aufgetaucht, mit denen ich nicht gerechnet habe. So kann ich meine Selbständigkeit nicht von zuhause aus machen, da das im Mietvertrag ausgeschlossen ist. Also brauche ich ein Büro.

Außerdem erhalte ich den "Existenzgründungszuschuß" vom Arbeitsamt nur, wenn ich eine Existenz "gründe". Nun habe ich ja seit Jahren nebenher meine Firma. Also werde ich die Firma aufgeben um sie einige Tage später wieder zu gründen. Nach dem Gesetz ist das möglich. Zudem darf ich nicht aus der Beschäftigung heraus (die am 31.3.09 endet) direkt in die Selbständigkeit, sondern muss arbeitslos sein. Also am 1.4. arbeitslos und am 2.4. den Existenzgründungszuschuß beantragen. Dann muss z.B. die IHK die Tragfähigkeit testieren und schon kann es losgehen!

Heute habe ich bereits einen Termin bei der IHK ausgemacht und einen weiteren beim Existenzgründerzentrum hier vor Ort. Jetzt muss ich einen "Businessplan" aufstellen, mir Gedanken über die Rechtsform der Firma machen. Für den Businessplan gibt es eine Software und eine Anleitung. Im Internet habe ich eine ganze Menge Musterpläne gefunden, die sich die Anbieter teuer bezahlen lassen. Davon nehme ich erst einmal Abstand. Zunächst lasse ich mich beraten.

Im Existenzgründerzentrum könnte ich auch günstig einen Raum anmieten und hätte Teeküche, Telefonanlage, Konferenzraum, Kopierer, etc. gleich dabei.

Es ist interessant, wie die Menschen in meinem Umfeld auf die geplante Unternehmensgründung reagieren. Zumeist ernte ich Zustimmung. Da ich im Finanzdienstleistungbereich arbeiten möchte, habe viele natürlich Vorbehalte. Gerade weil wir eine Finanzkrise haben. Aber ich sehe es so: Gerade jetzt, wo es schlecht läuft, überprüfen die Menschen ihr Budget für die Absicherung und Altersvorsorge. Dafür reicht es nicht aus, mal "Finanztest" zu lesen. Gerade heute kam im Radio, daß viele Menschen zuviele und unnötige Versicherungen haben und die Altersvorsorge trotzdem völlig falsch aufgebaut ist. Und genau hier setze ich an. Wenn die Menschen nicht jetzt bereit sind, ihre Sachen neu zu ordnen, wann dann?

Bevor hier der Verdacht entsteht, mein Geschäftsmodell wäre a là "Anhauen, Umhauen, Abhauen", möchte ich auf die Besonderheit hinweisen, daß ich keineswegs darauf angewiesen bin nur neue Abschlüsse zu tätigen. Ich kann zum Beispiel bestehende Verträge übernehmen. Die meisten haben doch bei 3 oder mehr Gesellschaften Verträge bestehen. Und damit auch 3 Ansprechpartner. Durch mich können die Verträge nun bestehen bleiben, aber es gibt nur noch mich als Ansprechpartner. Durch diese Bündelung kann eine Beratung besser gewährleistet werden, als wenn 3 Leute sich erst einmal einen Überblick verschaffen müssen, was sonst noch vorhanden ist. Als Versicherungsfachwirt habe ich auch die nötige Kompetenz, was sonst nicht immer so gegeben ist...

Da ich an keine Gesellschaft gebunden bin, kann ich zu den bestehenden Verträgen Alternativen aus einem großen Spektrum an bieten. Wir werden sehen, wie die Kunden es annehmen werden.

Für Nachahmer: Das Portal "Existenzgruender.de" ist ausgesprochen hilfreich!

Seit dem Amoklauf letzte Woche kann mein Sohn nicht mehr schlafen. Er kommt jede Nacht zu uns in's Ehebett. Er selbst hat dafür keine Erklärung, aber es könnte doch ein Zusammenhang bestehen.

Den sehr warmen Samstag habe ich sehr genossen. Die Natur steht kurz vor dem explodieren und ich freue mich sehr auf das Grün und die Blumen und Blüten, die uns erwarten!

Euer So isses

1 Kommentar 16.3.09 10:58, kommentieren

Neustart

Bevor die eigentliche Entscheidung bezüglich der Rahmenbedingungen gefallen ist, habe ich die Entscheidung vorweggenommen: Zum 1.4.09 werde ich die hauptberufliche Selbständigkeit starten! Die letzten zwei Tage waren davon geprägt, einen "Firmen-Laptop" zu kaufen, Beratungs- und Kundenverwaltungsprogramme zu sichten und auf Tauglichkeit hin zu prüfen, Termin beim Arbeitsamt wg. "Existentgründungszuschuß" zu vereinbaren, Informationen über das hiesige "Existenzgründerzentrum" zu beschaffen, usw.

Ich verfüge über ein Büro, da ich seit Jahren vom "Homeoffice" aus gearbeitet habe. Meine Frau hat jahrelange Berufserfahrung im Steuerbüro, dazu eine Ausbildung in der Finanzdienstleistungsbranche und Erfahrung in der Büroorganisation. Die meisten Exsistenzgründer haben wohl schlechtere Voraussetzungen... Außerdem haben wir keine Schulden. Das ist in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen! 

Die Unsicherheit ist momentan der Zuschuß vom Arbeitsamt. Eigentlich wird er, soweit mir bekannt ist, nur gewährt, wenn man 12 Monate lang vorher keine selbständige Tätigkeit ausgeübt hatte. Naja, leider wäre es keine Hilfe das Arbeitslosengeld zu nehmen, da es gegen meine Einkünfte verrechnet werden würde. Da hoffe ich auf eine tragfähige Lösung. Die Selbständigkeit übe ich ja schon seit rund 12 Jahren nebenher aus, ohne es jemals zu forcieren. Trotzdem ist es mit der Zeit gewachsen.

In den nächsten Tagen muss ich nun alles, was ich auf Papier habe, in mein Kundenverwaltungsprogramm übertragen. Außerdem werde ich die Kunden, die vor 10 Jahren mal etwas bei mir abgeschlossen haben, ich sie seit dem aber nicht mehr gesehen oder gesprochen habe, anrufen und Termine vereinbaren. Visitenkarten lasse ich jetzt auch machen. Ich kenne eine Grafikerin, die meine Kundin ist und mir einen Gefallen schuldet. Sie wird mir welche entwerfen und 500 Stück drucken lassen.

Kommende Woche steht dann ein Termin mit einer Expertin für Existenzgründungen an und ein Termin in Frankfurt mit einer Personalberaterin, die mich angesprochen hat. Zwar hat sie keinen Job für mich, findet mich aber ausgesprochen interessant und möchte mich unterbringen. Da ich ihr das schon vor Wochen zugesagt habe, nehme ich den Termin wahr, auch wenn es jetzt keine große Priorität mehr für mich hat. Wer weiss, wofür es gut ist?

Und einen erfolgreichen Kundentermin hatte ich gestern auch: Immerhin, wenn's durchgeht, 500.-€ eingenommen Außerdem bringt mich diese Kundin wahrscheinlich in ihre Firma, sodaß ich dort weitere Kunden gewinnen könnte. Ihr Chef wollte sowieso von mir seine Altersversorgung organisiert haben...

Obwohl die letzten Tage von Streß und großer Unruhe geprägt waren, konnte ich heute die warmen Sonnenstrahlen genießen und bin mit meinen Kindern wieder im Garten umhergepirscht, auf der Suche nach den Frühlingsblühern. Einige Krokusse haben es bereits geschafft und bilden bläuliche Inseln auf dem Rasen. Sie Schneeglöckchen halten sich wacker und die Narzissen kommen auch immer zahlreicher aus der Erde. Sogar Hyazinthen haben wir entdeckt!

Euch noch ein schönes Wochenende!

Euer So isses

6 Kommentare 14.3.09 15:06, kommentieren

Land unter

Heute, gegen 11:30 Uhr kam der ersehnte Anruf. Die Personalberaterin, über deren Firma mein "Bewerbungsmarathon" lief, teile mir mit, daß ich den Job NICHT bekomme. Allerdings würde sie mir nur die schlechte Botschaft übermitteln, aber könne mir keinen Grund nennen, da ihr selbst keiner bekannt sei. Ihr wurde lediglich mitgetelt, daß meine Bewerbung "nicht weiterverfolgt werden würde".

Das saß. Es wäre übertrieben zu behaupten, wir wäre "anders" geworden. Aber die Entäuschung war schon sehr groß. Jetzt habe ich, dank eines guten Anwalts und meiner Rechtsschutzversicherung, meinen Rauswurf um 4 Monate herauszögern können, ohne daß ich auch nur einen Schritt weitergekommen wäre. Das ist schon wirklich frustrierend. Wenn nicht ein kleines Wunder geschieht, dann ist die Arbeitslosigkeit zum 1.4. fix. Jetzt könnte ich mir natürlich ziemlich leid tun und würde bestimmt auch jemanden finden, dem ich dafür die Schuld in die Schuhe schieben könnte. Aber das bringt mich auch nicht voran.

Ich werde jetzt zweigleisig fahren. Natürlich werde ich weiterhin intensiv nach geeigneten Stellen suchen. Aber ich werde mich auch beim Arbeitsamt erkundigen, wie die Unterstützung bei der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist. Soweit mir bekannt ist, kann man, statt dem Arbeitslosengeld, den Betrag als Unterstützung erhalten. Die würde genauso lange gewährt werden wie das Arbeitslosengeld 1, also 12 Monate.

Da meine Frau seit 3 Wochen wieder halbtags arbeitet, wären die finanziellen Rahmenbedingungen einigermaßen erträglich. Und ein paar Rücklagen haben wir auch, sodaß ich auch ein wenig Kapital für Investitionen habe. Morgen werde ich mir einen Beratungstermin beim Arbeitsamt geben lassen. Außerdem habe ich nächste Wochen einen Termin mit einer Expertin für Existenzgründungen in München.

Diejenigen, denen ich für's "Daumendrücken" ein Eis zugesagt habe, gehen dann zwar leer aus, aber falls die Selbständigkeit erfolgreich verläuft, spendiere ich die doppelte Portion!!!

Der Amoklauf gestern war natürlich in der Familie gestern und heute Gesprächsthema. Als Eltern möchte man ja gerne das "Böse" dieser Welt von seinen Kindern fernhalten. Aber ich finde es sehr wichtig, gerade bei solchen Anlässen mit den Kindern zu sprechen und sie zu ihren Gedanken und Ängsten zu befragen und den Kindern die eigenen Gedanken mitzuteilen. Es fällt auch schwer sich einzugestehen, daß man sich und seine Lieben vor solchen Ereignissen nicht schützen kann...

Euer (etwas frustrierter) So isses

4 Kommentare 12.3.09 18:26, kommentieren

Hin- und Hergerissen

Die letzten Tage haben eine gewisse Unruhe bei mir verursacht. Am Montag hatte ich ein Gespräch mit einem früheren Kollegen. Der bat mich vor 2 Wochen, doch mal meine Bewerbungsunterlagen reinzuschicken, da sie Bedarf haben und ja von mir wissen, was ich kann. Aber zum Job konnte/durfte er mir noch keine Auskunft geben. Am Montag habe ich dann mehr erfahren. Sehr spannend! Allerdings wäre der Job verbunden mit einem Umzug nach Nordrhein-Westfalen. Außerdem wird er nicht zum 1.4. neu besetzt, sondern wohl erst im Sommer. Aber zum 1.4. wäre ich nach heutigem Stand dann arbeitslos.

Von meinem Gespräch am Freitag habe ich noch keine Rückmeldung bekommen. Ehrlich gesagt, bin ich bei dem Angebot auch nicht zu 100% mit dem Herzen dabei. Ich baue einfach lieber etwas neu auf, als mich ins gemachte Nest zu setzen. Nur kann ich in meiner jetzigen Situation nicht sehr wählerisch sein.

Gestern war ich auf einer "Roadshow" von verschiedenen Versicherungsgesellschaften, die ihre neuen Produktlösungen vorgestellt haben. Ich bin ja nebenher in der Branche tätig und überlege natürlich auch, das zum Hauptberuf zu machen. Die gestrige Veranstaltung hat mich ziemlich motiviert, die Nebentätigkeit nicht aus dem Auge zu verlieren. Auf der Rückfahrt von der Veranstaltung habe ich einen kleinen "Businessplan" entworfen und werde nun das Geld, daß ich dieses Jahr verdient habe, in meine "Firma" investieren. Und zwar egal, ob das mit dem Job was wird oder nicht.

Ich habe den Eindruck, daß ich mich langsam selbst in die Situation manövriere, die Selbständigkeit als ernsthafte Option anzusehen. Da ich (noch) keinen finanziellen Druck habe, kann der Aufbau zwar konsequent, aber auch behutsam geschehen. Ich muss keine "schnellen Erfolge" erzielen um die Miete zahlen zu können. Als unabhängiger (Im Sinne von: An keine Gesellschaft gebunden. Auch nicht an einen Vertrieb à là DVAG, MLP, AWD, u.ä.) Vermittler stehen die Chancen gut.

Mit Spannung habe ich auch gestern die Ausführungen unserer Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner verfolgt. Sie fordert u.a. eine Beratungsdokumentation bei der Bankberatung, um damit die Kunden zu stärken. Das kann ich nur ausdrücklich begrüßen! In der Versicherungsvermittlung ist es ja bereits Gesetz und ich dokumentiere meine Kundengespräch seit über 10 Jahren...

Geschockt bin ich von dem heutigen Amoklauf an einer Realschule. Ich habe selbst 3 schulpflichtige Kinder und solche Ereignisse nehmen mich immer sehr mit. Mir tun die Betroffenen unendlich leid...

Euer So isses

1 Kommentar 11.3.09 12:23, kommentieren

Sentimental

Die 5 Minuten, an denen heute die Sonne geschienen hat, habe ich für einen Spaziergang im Garten genutzt. Seit vor einer Woche der Schnee weggeschmolzen ist, stecken überall die Frühlingsblüher ihre Köpfe aus dem Rasen. Im Herbst habe ich mit meinen Kindern rund 500 Blumenzwiebeln gepflanzt. Neben den üblichen Narzissen und Tulpen auch Krokusse, Trubenhyazinthen, Hyazinthen, Schneeglöckchen (Okay, das sind keine Zwiebeln, sondern Knollen...), etc.

Das Eingraben war eine ziemliche Plackerei, weil wir einen ziemlich schlechten, stark verdichteten Boden haben. Durch den hohen Lehmanteil kommt man kaum mit dem Spaten in die Erde. Aber wir geben nicht auf Auf jeden Fall genieße ich jetzt die Vorfreude auf die Blütenpracht in den nächsten Wochen!!! Zwar habe ich mir die meisten Stellen merken können, aber ich stoße immer wieder auf keimende Zwiebeln, wo ich sie nicht erwartet habe. Die Schneeglöckchen erfreuen uns ja schon seit ein paar Wochen. Leider sind es etwas wenige. Mehr als 5 oder 6 an einer Stelle haben es nicht geschafft. Aber sie werden in den nächsten Jahren Nester bilden.

Meine Kinder ließen sich von meiner Vorfreude anstecken und wir durchkämmten den Garten gemeinsam nach den Frühlingsboten. Jedesmal wenn wieder was gefunden wurde, ließen die Kinder einen lauten Schrei los! Ich genieße die Begeisterung meiner Kinder für die Natur.

Euch einen guten Start in die Woche!!!

Euer So isses

3 Kommentare 8.3.09 21:38, kommentieren

High noon?

Heute stand mein, Moment ich muss nachzählen..., 4. Gespräch wegen einem Job bei der Firma an. Diesmal in München. Da die Autobahn nach München rein morgens völlig unberechenbar ist, bin ich frühzeitig losgefahren. Da der Verkehr reibungslos floss, war ich etwa eine halbe Stunde zu früh am Hotel. Das heutige Gespräch kam unter etwas ungewöhnlichen Umständen zustande. Den Job, auf den ich mich ursprünglich beworben hatte, gab man mir nicht. Aber dafür bot man mir einen anderen Job an, da man mich im Unternehmen haben möchte

Da ich noch etwas Zeit hatte, rief ich meinen Bruder an. Er hatte letzte Woche ein erstes Date mit seinem Schwarm und ich wollte wissen, wie es gelaufen ist. Er erzählte mir, daß sie sich heute wiedersehen und sie ihn am Nachmittag in seiner Studentenbude besuchen kommt. Er fragte mich, ob er heute versuchen sollte sie zu küssen. Dazu muss man wissen, daß mein Bruder etwa 15 jahre jünger als ich und ziemlich schüchtern ist. Aber er ist ein großartiger Typ, sieht gut aus, macht sich aber viel zu viele Gedanken bei den Frauen Also gab ich ihm ein paar Tipps und wünschte ihm viel Erfolg. Meistens ist es so, daß ich ihn besuchen komme und wir dann gemeinsam losziehen. Ich quatsche die Frauen an und lenke dann die Aufmerksamkeit auf ihn. Das klappt ziemlich gut, nur er "versemmelt" es doch ziemlich oft. Aber: Übung macht den Meister

Mein Gesprächspartner im Hotel, der dann, im Falle des Falles, mein Chef wäre, war ein sehr direkter Typ. Soetwas mag ich. Ich finde es gut, wenn man weiss woran man ist und nicht solange rumgeeiert wird. Die Direktheit tut zwar im ersten Moment vielleicht etwas mehr weh, aber sie vermeidet Mißverständnisse und man kommt schneller auf den Punkt und kann weiterarbeiten. Das Gespräch dauerte etwa 90 Minuten und wir checkten uns gegenseitig ab. Der Verlauf des Gesprächs war eher ungewöhnlich, aber auch sehr fruchtbar. Ich habe jetzt eine ziemlich konkrete Vorstellung davon was mich erwarten würde.

 Als Feedback bekam ich die Aussage, daß er das Gespräch als gut empfunden hat und ich nächste Woche abschließend bescheid bekomme. Jetzt gilt es! Gegenüber dem Job, auf denn ich mich ursprünglich beworben hatte, würde ich jetzt regional viel näher an meinem Wohnort arbeiten und weniger auswärts übernachten müssen. Das kommt natürlich der Familie entgegen

Nachmittags war ich dann in einem Computerladen, der Apple-Rechner vertreibt. Ich habe beschlossen, daß ich mich, falls es mit dem Job klappt, mit einem MacBook und dem externen 24" Monitor belohnen werde. Das ist einfach ein geiles Teil!!! Das Geld dafür habe ich mit meinem Nebenjob schon verdient...

Euch allen ein schönes Wochenende!

Euer So isses

1 Kommentar 6.3.09 19:44, kommentieren

Krise?

Zugegeben: In Bayern ist die Welt etwas heiler als im Rest der Republik. Aber was ich heute erlebt habe, daß hat mich schon stutzig gemacht.

Wir wohnen in einer Gemeinde in Oberbayern mit etwa 5.000 Einwohnern. Mit den umliegenden Dörfern kommt die Gemeinde auf knapp 10.000 Einwohner. Den Einwohnern steht, im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden, ein extrem großes Angebot an Einzelhändlern zur Verfügung. So gibt es 3 Metzgereien (Samstags arbeiten dort je 7 Verkäuferinnen!), zwei Schuhhäuser, Schlecker, NKD, zwei Bäcker, ALDI, Liedl, Penny, Netto, 5 Frisöre, mehrere Gemüsehändler, 2 Apotheken, etc. Wir können uns wirklich nicht beklagen. Und das alles "fußläufig"! Trotzdem ist es ein schöner Ort mit hübschem Ortskern und gewachsener Struktur.

Vor einem halben Jahr begannen nun die Bauarbeiten für einen weiteren Lebensmitteleinzelhändler. Und heute war Einweihung. Die Verkaufsfläche ist ca. 5x so groß wie bei einem Standart-ALDI. Bereits um 10:00 Uhr war der Parkplatz völlig überfüllt. Ob es an der Primel lag, die jeder Kunde geschenkt bekam? Offenbar nicht. Die Einkaufswägen waren voll mit Lebensmitteln, die in unmittelbarer Nachbarschaft (im Umkreis von 400 m) etwa 25% günstiger sind! Da ich die Großeinkäufe mache, habe ich die Preise für unsere Standartlebensmittel im Kopf. Unglaublich!!!

Ich habe mir mal die Summen angeschaut, die an den Kassen kassiert wurden. Der von mir beobachtete Schnitt lag bei ca. 25.- € pro Einkauf. Mit anderen Worten: In einer Wirtschaftskrise ist es mir rund 6.-€ extra pro Einkauf wert, mir die Nahrungsmittel in einem, zugegeben sehr angenehmen Ambiente zu kaufen, anstatt es mir in einem engen Gang aus einem lieblos befüllten Regal zu nehmen.

Mich hat das ziemlich umgehauen. Vor dem Hintergrund, daß der größte Arbeitgeber der Region Kurzarbeit angeordnet hat, war das ziemlich erstaunlich. Ich habe auch eine Mutter getroffen, die eine fünfköpfige Kinderschar zu versorgen hat. Auch ihr Einkaufswagen war voll... Sind wir Deutsche so?

Euer So isses

3 Kommentare 5.3.09 16:52, kommentieren

Neuer Anlauf

Neben dem Kurs an der "Comedy Academy" in Köln durfte ich auch an einer Studentenfeier teinlehmen, die zufällig in der WG stattfand, in der ich das Wochenende verbrachte. Es war schon eine wirklich interessante Erfahrung mit 40 Leuten zu feiern, die alle meine Kinder sein könnten!

Aber ich muss zugeben, deren Kondition habe ich nicht. Um 2:30 Uhr musste ich die Segel streichen. Trotzdem hat es einen riesigen Spaß gemacht!!!

Meine heutige Rückfahrt von Köln war etwas chaotisch. Als ich etwa 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Hauptbahnhof war, suchte ich meinen Zug vergeblich auf der Anzeigentafel. Des Rätsels Lösung: Mein Zug fuhr ab Köln Deutz! Also schnell den nächsten Zug nach Deutz rausgesucht und hingesprintet. Mein ca. 40 Kg schwerer Trolley flog förmlich durch die Unterführung. Ich erwischte einen Regionalexpress, der 12 Minuten vor Abfahrt meines Zuges losfuhr. Das wäre noch zu schaffen! In Deutz ein Spurt zum Bäcker (ich hatte noch 4 Minuten) und dann zum Gleis.

Am Gleis stand an der Anzeigentafel, daß mein Zug mindestens 20 Minuten Verspätung hat...

Aus den 20 Minuten wurde eine halbe Stunde Verspätung, die jedoch bis auf 5 Minuten wieder hereingeholt wurde.

Während der Fahrt rief ich dann bei der Firma an, bei der ich meinen Bewerbungsmarathon absolviere. Ich vereinbarte einen Termin für kommenden Freitag in München. Hoffentlich ist es das letzte Gespräch vor der Zusendung meines Arbeitsvertrages Morgen werde ich wieder die offenen Bewerbungen nachtelefonieren. Außerdem steht in der nächsten Zeit wieder ein Besuch beim Arbeitsamt an, bei dem ich meine Bewerbungsbemühungen nachweisen muss.

Irgendwie fange ich an abzustumpfen. Die ständige Ungewissheit und die Frustsituationen zehren schon an den Nerven. So habe ich z.B. über ein Unternehmen herausgefunden, daß sie gar keine Stellen zu besetzen haben, sondern mit den Ausschreibungen nur die Geschäftspartner beruhigen wollen. Kein Wunder, daß ich dann nicht einmal eine Einladung zu einem ersten Gespräch bekomme... Toll!!!

Euer So isses

5 Kommentare 2.3.09 19:17, kommentieren

Verlängerung

Dienstag vor einer Woche war ich in Berlin zu einem "Finalinterview" wegen einer neuen Arbeitsstelle. Das Gespräch lief ziemlich gut und ich war einer von 3 verbliebenden Kandidaten. Ich sollte spätestens Ende letzter Woche bescheid bekommen. Bei dem "spätestens" war ich seit Dienstag innerlich auf "Hab acht" und das war nicht gut. Ständig habe ich das Handy bei mir gehabt um ja den Anruf nicht zu verpassen.

Bis Donnerstag hatte ich nichts gehört. Am Freitag bin ich nach Köln gefahren, da ich ja an diesem Wochenende einen Kurs an der "Comedy Academy" gemacht habe. Während der Zugfahrt klingelte mein Handy und ich hatte eine Nummer aus Stuttgart auf dem Display, die mir gänzlich unbekannt war. Der Anruf, den ich erwartete, hätte aus Berlin kommen sollen...

Es meldete sich ein mir unbekannter Mann, der sich als Mitarbeiter der Firma vorstellte, bei der ich mich beworben hatte. Er erzählte mir, daß er meine Bewerbungsunterlagen gesehen hätte und, für den Fall daß ich den ursprünglichen Job nicht bekäme, er mich gerne kennenlernen würde. Aha! Das ist zwar ein etwas unkonvetionelles Vorgehen, aber ok. Kurz darauf kam dann der erwartete Anruf und mir wurde mitgeteilt, daß ich den Job nicht bekomme. Sie hätten jemanden, der besser passt. Aber, man möchte mich unbedingt im Unternehmen haben und mir daher den anderen Job anbieten.

Allerdings muss ich erst wieder ein Gespräch mit dem entsprechenden Bereichsleiter führen, der mich ja noch nicht kennt. Die finanziellen Konditionen sind die selben, das Aufgabengebiet etwas anders. Allerdings würde der "neue" Job tatsächlich eher dem entsprechen, was ich vorher gemacht habe. Von daher ist es ok. Also am nächsten Freitag das nächste Gespräch.

Der Workshop an der "Comedy Academy" in Köln war sehr gut. Die Gruppe der Teilnehmer war bunt gemischt und es waren sehr interessante Leute! Der Leiter des Seminars war Neuseeländer und die Veranstaltung wurde fast ausschließlich auf englisch abgehalten. Das war aber eigentlich ken Problem. Wir haben fast ständig Szenen gespielt. Daher war es wunderbar lebendig! Kurze Theorie und dann rauf auf die Bühne! Es ging zunächst vor allem darum, die Angst vor dem Versagen zu verlieren und Spontanität zuzulassen.

Ein Beispiel: Wir standen zu dritt auf der Bühne und jeder hatte eine ziemlich überzeuchnete Rolle zu spielen. Einmal war ich ein Banker (Viel mir nicht schwer...), der auf einer Karibikinsel lebt und gerade 17 Mio. € Bonus kassiert hat. Die weiteren Rollen waren ein Pizzabote, der nebenher Uran schmuggelt und ein sadistischer Zahnarzt. Wir sprachen und spielten die Rollen immer in kurzen Sequenzen (max. 2 Minuten) nacheinander und dann kam der nächste dran. Ziel der Übung war, was wir unsere "Story" den beiden anderen Figuren annähern und am Ende gemeinsam der Schluß spielen, bei dem wir sterben...

Klingt absurd. Ist es auch. Aber genau darum ging es: Du hattest keine Chance deine Rolle zu planen, sondern musstest die Stichworte der anderen Rollen einbauen und miteinander verknüpfen. Das war sehr spannend!

Es beginnt wieder eine spannende Woche!

Euer So isses

3 Kommentare 2.3.09 09:55, kommentieren

Rauf und runter

Einer der Hauptunterschiede zwischen einem Beschäftigungsverhältnis und der Arbeitslosigkeit liegt darin, daß man als Arbeitsloser morgens nicht weiss, was einem der Tag bringt. Dieser Zustand zehrt auf Dauer ziemlich an den Nerven. Man spürt das nicht unmittelbar, denn es "passiert" ja in dem Sinne nichts. Aber man ist eben darauf angewiesen, daß etwas geschieht...

Da ich keinen "klassischen"  Beruf ausübe, sind die zu besetzenden Positionen ziemlich dünn gesät. Und die offenen Stellen werden meistens nicht über eine Stellenanzeige in der "Süddeutschen Zeitung" oder der "FAZ" besetzt. Und genau das macht es eben nicht einfach. Man muss gut "vernetzt" sein, um mitzubekommen, wo gerade etwas frei ist.

Aber das "Vernetztsein" ist so ein Punkt. Soll ich allen entgegenbrüllen: "Ich bin arbeitslos, holt mich hier raus!"? Man fürchtet die Hähme, das ausgegrenzt werden und es erfordert schon einigen Mut zu seiner Arbeitslosigkeit zu stehen und andere um Hilfe zu bitten. Ich habe das Glück (Ich nenne es mal so), daß ich einige, wirklich liebe Kollegen, Ex-Kollegen und Mitbewerber habe, die sich für mich gehörig ins Zeug legen. Eine Kollegin hat mich mittlerweile bei 3 Gesellschaften ins Gespräch gebracht.

Aber kurz ein Zwischenbericht: Wie schon vor einigen Tagen beschrieben, stehe ich vor der Situation, daß ich einen Job in Aussicht habe und als einer von 3 Bewerbern die Chance habe ihn auch zu bekommen. Wenn das nicht klappt, dann sieht es eng mit einer Beschäftigung ab dem 1.4.2009 aus. In den letzten 2 - 3 Wochen hat sich fast nichts ergeben.

Gestern rief ich bei einem ehemaligen Kollegen einer Versicherung an, weil ich aus meiner Nebentätigkeit noch Provisionen beanspruche und das klären wollte. Er freute sich riesig von mir zu hören und wir plauderten eine Weile. Als ich ihm sagte, daß ich aktuell einen Job suche, war er sehr überrascht und meinte, ich solle ihm doch mal meine Unterlagen schicken, da sie gerade einen Bereich neu aufbauen. Auf meine Frage, wie ernst und interessant das denn sei, antwortete er: "Sehr ernst und sehr interessant!". Details dürfe er noch nicht nennen, da gerade erst der Vorstandsbeschluß gefallen sei und die Sache noch nicht öffentlich ist. Da bin ich jetzt wirklich mal gespannt...

Dann rief mich heute meine liebe Kollegin an (s.o.) und meinte, ich solle meine Unterlagen ganz schnell an einen Freund von ihr schicken, die würden aktuell suchen. Allerdings könne sie mir nur kurz seine emailadresse geben. Aber er wüsste bescheid. Also habe ich eine (im wahrsten Sinne des Wortes) Blindbewerbung losgeschickt.

Dann fiel mir heute im Internet (Monster.de) eine Stellenausschreibung zu, die wirklich interessant ist. Auch hier geht es um einen Neuaufbau im Finanzdienstleistungbereich. Die Stelle wird von einer Personalberatung besetzt. Ich habe gleich angerufen und mal vorgefühlt. Erst wollte der Herr nichts rausrücken, aber meine Verhandlungstrainings waren nicht umsonst. Also hat er mir ein paar Details gegeben, die sehr spannend klingen. Auch die Höhe des Gehalts und das Drumherum (Dienstwagen in gehobener Mittelklasse, etc.) passen auch. Diese Stelle soll sehr schnell besetzt werden und das kommt mir ja durchaus gelegen.

So ist meine Stimmung in den letzten 24 Stunden von verhalten skeptisch in vorsichtig optimistisch umgeschlagen. Hoffentlich schlägt es nicht wieder zurück...

Treue Leser der ersten Stunde wissen vielleicht noch, daß ich im Dezember beschlossen habe, mich dem Kabarett zuzuwenden. Auch hier ist ja eine erfolgreiche Selbständigkeit nicht ausgeschlossen Als ich mit dieser Idee ein wenig hausieren ging, fand sich ein Sponsor, der mir zu Weihnachten einen Kurs in Köln an der "Comedy-Akademie" geschenkt hat. Da ich vom alten Arbeitgeber noch eine "Bahncard 50" habe und in Köln bei meiner Cousine wohnen kann, halten sich die Kosten in überschaubaren Grenzen. Außerdem kann ich das als "Weiterbildungskosten" bei der Steuer absetzen! Und dieser Kurs beginnt am Samstag!

Euer So isses

 

2 Kommentare 25.2.09 17:16, kommentieren

Losgelöst

Bei mir zuhause tobt gerade eine "Prinzessinnen-Party", die meine Tochter inszeniert hat. 6 Mädchen flippen völlig begeistert herum. Gerade spielen sie "Mord in der Disco"!!! Es ist mir völlig schleierhaft, wie solch ein Motto entsteht. Alle Mädchen sind unter 10 Jahren alt... Aber sie scheinen dabei grenzenlosen Spaß zu haben und es ist offenkundig unblutig. Gelegentlich kommen sie aus dem Zimmer meiner Tochter heraus um abgehetzt einen Schluck Apfelschorle hinunter zu stürzen. Dann geht es gleich wieder zurück ins Getümmel. Es ist herrlich, diesen unbekümmerten Kindern zuzuschauen!

Mein Sohn ist nicht ganz so begeistert von der Faschingsparty seiner kleinen Schwester. Wir haben ihm als Ausgleich angeboten, mit mir einen "Jungen-Tag" einzulegen. Eigentlich wollten wir jetzt in einem "Spaßbad" sein, aber er konnte sich nicht aufraffen. Auch Alternativen konnten ihn nicht dazu bewegen, das Haus zu verlassen. Er verlegt sich darauf, die Mädchen zu nerven...

Um nicht ständig daran zu denken, daß ich dieser Tage meine Zu- oder Absage für den Job bekomme, räume ich in der Wohnung herum. Heute habe ich mir mal mein Büro vorgenommen.

In meinem letzten Blog hatte ich ja das Thema "Selbständigkeit" im "Finanzdienstleistungsbereich" angeschnitten. Einige von Euch waren ja so freundlich und haben mir ihre Meinung dazu gepostet oder gemailt. Dabei wurde vor allem auf zwei Punkte eingegangen:

1) Kann ich das?

2) Bin ich wirklich "unabhängig" und "gut"?

Die Frage 1) kann ich selbstbewußt mit "Ja" beantworten. In den letzten Jahren war mein Job unter anderem, Beratern das "Beraten" beizubringen. Ihren Horizont zum Zweck des höheren Kundennutzen zu erweitern.

Bei der Frage 2) wird es weniger eindeutig. Zunächst glaube ich schon, daß ich gut bin. Das mache ich daran fest, daß ich grundsätzlich eine sehr umfassende Bestandsaufnahme der Kunden mache, bevor überhaupt Produkte besprochen werden. In der Regel entdecke ich klassische Falsch- oder Mangelversicherung. Aktuell habe ich eine 22-Jährige, die eine Lebensversicherung hat. Dabei ist niemand von ihr wirtschaftlich abhängig. Aber die Absicherung ihres Lebens kostet einen Teil der Prämie, der eigentlich besser zum Kaptalaufbau genutzt werden sollte. Ihr Lebensgefährte hat auch eine Lebensversicherung. Allerdings ist der Versicherungsnehmer und der Begünstigte seine Mutter. Falls er stirbt, bekäme seine Partnerin nichts, sondern die Mutter. Er ist auch nicht berechtigt, seine Partnerin als Begünstigte einzusetzen. Und die Auszahlung erhält er auch nicht, wenn die Versicherung nicht vorher von der Mutter übertragen wird. Also hat er derzeit keine Altersvorsorge.

"Gut" bin ich sicherlich. Aber bin ich unabhängig? Zunächst muss geklärt werden, was darunter zu verstehen ist. Zunächst bin ich derzeit unabhängig, da ich das Geld nicht brauche. Dadurch habe ich keinerlei Verkaufsdruck. Wenn ich das aber hauptberuflich ausüber, dann bin ich auf Abschlüsse angewiesen und leben zu können. Genau so, wie der Bäcker seine Semmeln (Sorry: Brötchen, Schrippen, etc.) verkaufen muss, das Reisebüro seine Reisen und das Autohaus seine Autos.

Aus meinem Alltag heraus betrachtet, ist auch der Bedarf an einer vernünftigen Beratung gegeben. In 9 von 10  Haushalten gibt es eklatanten Handlungsbedarf, der in der Regel in einer deutlich besseren Absicherung (Versicherungen) und Anlag (Finanzen) zu deutlich geringeren Kosten, bei mehr Flexibilität mündet. Da ich keiner Versicherungs-, Kapitalanlagegesellschaft oder Bank angehöre, sondern mich einem Pool von Maklern angeschlossen habe, bin ich von der Produktseite her wirklich "unabhängig".

Fakt ist aber auch, daß die vermittelten Produkte unterschiedlich hoch vergütet werden. Und hier werden alle Vermittler ihre Präferenzen haben. Zum Glück für die Kunden, müssen seit einiger Zeit die Gesellschaften die Kosten für den Vertragsabschluss offenlegen und der Kunde bestätigen, daß ihm diese Kosten bekannt sind, bevor ab einen Abschluß tätigt. Das hilft sicherlich, künftig die gröbsten Auswüchse im Rahmen zu halten. Schlußendlich gibt Art und Umfang der Beratungsdokumentation Aufschluss über die Qualität der Beratung.

Die letzte Frage lautet: Woher weiss ein potentieller Kunde, daß ich wirklich "gut" und "unabhängig" bin? Tja, daß ist in der Tat eine gute Frage! Letztendlich ist es doch so: Nur der Vergleich hilft bei der Beurteilung. Außerdem muss auch das "Bauchgefühl" stimmen. Letztendlich lässt der Kunde gegenüber seinem Berater die Hosen runter...

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wünsche ich mir den Job und kann dabei, weiter nebenher, meine unabhängige Beratung leisten. Das wäre wohl wirklich das Beste!

So, Ihr Eisesser und -verweigerer! Wenn der entscheidende Anruf kam, gebe ich umgehend bescheid. Ich hoffe, ich darf dann Eis und Alternativen spendieren. Ich mache das wirklich! Sobald ich in der Nähe deines Wohnortes bin, werde ich Dir eine Mail schicken und wir werden uns verabreden

Euer So isses

1 Kommentar 24.2.09 13:34, kommentieren

Perspektive

Für mich heisst es "Warten". Nächste Woche bekomme ich die Zu- oder Absage für den Job. Der Job, bei dem die Bewerbung ein wahrer Marathon war und für den ich letzten Dienstag zumlich krank nach Berlin gefahren war. Ich bin einer von drei Kandidaten.

Was ist, wenn es nicht klappt? Ein Blick in den Bewerbungsordner genügt, um eine Antwort geben zu können: Es schaut mau aus. Bei einem Job warte ich noch auf die Zu- oder Absage, bei dem ich mein abschließendes Berwerbungsgespräch schon absolviert habe. Hier liegt die Entscheidung aber nicht an meiner Qualifikation, sondern an der weiteren Entwicklung an den Finanzmärkten und den ausstehenden Entscheidungen der Aktionäre. Ansonsten ist nicht mehr viel.

Freitag habe ich mal wieder alle offenen Bewerbungen nachtelefoniert. Da hat sich nichts ergeben. Aber ich habe die Ausschreibung für einen Job gesehen, für den man mir vor 4 Wochen abgesagt hat, weil er anderweitig besetzt wurde... Hä??? Bei einem anderen Job wurde die Entscheidung, ob ein überhaupt ein Erstgespräch stattfindet, auf Ende März verschoben.

Die Verhandlungen mit meinem Ex-Arbeitgeber sind weitgehend abgeschlossen. Ich erwarte die Unterlagen die nächsten Tage. Damit wäre ich dann rückwirkend nicht mehr arbeitslos. Die Kündigung zum 30.11.2008 würde aufgehoben und dafür das Arbeitsverhältnis zum 31.3.2009 beendet. Aber, was geschieht dann?

Ab dem 1.4.2009 würde ich für 12 Monate Arbeitslosengeld erhalten. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich mich nicht selbständig mache. Natürlich in der "Finanzdienstleistungsbranche". So schlecht ausgerechnet die Lage ist, hier ist mein Zuhause. Wenn ich in absehbarer Zeit keinen adäquaten Job bekomme, wäre das eine Option. Seit etwa 10 Jahren betreibe ich nebenher die Vermittlung von Kapitalanlagen und Versicherungen. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern der Zunft habe ich das jedoch studiert und entsprechende Qualifikationen. Da es sich um eine "Genehmigungspflichtige Nebentätigkeit" handelt, musste ich mir das immer von meinen Arbeitgebern genehmigen lassen. Das war nie ein Problem, da ich selten mehr als 1 - 2 Stunden pro Woche dafür investiere.

Durch die Arbeitslosigkeit habe ich diesen Bereich in den letzten Wochen etwas aktiviert. Auch wenn die Zeiten schlecht sind, wissen Kunden eine qualifizierte und unabhängige Beratung zu schätzen (Oder dann erst recht?). Trotz der Flut an Hiobsbotschaften müssen täglich tausende Menschen Entscheidungen zu ihrer finanziellen Situation treffen. Vor 10 Jahren hat es genügt, ab und zu die Zeitschrift FINANZTEST zu lesen, um die gefährlichsten Klippen umschiffen zu können. Heute versuchen die Firmen Produkte zu kreieren, die "unvergleichlich" sind und damit möglichst unvergleichbar werden.

Ich habe ja hier Leser aller Altersklassen. Werden nicht schon die Minderjährigen durch die Sparkassen und Volks-/Raiffeisenbanken mit Produkten möglichst gebunden? Und sollen dann die Eltern nicht auch gleich noch irgendeinen Unfug abschließen? Haben sich die Volljährigen nicht auch schon irgendwann einmal zu einem Abschluß gedrängt gefühlt? Und, Hand aufs Herz habt Ihr wirklich alle Versicherungen und Geldgeschäfte verstanden, die ihr abgeschlossen habt? Und sind die Erwartungen immer erfüllt worden? Fakt ist, bei aller zumeist berechtigter Kritik am Geschäftsgebaren der Branche: Ohne sie geht es auch nicht...

Bitte helft mir, den Blick für die Realität zu bekommen und schreibt mir eure Meinung!

Euer So isses

(Der hoffentlich bald das Eis spendieren kann...)

 

5 Kommentare 21.2.09 17:35, kommentieren

'Wir fahren nach Berlin!'

Gestern abend bin ich aus Berlin zurückgekommen. Am Dienstag hatte ich dort mein "Finalinterview" von meiner Bewerbung. Es sollte mir und meinem potentiellen neuen Arbeitgeber die Möglichkeit geben, nochmal genau hinzuschauen, ob das eine Wunschehe werden würde.

Die Voraussetzungen für ein erfolgreich verlaufendes Gespräch waren denkbar schlecht. Mich hatte die Bronchitis, die zur Zeit halb Bayern lahmlegt, erwischt und das in einem Ausmaß, wie ich es selten erlebt habe. Neben einem permanenten Hustenreiz mit andauernden Hustenanfällen und den üblichen Kopf- und Gliederschmerzen, habe ich den halben Sonntag und den ganzen Montag im Bett verbracht. Ich bin nur einmal aufgestanden um zum Arzt zu gehen. Dem schilderte ich meine Situation und er verschrieb mir ein codeinhaltiges Präparat für die Nacht.

Abends nahm ich die angegebene Dosis und widerstand der Versuchung, die doppelte Dosis für "akute Erkrankungen" zu nehmen. Nach einer halben Stunde wurden mir ein wenig die Knie weich und der Mund trocken. Da beschloss ich, mich ins Bett zu legen. Kaum lag ich, schlief ich auch ein, wachte jedoch schon eine halbe Stunde später auf, weil ich das Gefühl hatte, meine Atmung hätte ausgesetzt...

Ich fühlte mich schwummrig und bereute schon die Einnahme des Medikaments. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Wegen der anhaltenden Hustenanfälle konnte ich sowieso nicht schlafen. Dann bekam ich Schüttelfrost. Ich wurde wirklich davon "durchgeschüttelt". Das hatte ich so auch noch nie erlebt. Als das nach einer Stunde begann abzuklingen, fingen dafür mein Herz an unregelmäßig zu schlagen. Ich hatte regelrechte Herzrhytmusstörungen. Dann kam Fieber und Migräne dazu.

Ich bin wirklich sehr selten krank und nehme außerordentlich selten ein Medikament ein. Aber soetwas hatte ich noch nie erlebt. Und das in der Nacht vor meinem wohl entscheidenden Vorstellungsgespräch. Meine Frau bedrängte mich, ich solle den Termin absagen und um eine Verschiebung bitten. Aber Ihr wisst ja, wie Männer sind...

Etwa um 4:15 Uhr waren alle Symptome soweit abgeklungen, daß ich etwas Schlaf fand. Die Nacht war jedoch schon um 6:00 Uhr wieder vorbei. Im Radio brachten sie Meldungen über starke Schneefälle und Verkehrsbehinderungen. Ich schaute aus dem Fenster und sah etwa 25 cm Neuschnee liegen. Also noch leicht fiebrig in die Klamotten und Schnee schaufeln. Wir haben etwa 20 Meter Bürgersteig...

Meine Frau hatte heute ihren zweiten Arbeitstag und die Kinder waren beide derart krank, daß sie nicht in die Schule gehen konnten. Wir entschieden uns, notgedrungen, sie alleine zu Hause zu lassen. Eine Nachbarin wusste bescheid und würde nach ihnen schauen und war für die Kids telefonisch erreichbar.

Mein ICE fuhr pünktlich Richtung Berlin ab und ich gratulierte mir selbst zu der Entscheidung, mir mal ein Ticket der 1. Klasse gegönnt zu haben. Der Zug sollte um 13:00 in Berlin sein und mein Gespräch war um 15:00. Schon hinter Nürnberg standen wir wegen der heftigen Schneefälle auf freier Strecke. Aber zwei Stunden Puffer sollten doch reichen, oder? Auf halber Strecke lag die Verspätung bereits bei 40 Minuten. Ich begegnete meiner wachsenden Nervosität mit dem Studium von Unterlagen des Unternehmens, bei dem ich mich vorstelle. Auf meinem Laptop hatte ich etwa 40 Dateien von deren Homepage heruntergeladen.

In Berlin blieb es bei den 40 verspäteten Minuten. Ich aß etwas zu Mittag und zog mich dann um. Meine Sachen schloß ich im Bahnhof in ein Schließfach ein und ging zum Bus. Der fuhr mir jedoch gerade vor der Nase weg, da ich an der falschen Haltestelle stand. Kurzentschlossen nahm ich ein Taxi, das mich 9.-€ gekostet hat, aber wesentlich zur Beruhigung meiner Nerven beitrug. So kam ich pünktlich an.

Meine Gesprächspartner waren zu viert. Zunächst die Dame von der Personalberatungsfirma, die ich ja schon kannte. Ebenso kannte ich meinen eventuell neuen Vorgesetzten. Neu im Spiel war dessen Chef und eine Dame von der Personalabteilung. Ich sollte nochmal einen kurzen Abriß meiner beruflichen Laufbahn geben und dann bekam ich Fragen gestellt und bekam Gelegenheit, meine Fragen zu stellen. Ich war gut vorbereitet und mein Fragenkatalog umfasste mehr als eine DIN A4 Seite.

Ich erfrug unter anderem die bisher erzielten Umsätze der Zielgruppe, die ich dann zu verantworten hätte, von 2008 und die Ziele für dieses und die nächsten Jahre. Meine Anmerkung, daß ich mich bei diesen Zielen finanziell in den nächsten 3 Jahren nicht tragen würde, gefiel den Anwesenden offenbar sehr, denn das brachte mein "Unternehmerisches Denken und Handeln" zum Ausdruck.

Mein Eindruck nach den 1:45 Stunden war, daß ich mich gut geschlagen habe. Insbesondere der "Chef vom Chef" war offenbar von mir angetan. Zum Schluß erfuhr ich auf Nachfrage, daß außer mir auch noch zwei weitere Kandidaten im Rennen sind. Ende nächster Woche bekomme ich dann die abschließende Nachricht.

Im Jahr 2005 hatte ich den Berlin-Marathon in einer persönlichen Bestzeit absolviert. Nun hoffe ich, daß ich diesmal wieder in Berlin einen "Marathon" erfolgreich beende. Denn diese Bewerbung war in der Tat ein Marathon!

So, jetzt mache ich mir eine Kanne Tee und lege ich mich wieder ins Bett. Schließlich muss ich ja wenigstens in den "Närrischen Tagen" fit sein

Vielen Dank für die vielen lieben Wünsche hier und in den Mails! Das hat mich zusätzlich motiviert und ich finde das wirklich ganz toll, daß Ihr so an mich denkt!!!

6 Kommentare 19.2.09 09:24, kommentieren

Countdown

Morgen um 15:00 Uhr habe ich in Berlin mein abschließendes Bewerbungsgespräch. Nachdem ich, heute vor einer Woche, noch im vierstündigen Einzelinterview geschwitzt hatte, habe ich jetzt noch etwa 120 Minuten vor mir, in denen ich alles vermasseln kann. Man kann zwar anführen, daß ich ja schon soweit gekommen bin, aber wenn diese Stelle nichts wird, dann habe ich keine Pfeile mehr im Köcher. Und zum 31.3.09 habe ich ja die Kündigung.

Der Vergleich mit meinem Ex-Arbeitgeber, der mir ja schon zum 30.11.2008 gekündigt hatte, kommt auch voran. Wir haben uns über fast alle Details geeinigt und ich gehe davon aus, daß wir die Sache diese Woche noch abschließen können. Das wirkt sich dann natürlich finanziell deutlich aus. Immerhin bekomme ich dann eine Nachzahlung für die Monate Dezember bis Februar in der Differenz zwischen dem ausgezahlten Arbeitslosengeld und meinem eigentlichen Arbeitslohn. Und natürlich im März eben vollen Lohn statt Arbeitslosengeld. Damit ist zumindest einmal ein Urlaub gesichert.

Heute hat meine Frau ihren ersten Arbeitstag. Bei ihr ging es ja ein wenig schneller als bei mir. Letzten Donnerstag hat sie sich vorgestellt und heute arbeitet sie schon! Sie ist natürlich ziemlich nervös, denn immerhin war sie jetzt fast 4 Jahre aus der Berufstätigkeit heraus. Aber sie schafft das. In der Vergangenheit hat sie sich immer sehr schnell in die neuen Arbeitsgebiete eingearbeitet und tolle Zeugnisse bekommen. Ihr Einkommen nimmt auch ein wenig Druck von uns.

Tja, und für mich gehts morgen im Zug nach Berlin. Man hat mir zwar angeboten, einen Flug zu bezahlen, aber im Zug fühle ich mich wohler. Ich gönne mir die 1. Klasse um wirklich entspannt anzukommen.

Das einzige, was mich noch wirklich stört, ist eine ziemlich heftige Bronchitis. Halb Bayern leidet ja derzeit darunter. Normalerweise werde ich sehr selten krank, obwohl meine Kinder aus der Schule, vom Hort und aus der Nachbarschaft alle möglichen Krankheiten anschleppen. Aber diesmal hat es mich ordentlich erwischt. Letzt Nacht konnte ich vor lauter Hustenanfällen fast nicht schlafen. Daher war ich vorhin beim Arzt und habe mich mit Medikamenten eingedeckt. Zum Glück brauche ich kein Antibiotikum.

Nachdem Ihr mir in den letzten Wochen so fleißig die Daumen gedrückt habt, kann ich das morgen zwischen 15:00 und 17:00 noch einmal brauchen. Wenn es tatsächlich klappt, dann werde ich nicht nur Zitronen- und Mangoeis spendieren, sondern jedem sein Lieblingseis Vielen Dank schon einmal für die guten Wünsche und die glühenden Daumen!!!

Euer So isses.

6 Kommentare 16.2.09 12:34, kommentieren

Irre!

Als ich im Oktober die Kündigung bekam, beschloß meine Frau einige Tage später sich einen Job zu suchen. Momentan managt sie die Familie und macht die anfallenden Büroarbeiten in meiner kleinen Firma, die ich nebenher betreibe (Nein, nein: Da verdiene ich praktisch kein Geld mit. Ist mehr Hobby). Nachdem meine Frau mal ihren Lebenslauf wieder auf den aktuellen Stand gebracht hat, fing sie an zu suchen. Wegen der Kinder geht nur ein Halbtagsjob. Für den (wahrscheinlichen) Fall, daß ich wieder einen Job bekomme, werde ich ja wieder viel unterwegs sein und im Schnitt 2 - 3 x wöchentlich auswärts übernachten.

Im Dezember schickte sie dann einen Schwung Bewerbungen los. Allerdings bekam sie nur Absagen oder gar keine Nachricht. Seit dem ich jetzt konkret etwas in Aussicht habe, ist der Elan meiner Frau etwas erlahmt. Nun passierte vorgestern folgendes: Meine Frau hilft in der Firma einer Freundin regelmäßig im Büro aus. Diese Freundin erzählte das wiederum ihrem Steuerberater. Der fragte, was meine Frau denn so machen würde (Sie hat jahrelang bei einem Steuerberater gearbeitet...). Daraufhin sagte die Freundin meiner Frau zu ihm, daß sei diejenige, bei der er es nicht einmal für nötig befunden hätte, ihr eine Absage auf die Bewerbung zu schreiben.

Das erzählte nun die Freundin auch meiner Frau. Die hat sich fast kaputtgelacht darüber! Naja, nachmittags klingelte bei uns das Telefon und der Steuerberater fragte an, ob meine Frau denn noch suchen würde. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute hat sie sich vorgestellt und den Job bekommen!

Heute gab es auch Zeugnisse hier in Bayern. Meine Tochter bekam keines. Sie liegt seit gestern mit Mandelentzündung, Bronchitis und 39,5 C Fieber im Bett. Mein Sohn bekam eines, verbunden mit dem Hinweis, daß seine Versetzung gefährdet sei um man im empfiehlt, auf die Realschule zu wechseln...

Naja, dieser "Empfehlung" werden wir keinesfalls zustimmen. Dafür steckt zuviel in meinem Sohn. Wir gehen davon aus, daß auch meine Arbeitslosigkeit mit für die schwierige Situation verantwortlich ist. Da ist ja Besserung in Sicht!

Euch Allen ein tolles Wochenende!

Euer So isses

6 Kommentare 14.2.09 12:51, kommentieren

Zu später Stunde...

Ich lebe in den letzten Tagen ja in der Hoffnung, der drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen. Eigentlich bin ich zwar schon seit dem 1.12.2008 arbeitslos, aber da ich mich erfolgreich mit einem Fachanwalt gegen meine Kündigung 3 Tage vor Ende der Probezeit gewehrt habe, werde ich rückwirkend quasi wieder eingestellt. Ich habe erreichen können, daß ich bis zum 31.3.2009 weiterbeschäftigt werde, aber dann das Arbeitsverhältnis endet. Das Geld für die Rechtsschutzversicherung hat sich hier wirklich gelohnt!

Gestern habe ich mit meinem Anwalt die letzten Details besprochen. Wir haben letztendlich meine ursprüngliche Maximalforderung erreicht. Jetzt ist der Abschluß der Vereinbarung nur noch (hoffentlich) eine Frage von Tagen.

Von meinem 6,5-stündigem Bewerbungsgespräch vom Montag bei der vorgeschalteten Personalberatung hatte ich ja bereits berichtet. Ich gebe zu, wenn ich nicht arbeitssuchend wäre, dann wäre ich womöglich bei dem Marathon ins Grübeln gekommen. Muss ich mir wirklich soetwas antun? Aber, da sich die Frage nicht stellt, denke ich nicht darüber nach. Ein Gutes hat diese, spezielle Bewerbung auf jeden Fall: Ich habe eine Menge gelernt! Natürlich war das positive Feedback am Ende des Tages dann Balsam für die strapazierte Seele. Ich sollte also eine (von wievielen weiteren Kandidaten?) Empfehlung für die Position bekommen. Nächste Woche soll ich bescheid bekommen, ob ich dann zum "Finalinterview" in die Firma eingeladen werde. Also noch eine Woche warten.

Zwischenzeitlich kam wieder eine Absage für eine der wenige, interessanten Stellen rein. Naja, meine Depression hielt sich in Grenzen. Aktuell stehen noch eine Ab- oder Zusage aus, wo ich bereits das ganze Procedere durchlaufen habe. Dann habe ich einen Termin mit einem (seriösen, etablierten) Headhunter und noch 2 laufende Bewerbungen. Ansonsten habe ich einige Bewerbungen, wo ich nur mit viel gutem Willen dem Profil entspreche, aber das Arbeitsamt verlangt ja einen Nachweis über eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen im Monat. Was wiederum nicht einer gewissen Ironie entbehrt, da mir dort gesagt wird, daß man mir nicht helfen könne, denn Positionen für mich würden sicherlich nicht über das Arbeitsamt besetzt...

Gestern beim Abendessen, es war exakt 20:12 Uhr, klingelte mein Handy und ich bekam von der Personalberatung die Einladung zum "Finalinterview" in dem Unternehmen! Schon nächsten Dienstag soll ich in Berlin am Firmensitz antreten und ein letztes, abschließendes Gespräch führen. Teilnehmer sind, neben der Personalberaterin, mein (hoffentlich) zukünftiger Chef und sein Vorgesetzter. Diese Nachricht tat gut!!!

Aber bei so vielen, gedrückten Daumen auch kein Wunder, oder?

Euer So isses.

4 Kommentare 12.2.09 17:20, kommentieren